
Gold und Silber: Zentralbanken, Inflation und technische Warnsignale
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Die Edelmetalle Gold und Silber zeigen sich auf den Finanzmärkten in einem Spannungsfeld zwischen technischen Warnsignalen, geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken und globalen Inflationssorgen. Während eine aktuelle Analyse für Gold-Futures einen potenziellen Einbruch bis zum Jahresende 2025 prognostiziert, reagierte Silber nach einem kurzzeitigen Rekordhoch auf die jüngsten Signale der US-Notenbank Fed.
Gold unter Beobachtung: Technische Warnsignale für Ende 2025
Die Gold-Futures konnten seit dem 12. Dezember 2025 die Höchststände von $4387.81 nicht mehr erreichen. Eine aktuelle Analyse deutet darauf hin, dass die Bildung eines bärischen Doji-Candlestick-Musters einen baldigen Verkaufsdruck auslösen könnte. Dies geschieht vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über nachlassende Bemühungen zur Inflationskontrolle weltweit, da US-Präsident Donald Trump weiterhin versucht, die Politik der Fed in Bezug auf die Inflationsbekämpfung zu beeinflussen.
Präsident Trump äußerte am Mittwoch, dass der nächste Vorsitzende der US-Notenbank jemand sein werde, der an deutlich niedrigere Zinsen glaubt. Er hatte zuvor angedeutet, seinen Nachfolger für den derzeitigen Fed-Vorsitzenden Jerome Powell Anfang nächsten Jahres bekannt zu geben. Die Analyse erwartet, dass die Gold-Futures einen starken Rückgang von etwa 6,71 % wiederholen könnten, ähnlich dem vom 21. Oktober 2025, und dass dieser Rückgang bis zum Jahresende anhalten könnte. Zuvor hatten die Gold-Futures am 20. Oktober 2025 innerhalb von zwei Sitzungen einen starken Rückgang von etwa 8,54 % erlebt.
Die Rolle der Zentralbanken: Fed und BOJ mit unterschiedlichen Signalen
Die Federal Reserve hat ihre Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt und den Kauf von Staatsanleihen im Wert von 40 Milliarden US-Dollar pro Monat angekündigt. Diese Schritte wurden weithin als dovish interpretiert. Obwohl Fed-Chef Jerome Powell andeutete, dass weitere Zinssenkungen eine höhere Hürde darstellen würden, werteten Investoren die verstärkten Anleihekäufe als unterstützend für Liquidität und Risikoanlagen. Nach starken Kursanstiegen vor der geldpolitischen Entscheidung am Mittwoch gerieten Gold und andere Edelmetalle unter Druck durch Gewinnmitnahmen. Das erneute Programm zum Ankauf von Vermögenswerten, oft als "quantitative Lockerung" bezeichnet, soll in den kommenden Monaten Liquidität hinzufügen und eine dovishere Politik untermauern. Die Renditen der US-Staatsanleihen fielen nach der Ankündigung.
Auf der anderen Seite zeigt sich die Bank of Japan (BOJ) besorgt über die zunehmend hartnäckige heimische Inflation und die anhaltende Schwäche des Yen. Ein BOJ-Vertreter signalisierte kürzlich, dass eine Zinserhöhung während der bevorstehenden Sitzung am 19. Dezember 2025 diskutiert werden könnte. Vor der Entscheidung der BOJ stehen zudem die japanischen VPI-Inflationsdaten für November an. Die Vorsicht vor weiteren Signalen zu den US-Zinsen trug ebenfalls zum vorherrschenden bärischen Druck auf die Gold-Futures bei und bremste bullische Wetten.
Silber erreicht Rekordhöhe und korrigiert
Spot-Silber gab nach einem kurzzeitigen Anstieg auf ein Rekordhoch von $62.8895 pro Unze auf $61.8095 pro Unze nach. Das Metall hatte in der vergangenen Woche einen starken Aufschwung erlebt, unterstützt durch steigende Erwartungen an engere Angebotsbedingungen und bessere Nachfrageaussichten im kommenden Jahr. Marktteilnehmer erhöhten auch ihre Allokationen in Silber als sicheren Hafen, da es als Alternative zu Gold zu einem niedrigeren Preisniveau betrachtet wird.
Die Silberpreise haben sich im Jahr 2025 bisher mehr als verdoppelt und damit die Gewinne von Gold übertroffen, was auf eine erneute Begeisterung für die Aussichten des Metalls hindeutet. Die Klassifizierung als kritisches Mineral durch die US-Regierung hat das Interesse der Anleger zusätzlich gestärkt.
Aktuelle Preisübersicht und technische Niveaus für Gold
Am Donnerstag sank Spot-Gold um 0,5 % auf $4,207.49 pro Unze, während die März-Gold-Futures um 0,3 % auf $4,235.50 pro Unze stiegen (Stand: 00:39 ET / 05:39 GMT).
Die technische Analyse der Gold-Futures für Ende 2025 zeigt eine extreme Unentschlossenheit:
- Tages-Chart:
- Handel in einer engen Spanne von $4374.95 bis $4355.50.
- Ein Ausbruch nach unten könnte eine Verkaufswelle auslösen.
- Die Oberseite ist durch den unmittelbaren Widerstand bei $4397 begrenzt.
- Ein Durchbruch unter die unmittelbare Unterstützung bei $4343 könnte die Gold-Futures zum Test der nächsten signifikanten Unterstützung am 9 EMA ($4215) drücken.
- Ein weiterer Durchbruch würde die Futures zum Test der nächsten Unterstützung am 20 EMA ($4257) führen.
- 1-Stunden-Chart:
- Gold-Futures handeln konstant unter dem 9 EMA ($4364) und sind nun auch unter den 20 EMA ($4362) gefallen.
- Sie scheinen bereit zu sein, die signifikante Unterstützung am 50 EMA ($4353.73) zu durchbrechen.
- Ein Durchbruch könnte die Futures zu den nächsten Unterstützungen am 100 EMA ($4337.28) und 200 EMA ($4307.15) drücken.
- Eine nachhaltige Bewegung unter diese signifikante Unterstützung könnte die Futures unter umfassenden bärischen Druck setzen.
Weitere Metalle im Überblick
Neben Gold und Silber zeigten sich auch andere Metalle in Bewegung:
- Spot-Platin stieg um 0,2 % auf $1,661.18 pro Unze, nach Rückgängen über Nacht.
- Die LME-Benchmark-Kupfer-Futures stiegen um 0,4 % auf $11,608.45 pro Tonne.