Gericht stoppt Milliarden-Einfrierung

Gericht stoppt Milliarden-Einfrierung

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Ein Bundesrichter hat die Trump-Administration vorübergehend daran gehindert, rund 10 Milliarden US-Dollar an Sozialleistungen für fünf demokratisch geführte Staaten einzufrieren. Die Maßnahme, die das Department of Health and Human Services (HHS) mit der Bekämpfung von Betrug begründete, wurde von den betroffenen Staaten als verfassungswidrig und politisch motiviert kritisiert. Das Urteil sichert vorerst die Finanzierung wichtiger Programme für bedürftige Kinder und Familien.

Gericht stoppt Milliarden-Einfrierung

US-Bezirksrichter Arun Submaranian erteilte am Freitag einer Klage der Staaten statt und erließ eine einstweilige Verfügung, die das Einfrieren der Gelder für 14 Tage aussetzt. Diese Frist soll dem Gericht ermöglichen, einen längerfristigen Beschluss zu prüfen. Die Entscheidung folgt auf die Ankündigung des HHS Anfang der Woche, die Finanzierung einzustellen.

Die betroffenen Staaten – Kalifornien, New York, Minnesota, Illinois und Colorado – hatten in einer Klage vor einem Bundesgericht in Manhattan argumentiert, die Maßnahme sei illegal und verfassungswidrig. Sie bezeichneten die Begründung der Trump-Administration, Betrug bekämpfen zu wollen, als "Vorwand", um demokratische Staaten zu bestrafen, die von der Administration "missbilligt" werden.

Die betroffenen Programme und Staaten

Die geplante Einfrierung hätte erhebliche Auswirkungen auf mehrere zentrale Sozialprogramme gehabt. Insgesamt wären rund 10 Milliarden US-Dollar betroffen gewesen, die sich wie folgt aufteilen:

  • 7 Milliarden US-Dollar aus dem Programm Temporary Assistance for Needy Families (TANF)
  • 2,4 Milliarden US-Dollar aus dem Child Care Development Fund (CCDF)
  • 870 Millionen US-Dollar aus Sozialhilfeprogrammen (Social Services Block Grant)

Diese Programme unterstützen jährlich Millionen von Menschen, darunter 1,4 Millionen Kinder monatlich durch den CCDF und über 2 Millionen Menschen durch TANF für grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Kleidung und Kinderbetreuung. Die fünf betroffenen Staaten erhalten zusammen jährlich über 10 Milliarden US-Dollar aus diesen Programmen.

Vorwürfe der Trump-Administration

Die Trump-Administration begründete die geplante Einfrierung mit angeblich weit verbreitetem Betrug in Sozialprogrammen, die von demokratisch geführten Staaten verwaltet werden. HHS-Sekretär Robert F. Kennedy Jr. erklärte gegenüber CBS News, die betroffenen Staaten seien nicht wegen ihrer politischen Ausrichtung betroffen, sondern weil sie angeblich "sich weigern, bei der Entwicklung von Plänen zur Beendigung des Betrugs zu kooperieren."

Kennedy betonte, die Staaten seien vor der Einfrierung gewarnt worden: "Wenn Sie uns keinen Plan, einen praktikablen Plan, vorlegen, werden wir die Gelder kürzen, bis Sie es tun." Er fügte hinzu: "Der beste Weg, armen Familien zu helfen, ist, den Betrug zu beenden, damit das Geld für sie verfügbar ist. Und das tun wir." Ein HHS-Sprecher, Andrew Nixon, erklärte, die Administration wolle sicherstellen, dass Steuergelder für legitime Zwecke verwendet werden und die Staaten das Gesetz befolgen.

Die Gegenargumente der Staaten

Die fünf Staaten bezeichneten die Einfrierung als "außergewöhnlich und grausam" und warnten vor einer Beeinträchtigung von Programmen für bedürftige Kinder und Familien. Sie argumentierten, die Bundesregierung könne die Finanzierung nicht aufgrund "bloßer Behauptungen oder Betrugsverdachts" einstellen, ohne ein rechtliches Verfahren einzuhalten, das den Staaten die Möglichkeit gibt, auf die Bedenken des HHS zu reagieren und gegen Entscheidungen der Behörde Berufung einzulegen.

Illinois Attorney General Kwame Raoul zeigte sich erfreut über die Gerichtsentscheidung und erklärte: "Es gibt keine Rechtfertigung für diesen versuchten Einfrierungsstopp." Er nannte es einen "grausamen und illegalen Versuch der Trump-Administration, Politik mit dem Leben von Kindern und Familien mit geringem Einkommen zu spielen." Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom begrüßte Betrugsermittlungen, kritisierte jedoch, dass die Kürzung der Mittel Familien schade, die auf die Hilfe angewiesen sind.

Hintergrund der Betrugsvorwürfe

Die Betrugsvorwürfe der Trump-Administration wurden durch Enthüllungen über Betrugsfälle in Minnesota verstärkt, wo Hunderte Millionen Dollar aus Programmen für Kinderernährung, Wohnraum und Autismus veruntreut wurden. Seit 2021 wurden in Minnesota über 90 Personen wegen Betrugs angeklagt, wobei Schätzungen den Gesamtbetrug auf bis zu 9 Milliarden US-Dollar beziffern. Ein prominenter Fall war ein 250-Millionen-Dollar-Schema während der COVID-Ära, bei dem die gemeinnützige Organisation "Feeding Our Future" beschuldigt wurde, Gelder aus dem Federal Child Nutrition Program gestohlen zu haben.

In Bezug auf Kalifornien äußerte das HHS in Briefen vom 6. Januar Bedenken hinsichtlich eines "potenziellen umfangreichen und systemischen Betrugs" und hatte "Grund zu der Annahme", dass der Staat "illegalen Ausländern" Leistungen zukommen ließ. Die Briefe enthielten jedoch keine Beweise zur Unterstützung dieser Behauptungen, und staatliche Beamte bezeichneten die Betrugsverdächtigungen als unbegründet.

Potenzielle Auswirkungen der Maßnahme

Experten befürchteten, dass die Einfrierung der Gelder katastrophale Folgen für Hunderttausende von Familien innerhalb weniger Wochen haben könnte. Ruth Friedman, Senior Fellow bei der Century Foundation und ehemalige Leiterin des HHS-Büros für Kinderbetreuung, wies darauf hin, dass die Staaten die vom HHS geforderten umfangreichen Verwaltungsdaten wahrscheinlich nicht sofort zur Verfügung hätten, da diese zuvor nicht gemeldet werden mussten.

Dies hätte zur Folge, dass Familien, die auf Kinderbetreuungszuschüsse angewiesen sind, diese nicht mehr erhalten könnten, was zu "Chaos" führen und "absolut katastrophal" sein könnte. Radha Mohan, Geschäftsführerin des Early Care and Education Consortium, verglich die Aussetzung mit einem Regierungsstillstand. Sie warnte, dass Kinderbetreuungszentren, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, möglicherweise schließen müssten, sobald ihre Reserven aufgebraucht sind, was wiederum Arbeitsplätze für Betreuer und die betroffenen Familien gefährden würde.

Erwähnte Persönlichkeiten