
Gold im freien Fall: Dollar übernimmt Rolle des sicheren Hafens
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Gold erlebte kürzlich einen signifikanten Rückgang, der alle Gewinne des Jahres 2026 zunichtemachte und die schlimmste Woche seit 1983 markierte. Inmitten dieser Turbulenzen hat sich der US-Dollar laut Experten als der ultimative sichere Hafen etabliert und damit die traditionelle Rolle des Goldes infrage gestellt. Diese Entwicklung wirft Fragen über die zukünftige Performance des Edelmetalls auf.
Goldpreis unter Druck: Ein historischer Rückgang
Der Goldpreis (NYSE:GLD) fiel am Montag auf bis zu 4.100 US-Dollar, bevor er sich über 4.400 US-Dollar erholte. Dieser Einbruch löschte alle Gewinne des Jahres 2026 aus und markierte die schlimmste Woche für das Edelmetall seit 1983. Der Ausverkauf hat mehr als 20 % vom Allzeithoch von 5.590 US-Dollar im Januar abgewischt.
Der Dollar als neuer sicherer Hafen
Daniel Ghali, Senior Commodity Strategist bei TD Securities, erklärt, dass die Krone des sicheren Hafens vollständig den Besitzer gewechselt hat. Ghali kommentierte: „Der Dollar war während dieses Konflikts der ultimative sichere Hafen.“ Er fügte hinzu: „Das ist schädlich für Gold, da Gold im letzten Jahr der ultimative sichere Hafen war.“
Warum Gold an Glanz verliert
Die Logik hinter dieser Verschiebung scheint klar: Der Krieg trieb den Ölpreis über 100 US-Dollar, was die Inflation wieder anfachen und die Erwartungen an Zinssenkungen schmälern könnte. In diesem Umfeld sind sowohl der Dollar als auch die Renditen von Staatsanleihen gestiegen. Da Gold keine Rendite abwirft, verliert es in einem solchen Szenario gegenüber dem Dollar an Attraktivität.
Zinserwartungen und Trumps Einfluss
Die Händler auf Polymarket bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Jahr 2026 mit 17 %, ein Anstieg von 9 % vor Beginn des Konflikts. Diese Quoten schwankten stark, da der ehemalige Präsident Trump widersprüchliche Signale gegeben hat.
Was kommt als Nächstes für Gold?
Ed Yardeni, ein vielbeachteter Stratege der Wall Street, hält weiterhin an einem Jahresendziel von 6.000 US-Dollar fest. Er warnte jedoch, dass er erwägt, dieses Ziel auf 5.000 US-Dollar zu senken, sollte Gold „weiterhin den Erwartungen trotzen, dass es bei beunruhigenden geopolitischen Entwicklungen steigen sollte.“
Die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in diesem Jahr ist auf Kalshi auf 37 % gestiegen. Sollte der Ölschock die Wirtschaft in eine Rezession stürzen, könnte die These der Zinserhöhungen zusammenbrechen, wodurch der primäre Gegenwind für Gold über Nacht verschwinden würde.
Marktprognosen für das Edelmetall
Polymarket gibt Gold eine 38-prozentige Chance, seinen Fall auf 3.800 US-Dollar fortzusetzen. Gleichzeitig besteht eine 24-prozentige Chance, dass es bis Ende Juni wieder 5.000 US-Dollar erreicht. Historisch gesehen hat Gold in geopolitischen Krisen zugelegt, doch die aktuelle Situation – mit einem Ölpreisschock, der die Inflation hoch und die Fed restriktiv hält – wirkt sich gegenteilig aus und schadet dem Goldpreis am meisten.