Gig-Economy: Kontovermietung und Betrug gefährden Vertrauen

Gig-Economy: Kontovermietung und Betrug gefährden Vertrauen

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Eine aktuelle Umfrage von TransUnion zeigt, dass fast die Hälfte der Gig-Worker ihre Konten auf Plattformen wie Uber oder DoorDash vermieten oder verkaufen. Diese Praxis birgt erhebliche Sicherheitsrisiken für Kunden, Plattformen und die Kontoinhaber selbst, da unüberprüfte Personen Dienstleistungen unter fremder Identität erbringen. Der wachsende Schwarzmarkt für Gig-Konten stellt das Vertrauen in die Gig-Economy auf eine harte Probe.

Ein wachsendes Problem in der Gig-Economy

Laut einer im August durchgeführten Umfrage von TransUnion gaben 45 Prozent der befragten Gig-Worker an, entweder Zugang zu einem Gig-Work-Konto auf einer Plattform vermietet oder verkauft zu haben. Dabei hatten 25 Prozent ihr Konto vermietet und 20 Prozent es verkauft. Die Umfrage umfasste 1.012 Erwachsene, die entweder aktuell, kürzlich oder bald in der Gig-Economy tätig waren.

Gig-Work-Apps wie Uber, DoorDash und Walmart Spark verbieten das Teilen von Konten ausdrücklich in ihren Nutzungsbedingungen. Dies stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Plattformen und ihre Nutzer dar, da die Unternehmen ihre Mitarbeiter bei der Anmeldung sorgfältig überprüfen. Colleen Thiry, Direktorin des Gig-Economy-Geschäfts bei TransUnion, erklärte, dass die Umfrage aufgrund eines Anstiegs verdächtiger Aktivitäten durchgeführt wurde.

Die Motive hinter dem Kontohandel

Die Gründe für die Kontovermietung oder den Kontoverkauf sind vielfältig. Potenzielle Gig-Worker könnten Konten kaufen oder mieten, weil sie beispielsweise keine ausreichende Fahrpraxis haben, eine Hintergrundprüfung nicht bestehen können oder auf Wartelisten für bestimmte Apps stehen. Auch der Wunsch, geografische oder Identitätsbeschränkungen zu umgehen, spielt eine Rolle.

Einige Kontoinhaber monetarisieren ihre inaktiven Profile, um ein passives Einkommen zu erzielen. Für Mieter ist es oft ein Weg, den Überprüfungsprozess der Plattformen zu umgehen, da sie möglicherweise keine ordnungsgemäßen Dokumente besitzen. Dieser Handel findet offen auf sozialen Medien wie Facebook und Telegram statt, wo Anzeigen für den Verkauf oder die Vermietung von Konten sowie für "Bots" zur Auftragsakquise zu finden sind.

Ermittler haben Dutzende großer Facebook-Gruppen mit über 800.000 Mitgliedern identifiziert, die als Marktplätze für verifizierte Gig-Profile dienen. Die Preise variieren: DoorDash-Konten wurden für 430 US-Dollar zum Verkauf oder für 115 US-Dollar pro 30 Tage zur Miete angeboten, in anderen Regionen zahlen Mieter 300 bis 500 US-Dollar pro Monat. Dieser "Schwarzmarkt" ist eine direkte Reaktion auf den erheblichen finanziellen Druck, unter dem viele Verbraucher in einer K-förmigen Wirtschaft leiden.

Erhöhte Sicherheitsrisiken für alle Beteiligten

Die Kontovermietung und der Kontoverkauf bergen erhebliche Risiken für Verbraucher, Gig-Worker und die Plattformen selbst. Da unüberprüfte Personen Dienstleistungen erbringen, sind Kunden Betrug und physischer Gefahr ausgesetzt. Dies untergräbt das Vertrauen in die Gig-Economy, die auf Flexibilität und Vertrauen aufgebaut ist.

Für die Kontoinhaber besteht das Risiko, dass ihr Ruf durch jemanden geschädigt wird, den sie nie getroffen haben. Die Plattformen wiederum sind der Haftung ausgesetzt, wenn durch unautorisierte Nutzer Schäden entstehen. Colleen Thiry von TransUnion betont: "Beide Seiten dieser Transaktion müssen sich sicher fühlen."

Plattformen reagieren mit verschärften Maßnahmen

Große Gig-Work-Apps gehen aktiv gegen die Kontovermietung vor. Uber gibt auf seiner Support-Seite an, eine "Null-Toleranz für bestätigte Beschwerden dieser Art" zu haben, und Nutzer riskieren den dauerhaften Verlust des Zugangs zur Plattform. Im vergangenen Jahr verlangte Uber von allen Fahrern und Lieferanten eine erneute Identitätsprüfung.

DoorDash entfernt ebenfalls Mitarbeiter, die Konten teilen, und hat 2024 begonnen, häufigere Identitätsüberprüfungen für einige Lieferanten zu fordern. Walmart hat zusätzliche Schritte unternommen, um die Identität seiner Spark-Lieferfahrer zu überprüfen, indem sie beispielsweise aufgefordert werden, ihren Ausweis in einem Geschäft vorzuzeigen. TransUnion, ein Anbieter von Identitätsüberprüfungsdiensten, unterstützt Plattformen dabei, verdächtige Aktivitäten zu erkennen, wie etwa den plötzlichen Wechsel eines Kontos von einem Android-Smartphone auf ein iPhone.

Betrug durch Kunden: Eine weitere Herausforderung

Nicht nur die Kontovermietung stellt ein Problem dar; auch Gig-Worker sind häufig Betrug durch Kunden ausgesetzt. 34 Prozent der Befragten gaben an, von einem Verbraucher während ihrer Arbeit auf einer Gig-Plattform betrogen worden zu sein. Dies umfasste Zahlungsstreitigkeiten, Rückbuchungen und andere Formen des Missbrauchs, die zu Einkommensverlusten führten.

Ein häufiges Phänomen ist das sogenannte "Tip-Baiting", bei dem Kunden hohe Trinkgelder anbieten, um einen schnelleren Service zu erhalten, diese aber nach Abschluss des Auftrags reduzieren. 43 Prozent der Gig-Worker berichteten von solchen Erfahrungen. Solche Praktiken können demotivierend wirken und das Vertrauen der Gig-Worker in die Plattformen und Kunden beeinträchtigen. Trotz häufiger Betrugsfälle bleiben viele Vorfälle ungemeldet, oft aus Angst vor Verzögerungen, Einkommensverlusten oder Kontobeschränkungen während der Ermittlungen.

Generationenunterschiede und Vertrauenslücken

Die TransUnion-Studie zeigt, dass jüngere Gig-Worker überproportional an der Kontovermietung beteiligt sind. Fast jeder dritte Gig-Worker der Generationen Millennial und Gen Z ist in diese Praxis verwickelt. Insgesamt glauben weniger als die Hälfte (45 Prozent) der Gig-Worker, dass die Plattformen "sehr effektive" Identitätsüberprüfungssysteme haben.

Dieser Mangel an Vertrauen in die Sicherheitsmaßnahmen der Plattformen ist besorgniserregend. Ohne robuste Überprüfungen sind sowohl Dienstleister als auch Kunden erhöhten Risiken für finanziellen Verlust und physischen Schaden ausgesetzt. Plattformen setzen zunehmend Identitätsüberprüfungs- und Geräteintelligenzmaßnahmen ein, um Betrugsrisiken zu begegnen und das Vertrauen in die Gig-Economy wiederherzustellen.

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