
Geopolitik und Fed-Sorgen belasten globale Finanzmärkte
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Die globalen Finanzmärkte zeigten sich am Dienstag und Mittwoch von geopolitischen Entwicklungen und innenpolitischen Debatten in den USA beeinflusst. Sorgen um die Stabilität im Nahen Osten und die Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed prägten das Geschehen, während US-Aktien trotz einer Abkühlung der Kerninflation nachgaben.
Geopolitische Spannungen im Iran treiben Ölpreise
US-Präsident Donald Trump gab am Dienstag in einem Truth Social Post bekannt, alle Treffen mit iranischen Offiziellen abgesagt zu haben. Gleichzeitig bekräftigte er seine Unterstützung für die Protestierenden, die eine der größten regierungsfeindlichen Demonstrationen im Nahen Osten anführen. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass diplomatische Bemühungen, Teheran zu einem Ende des gewaltsamen Vorgehens gegen Demonstranten zu bewegen, vorerst vom Tisch sein könnten.
Die verstärkte Beteiligung Washingtons im Iran, einem wichtigen Ölproduzenten mit Einfluss auf die Straße von Hormus, könnte den Ölmarkt destabilisieren. Infolgedessen stiegen die Preise für WTI-Rohöl und die globale Benchmark Brent während der US-Handelszeiten um mehr als 2,5 Prozent.
Sorgen um die Unabhängigkeit der Fed
Anhaltende Angriffe von Donald Trump auf den Vorsitzenden der Federal Reserve, Jerome Powell, darunter Bezeichnungen wie "jerk" und "bad Fed person", dürften ebenfalls die Sorgen der Anleger geschürt haben. Diese Rhetorik wirft Fragen zur Unabhängigkeit der Zentralbank auf.
Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, äußerte sich am Dienstag in einem Mediengespräch besorgt: "Alles, was die [Unabhängigkeit der Zentralbank] untergräbt, ist wahrscheinlich keine gute Idee, und meiner Meinung nach wird es die gegenteiligen Konsequenzen haben." Er fügte hinzu: "Es wird die Inflationserwartungen erhöhen und wahrscheinlich die Zinsen im Laufe der Zeit steigen lassen."
US-Märkte reagieren verhalten auf Inflationsdaten
Die US-Aktienmärkte verzeichneten am Dienstag Rückgänge, obwohl der Kernverbraucherpreisindex (CPI) für Dezember kühler als erwartet ausfiel. Der S&P 500, Dow Jones Industrial Average und Nasdaq Composite fielen am Dienstag, dem 13. Januar 2026.
Ellen Zentner, Chefökonomin bei Morgan Stanley Wealth Management, kommentierte die Inflationsentwicklung: "Wir haben diesen Film schon einmal gesehen – die Inflation heizt sich nicht wieder auf, aber sie bleibt über dem Zielwert."
BP erwartet hohe Wertminderungen
Im Energiesektor warnte der britische Ölriese BP am Mittwoch, dass er im vierten Quartal Wertminderungen in Höhe von 4 bis 5 Milliarden US-Dollar erwartet. Diese Belastungen stehen im Zusammenhang mit seinen Gas- und kohlenstoffarmen Energieeinheiten.