
Gewinnschätzungen treiben S&P 500 auf Rekordhochs: Der stille Motor des Marktes
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Während die Aufmerksamkeit oft auf geopolitische Ereignisse wie den Konflikt im Persischen Golf gerichtet ist, treiben im Hintergrund steigende Gewinnschätzungen den S&P 500 auf neue Rekordhochs. Diese fundamentale Entwicklung ist der entscheidende, oft übersehene Faktor für die aktuelle Marktdynamik.
Steigende Gewinnschätzungen als Haupttreiber
Der S&P 500 (^GSPC) hat sich seit seinem Tiefpunkt am 30. März um 12 % erholt und überschritt letzte Woche erstmals die Marke von 7.000 Punkten. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch die Rückkehr steigender Gewinnschätzungen vorangetrieben. Ben Snider, Stratege bei Goldman Sachs, weist darauf hin, dass die Konsens-Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 um 4 % über dem Niveau vom Januar liegen.
Diese positiven Revisionen bilden laut Snider die fundamentale Grundlage für den Anstieg des Aktienmarktes zu neuen Höchstständen. Eine weitere Verbesserung der geopolitischen Aussichten könnte zudem dazu beitragen, sowohl die Gewinnaussichten als auch die Marktbreite zu erweitern.
Führende Sektoren und Unternehmen
Die Sektoren Energie und Informationstechnologie sind für nahezu alle positiven Revisionen verantwortlich. Die meisten S&P 500-Unternehmen verzeichneten in den letzten Monaten keine Anpassung ihrer Gewinnschätzungen pro Aktie für 2026.
Insbesondere der Chiphersteller Micron (MU) und der Ölriese Exxon Mobil (XOM) trugen zusammen über 60 % zur Konsensrevision der S&P 500 EPS-Schätzungen für 2026 seit Kriegsbeginn bei. Sektoren mit den stärksten Revisionen haben in der Regel auch eine überdurchschnittliche Performance gezeigt.
Solider Start in die Berichtssaison
Der Beginn der Berichtssaison für das erste Quartal war überraschend solide. Große Banken wie Goldman Sachs (GS), JPMorgan Chase (JPM) und Bank of America (BAC) meldeten besser als erwartete Ergebnisse, was auf eine anhaltende Widerstandsfähigkeit der Konsumenten hindeutet.
Ramon Laguarta, CEO von PepsiCo (PEP), bestätigte gegenüber Yahoo Finance, dass die Verbraucher auch bei Benzinpreisen von 4 Dollar pro Gallone nicht nachgegeben haben. PepsiCo übertraf ebenfalls die Analystenprognosen für den Gewinn und bestätigte seinen Ausblick.
Fundamentaldaten überwiegen kurzfristige Emotionen
Tom Hayes, Vorsitzender von Great Hill, kommentierte bei Yahoo Finance's Opening Bid: "Märkte erklimmen eine Mauer der Sorgen." Er betonte, dass der Markt kurzfristig ein Stimmungsbarometer sei, das von Emotionen und Schlagzeilen beeinflusst werde, wie der 10%ige Rückgang des S&P 500 aufgrund des Krieges zeigte.
Langfristig jedoch sei der Markt eine "Wägemaschine", die auf Fundamentaldaten basiert. Hayes' Einschätzung zufolge sind diese Fundamentaldaten derzeit gut, was den aktuellen Aufschwung untermauert.