Gold vor stärkstem Monatsrückgang seit 2008: Krieg und Zinsangst drücken

Gold vor stärkstem Monatsrückgang seit 2008: Krieg und Zinsangst drücken

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Der Goldpreis ist auf dem Weg zu seinem stärksten monatlichen Rückgang seit Oktober 2008. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und die schwindenden Erwartungen an Zinssenkungen in den USA belasten das Edelmetall, das traditionell als sicherer Hafen gilt. Trotz kurzfristiger Erholungen bleibt die Stimmung am Markt vorsichtig.

Goldpreis vor stärkstem Monatsrückgang seit 2008

Der Spot-Goldpreis (XAU=) verzeichnete am Dienstagvormittag einen Anstieg von rund 1 % auf 4.553,69 US-Dollar pro Unze, während die Front-Month-Gold-Futures um 0,6 % auf etwa 4.553 US-Dollar stiegen. Am Dienstag, den 02:35 GMT, lag der Spot-Goldpreis bei 4.578,89 US-Dollar pro Unze, und die US-Gold-Futures für die April-Lieferung gewannen 1,2 % auf 4.611,30 US-Dollar. Am Montag, den 30. März, fiel der Spot-Goldpreis jedoch um 1,38 % auf 4.462 US-Dollar pro Unze.

Insgesamt ist Gold in diesem Monat um mehr als 13 % gefallen und steuert auf den stärksten monatlichen Rückgang seit Oktober 2008 zu, als die Preise um 16,8 % sanken. Aktuell liegt der Rückgang bei 14,6 %. Trotz dieser Entwicklung ist der Preis für das Quartal noch um etwa 5 % gestiegen.

Geopolitische Spannungen im Nahen Osten beeinflussen den Markt

Der seit fünf Wochen andauernde US-Iran-Krieg ist ein wesentlicher Faktor für die Unsicherheit am Markt. US-Präsident Donald Trump teilte Berichten zufolge seinen Beratern mit, dass er bereit sei, die militärischen Feindseligkeiten gegen den Iran zu beenden, selbst wenn die Straße von Hormus weitgehend geschlossen bliebe. Er erwähnte in einem Truth Social Post, dass Washington "ernsthafte Gespräche" mit iranischen Beamten führe, drohte jedoch mit Angriffen auf Kraftwerke, Ölquellen und die wichtige Insel Kharg, sollte keine Einigung erzielt werden.

US-Außenminister Marco Rubio erklärte gegenüber Al Jazeera, dass Washingtons Ziele im Iran "Wochen, nicht Monate" in Anspruch nehmen würden. Am Wochenende trafen 2.500 US-Marines, darunter Truppen der Elite-82nd Airborne Division, im Nahen Osten ein. Ilya Spivak, Leiter des globalen Makrobereichs bei Tastylive, kommentierte, dass Trumps Äußerungen eine "Risk-on-Reaktion" an den Finanzmärkten ausgelöst hätten und der Iran-Krieg zunehmend als Rezessionsrisiko wahrgenommen werde.

Zinsausblick und Inflation dämpfen Gold-Hoffnungen

Steigende Öl- und Gaspreise schüren Inflationserwartungen, was wiederum zu Spekulationen über Zinserhöhungen führt. Dies dämpft die Hoffnungen auf eine US-Zinssenkung in diesem Jahr erheblich. Händler haben eine Zinssenkung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) für dieses Jahr fast vollständig eingepreist.

Gold profitiert typischerweise von einem Niedrigzinsumfeld, da es selbst keine Zinsen abwirft. Vor dem Ausbruch des Krieges im Nahen Osten wurden laut dem FedWatch Tool der CME Group noch zwei Zinssenkungen für dieses Jahr erwartet. Fed-Chef Jerome Powell erklärte am Montag, die US-Zentralbank könne abwarten, wie sich der Iran-Krieg auf Wirtschaft und Inflation auswirke, da politische Entscheidungsträger Schocks wie höhere Ölpreise in der Regel überblickten.

Rolle des US-Dollars und Zentralbanken

Der US-Dollar spielt ebenfalls eine Rolle bei der Goldpreisentwicklung. Während ein schwächerer Dollar am Donnerstag und Dienstag die Preise stützte, trug ein insgesamt stärkerer Dollar im Monatsverlauf zum Rückgang bei, da er Gold für Inhaber anderer Währungen teurer macht.

Auch das Verhalten der Zentralbanken ist von Bedeutung. Die türkische Zentralbank verkaufte und tauschte in den ersten beiden Kriegswochen rund 60 Tonnen Gold im Wert von über 8 Milliarden US-Dollar. Dies könnte die Ansicht in Frage stellen, dass Zentralbanken ihre Goldreserven nur ungern verkaufen, und das Tempo der Käufe verlangsamen, die in den letzten Jahren ein wichtiger Treiber für die Goldrallye waren.

Ausblick und weitere Edelmetalle

Jateen Trivedi, VP Research Analyst für Rohstoffe und Währungen bei LKP Securities, sieht Gold trotz des Anstiegs über 4.425 US-Dollar mit Höchstständen nahe 4.475 US-Dollar weiterhin vorsichtig. Er merkt an, dass der starke Anstieg des Rohöls weiterhin auf zugrunde liegenden Marktstress und Inflationsrisiken hindeutet. Ponmudi R, CEO von Enrich Money, beschreibt COMEX Gold im Bereich von 4.400 bis 4.500 US-Dollar nach einem starken Korrekturrückgang von über 5.500 US-Dollar.

Auch andere Edelmetalle zeigten gemischte Bewegungen:

  • Spot-Silber stieg um 3,3 % auf 72,27 US-Dollar pro Unze (am Dienstag). Am Montag, den 30. März, fiel es um 2 % auf 68,3 US-Dollar pro Unze.
  • Spot-Platin gewann fast 1 % auf 1.916,77 US-Dollar.
  • Palladium stieg um 2,3 % auf 1.437,76 US-Dollar.

Die Volatilität am Goldmarkt dürfte anhalten, solange keine Klarheit über die Inflationsentwicklung und die geopolitische Lage im Nahen Osten besteht.

Erwähnte Persönlichkeiten