Gen Z revolutioniert Konsum: Mieten statt Kaufen als neuer Finanztrend

Gen Z revolutioniert Konsum: Mieten statt Kaufen als neuer Finanztrend

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Die Generation Z verändert das Konsumverhalten grundlegend, indem sie zunehmend auf Mietmodelle statt auf den Kauf von Produkten setzt. Dieser Trend, der sich von Kleidung über Kinderwagen bis hin zu Geschirr erstreckt, wird von einem neuen Verständnis von Status, Nachhaltigkeit und persönlichem Ausdruck angetrieben.

Der Wandel im Konsumverhalten: Von Fast Fashion zur Sharing Economy

In den letzten zehn Jahren geriet Fast Fashion wegen ihrer Umweltauswirkungen und der Ausbeutung von Arbeitskräften zunehmend in die Kritik. Dies führte zu einem Mentalitätswandel, der Secondhand-Käufe und den Austausch über Plattformen wie Facebook Marketplace populär machte, welche monatlich von über einer Milliarde Menschen genutzt werden. Apps wie Poshmark und Curtsy haben das Secondhand-Shopping vereinfacht. Diese Entwicklung ebnete den Weg für Kleiderverleih-Apps wie Nuuly, BNTO und Pickle, die Zugang zu aktuellen, hochwertigen Designerstücken zu stark reduzierten Preisen bieten.

Der boomende Markt für Kleiderverleih

Der Kleiderverleihmarkt wird derzeit auf rund 2,6 Milliarden US-Dollar geschätzt und soll laut dem Forschungsunternehmen Future Market Insights in den nächsten zehn Jahren auf über 6 Milliarden US-Dollar anwachsen. Diese Prognose unterstreicht das enorme Potenzial dieses Sektors.

Einige der führenden Akteure verzeichnen bereits beachtliche Erfolge:

  • Nuuly, im Besitz der Urban Outfitters-Muttergesellschaft Urbn, erreichte im Januar seine erste profitable Bilanz. Das Unternehmen verzeichnete diesen Monat durchschnittlich 400.000 aktive monatliche Abonnenten.
  • Pickle, eine App, die den Verleih von Kleidung aus privaten Kleiderschränken ermöglicht, bietet über 230.000 Artikel an. Die Vermietungen stiegen in Los Angeles um 195 % und in Miami um fast 500 % in diesem Jahr.
  • BNTO, eine Abonnement- und Wiederverkaufs-App für Kleidung, schloss Anfang des Jahres eine Series-A-Finanzierungsrunde über 15 Millionen US-Dollar ab.

Status und Nachhaltigkeit neu definiert

Für die Generation Z geht es beim Stil nicht nur um Erschwinglichkeit, sondern auch um Entdeckung, Nachhaltigkeit und persönlichen Ausdruck, wie Notable, die VC-Firma, die die BNTO-Finanzierungsrunde anführte, feststellte. Shawn Grain Carter, Professorin für Modebetriebswirtschaft am Fashion Institute of Technology, erklärt, dass das Tragen von Secondhand- und Leihstücken "cool geworden ist". Es signalisiere nicht mehr den finanziellen Status, sondern besitze ein Prestige, das es früher nicht hatte. Der Fokus verschiebt sich von Markennamen im Kleiderschrank hin zu neuen, auffälligen Stücken, die einmalig in sozialen Medien präsentiert werden können.

Die Rolle der Sharing Economy

Die Akzeptanz des Teilens wurde durch Unternehmen wie Airbnb für Unterkünfte und Uber für Fahrdienste normalisiert. Brian McMahon, Mitbegründer und CEO von Pickle, merkt an, dass das Ausleihen von Kleidung, obwohl es intimer erscheinen mag als eine Fahrt im Auto eines Fremden, durch diese Vorreiter akzeptabler geworden ist. Laut Pickle sind etwa 60 % der Nutzer der App Gen Z, während 40 % Millennials sind, was die breite Akzeptanz in diesen Altersgruppen verdeutlicht.

Vielfältige Mietmodelle über Kleidung hinaus

Der Trend zum Mieten beschränkt sich nicht nur auf Kleidung. Es gibt auch:

  • BabyQuip, das Kinderwagen und Autositze an reisende Familien vermietet.
  • Tblscape, das Glaswaren, Teller und Tischdekoration für Veranstaltungen anbietet.

Eine Umfrage des Konsumforschungsunternehmens GWI aus dem Jahr 2022 ergab, dass jeder fünfte Amerikaner es vorzieht, ein Outfit für ein einmaliges Ereignis zu mieten. Aktuell sind 5 % der Befragten Abonnenten von Lieferdiensten für Kleidung, Kosmetik und Accessoires, während 12 % zuvor abonniert waren.

Social Media und der "Dopamin-Kick"

Auf TikTok posten Nutzer Videos ihrer "Hauls" – ähnlich wie bei einem Einkaufstrip, aber mit gemieteten Artikeln. Dies verbindet Konsum mit der "De-Influencing"-Bewegung, die vom übermäßigen Kauf abraten soll. Das Mieten bietet den "Dopamin-Kick" eines Einkaufsbummels ohne die damit verbundenen Schuldgefühle.

Finanzielle Anreize und Erfolgsgeschichten

Der Erfolg der Mietmodelle zeigt sich auch in den Geschäftszahlen:

  • Rent the Runway, das den Kleiderverleihmarkt 2009 definierte, verdoppelt in diesem Jahr sein Inventar und verzeichnete im Juli ein Abonnentenwachstum von 13 % im Jahresvergleich sowie einen Quartalsumsatz von über 80 Millionen US-Dollar.
  • Nuuly hat seine Abonnentenzahl auf durchschnittlich 400.000 aktive monatliche Nutzer erhöht.

Für Einzelpersonen bietet das Vermieten des eigenen Kleiderschranks zudem eine attraktive Einnahmequelle. Isabella De Murguia, eine 27-jährige Beraterin, verdiente im vergangenen Jahr über 25.000 US-Dollar durch die Vermietung ihrer Kleidung auf Pickle. Sie bezeichnet das zusätzliche Geld als "Spaßgeld", das sie für luxuriöse Reisen nutzt. De Murguia begann mit dem Verleih, weil sie gerne einkauft, aber viele Outfits nach einmaligem Tragen ungenutzt im Schrank lagen. Nun investiert sie nur wenige Stunden pro Woche, um ihren Kleiderschrank in eine Kreislaufwirtschaft zu verwandeln. Sie listet Kleidung, wäscht sie und bereitet sie für die Abholung vor. Ihre Erfahrung zeigt, dass das, was ihr gefällt, oft auch bei anderen Anklang findet.