Gen Z: Wie ein E-Mail-Fauxpas zum florierenden Nebenverdienst führte

Gen Z: Wie ein E-Mail-Fauxpas zum florierenden Nebenverdienst führte

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Ein peinlicher E-Mail-Fehler verwandelte sich für den Studenten Hector Gutierrez von der University of Alabama in eine unerwartete Erfolgsgeschichte. Was als Versehen begann, katapultierte sein kleines Unternehmen ins Rampenlicht und beleuchtet einen wachsenden Trend unter der Generation Z: das Streben nach eigenem Unternehmertum und Nebenverdiensten.

Ein E-Mail-Fauxpas als Sprungbrett für Hec's Pet Sitting

Anfang des Jahres sorgte Hector Gutierrez für Aufsehen, als er versehentlich ein Empfehlungsschreiben seines Professors an einen E-Mail-Verteiler mit Tausenden von Kommilitonen schickte. "Mein Outlook explodierte", erzählte Gutierrez Fortune. Obwohl er sich zunächst für den Fehler schämte, erwies sich die ungewollte Aufmerksamkeit als Segen für sein Geschäft. Er wurde zu einer Social-Media-Bekanntheit, traf den Universitätspräsidenten und erhielt eine Erwähnung in der Campuszeitung – alles Faktoren, die sein kleines Unternehmen ins Rampenlicht rückten.

Gutierrez, 18 Jahre alt, gründete Hec's Pet Sitting vor fast drei Jahren. Statt eines traditionellen Teenager-Jobs entschied er sich, etwas Eigenes aufzubauen. Was als Schülergeschäft in Südflorida begann, ist heute eine eingetragene LLC mit zehn Teilzeitmitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 10.000 US-Dollar. "Ich begann einfach damit, in meiner Nachbarschaft Flyer aufzuhängen", so Gutierrez. Der Erfolg seines Haustierbetreuungsdienstes hilft ihm nun, die jährlichen Kosten von über 50.000 US-Dollar für sein Studium in Alabama zu decken.

Gen Z definiert Arbeit neu: Unternehmertum aus Notwendigkeit

Hector Gutierrez ist kein Einzelfall. Da traditionelle Karrierewege zunehmend unsicher erscheinen, definiert eine wachsende Zahl junger Menschen die Arbeitswelt neu und startet früher denn je in die Selbstständigkeit. Eine Umfrage von Samsung und Morning Consult aus dem Jahr 2023 unter US-Studenten zwischen 16 und 25 Jahren ergab, dass 50 % der Befragten den Wunsch haben, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Eine Intuit-Umfrage zeigte zudem, dass fast zwei Drittel der 18- bis 35-Jährigen bereits einen Nebenverdienst gestartet haben oder dies planen.

Der Arbeitsmarkt bietet wenig Sicherheit: Drei von fünf College-Absolventen blicken laut einer Handshake-Umfrage pessimistisch auf ihre Berufsaussichten. Jacob Stone Humphries, Gutierrez' Business-Dozent an der University of Alabama, sieht darin eine Generation, die mit tiefgreifender Unsicherheit konfrontiert ist. Er kommentierte gegenüber Fortune: "Gen Z sieht, was auf sie zukommt. Wenn man sich der Zukunft nicht sicher ist, beginnt man, Dinge selbst aufzubauen. Unternehmertum wird weniger zu einer Frage des Ehrgeizes und mehr zu einer des Überlebens."

KI als Wegbereiter und Werkzeug

Künstliche Intelligenz (KI) trägt sowohl zur Unsicherheit bei als auch dazu, diese zu überwinden. Was früher Hunderte von Dollar kostete – ein Businessplan, eine Website oder Marketingmaterialien – kann heute in wenigen Minuten generiert werden. Chatbots können zudem als de facto Geschäftspartner fungieren und Anleitungen zu Themen wie Gehaltsabrechnung oder komplexen Steuergesetzen bieten.

Elijah Khasabo, ein weiterer junger Unternehmer, ist ein Beispiel für diese Möglichkeiten. Noch während seines Studiums an der University of Massachusetts Amherst baute er Vidovo auf, eine Plattform für nutzergenerierte Inhalte, die auf siebenstellige Umsätze zusteuert. Khasabo ist überzeugt: "Ich glaube wirklich, dass es einfach eine Generationssache ist. Ich denke, wir haben den digitalen Vorteil."

Fehler als Fundament für Erfolg

Ein Missgeschick wie eine versehentliche E-Mail kann im Moment katastrophal wirken, doch das Lernen aus Fehlern ist oft der Motor für Erfolg. Diese Philosophie teilen auch führende Persönlichkeiten der Wirtschaft. Linda Tong, CEO des 4-Milliarden-Dollar-Tech-Unternehmens Webflow, betonte, wie entscheidend Fehler für ihre Karriere waren. "Rückblickend auf meine Erfahrungen, von Rollen, für die ich noch nicht bereit war, über das Scheitern als Teammitglied bis hin dazu, dass mein Ego die Oberhand gewann, würde ich diese Erfahrungen gegen nichts eintauschen", schrieb sie für Fortune. "Sie haben die Führungspersönlichkeit geformt, die ich heute bin."

Auch der verstorbene Apple-Mitbegründer Steve Jobs sah in der Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit einen Antrieb, Entscheidungen zu treffen und die Angst vor dem Scheitern zu überwinden. "Die Erinnerung daran, dass ich bald tot sein werde, ist das wichtigste Werkzeug, das ich je gefunden habe, um mir bei den großen Entscheidungen im Leben zu helfen", sagte er 2005 vor Absolventen in Stanford. Hector Gutierrez hat diese Lektion bereits verinnerlicht, ungeachtet seiner versehentlichen E-Mail an Tausende von Fremden: "Bleib immer geduldig, vertraue auf Gott und gib niemals auf."

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