
Gold- vs. Silberminen-ETFs: SLVP und SGDM im Detailvergleich
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Der iShares MSCI Global Silver and Metals Miners ETF (SLVP) und der Sprott Gold Miners ETF (SGDM) ermöglichen Anlegern den Zugang zu Bergbauunternehmen im Rohstoffsektor. Obwohl beide in diesem Bereich tätig sind, weichen ihre Ansätze und Risikoprofile erheblich voneinander ab, insbesondere hinsichtlich ihrer Ausrichtung auf Silber oder Gold.
Zwei Wege zu Edelmetallen: SLVP und SGDM im Vergleich
SLVP und SGDM bieten Investitionen in Bergbauunternehmen an, verfolgen jedoch unterschiedliche Schwerpunkte. SLVP konzentriert sich auf Silber- und Metallminen, während SGDM auf Goldminen ausgerichtet ist. Diese Unterscheidung ist aktuell besonders relevant, da Silber in den letzten zwölf Monaten Gold in der Performance übertroffen hat.
Kosten und Kennzahlen im Überblick
Ein direkter Vergleich der beiden ETFs zeigt deutliche Unterschiede in Kosten und grundlegenden Kennzahlen (Stand: 24. April 2026):
- Emittent: SLVP von iShares, SGDM von Sprott
- **Kostenquote:** SLVP 0,39%, SGDM 0,50%
- 1-Jahres-Rendite: SLVP 138,5%, SGDM 84,7%
- **Dividendenrendite:** SLVP 1,7%, SGDM 1,0%
- **Beta:** SLVP 0,90, SGDM 0,55
- **Verwaltetes Vermögen (AUM):** SLVP 1,0 Mrd. USD, SGDM 762,6 Mio. USD
SLVP ist mit einer Kostenquote von 0,39% jährlich günstiger als SGDM mit 0,50%. Zudem bietet SLVP eine höhere Dividendenrendite von 1,7% gegenüber 1,0% bei SGDM, was für ertragsorientierte Anleger attraktiv sein kann. Der Beta-Wert misst die Preisvolatilität im Verhältnis zum S&P 500, basierend auf fünfjährigen monatlichen Renditen.
Performance und Risikoprofil
Die Performance und das Risikoprofil der beiden ETFs zeigen unterschiedliche Charakteristika:
- Maximaler Drawdown (5 Jahre): SLVP (56,18%), SGDM (49,68%)
- Wachstum von 1.000 USD über 5 Jahre: SLVP 2.309 USD, SGDM 2.591 USD
Die 1-Jahres-Rendite von SLVP übertraf mit 138,5% die von SGDM mit 84,7% deutlich. Dies lässt sich größtenteils durch die Outperformance von Silber gegenüber Gold im letzten Jahr erklären. Allerdings weist Silber auch eine höhere Volatilität auf, da die industrielle Nachfrage zusätzlich zu seiner Rolle als Wertaufbewahrungsmittel hinzukommt und es somit empfindlicher auf Wirtschaftszyklen reagiert. Dies spiegelt sich im höheren Beta-Wert von SLVP (0,90) wider. SGDM hingegen zeigt mit einem Beta von 0,55 und einem geringeren maximalen Drawdown (49,68% gegenüber 56,18% bei SLVP) geringere Risikokennzahlen.
Portfoliozusammensetzung: Gold versus Silber
Die Portfolios der beiden ETFs sind klar auf ihre jeweiligen Metalle ausgerichtet:
- Sprott Gold Miners ETF (SGDM): Dieser ETF konzentriert sich auf Goldminenunternehmen aus den USA und Kanada. Er bildet einen Index von Unternehmen ab, deren Aktien oder American Depositary Receipts an großen nordamerikanischen Börsen notiert sind. Mit 39 Positionen und einer Historie von fast 12 Jahren sind Agnico Eagle Mines Ltd., Barrick Mining Corp. und Wheaton Precious Metals Corp. die größten Positionen, was eine starke Goldgewichtung und eine gewisse Konzentration auf Top-Namen widerspiegelt.
- iShares MSCI Global Silver and Metals Miners ETF (SLVP): Im Gegensatz dazu zielt SLVP ausschließlich auf Unternehmen ab, die in der Silberexploration oder im Metallbergbau tätig sind, ebenfalls mit 100% Rohstoffengagement. Seine Top-Positionen – Hecla Mining, Indust Penoles und Fresnillo Plc – betonen Silber gegenüber Gold, und der Fonds hält 36 Aktien.
Was dies für Anleger bedeutet
SLVP und SGDM sind beides Bergbau-ETFs im Rohstoffsektor, konkurrieren aber nicht direkt um dasselbe Anlegersegment. SGDM ist ein Goldminen-Fonds, während SLVP ein Silber- und Metallminen-Fonds ist. Diese Unterscheidung ist entscheidend, da Silber in den letzten zwölf Monaten Gold übertroffen hat, was die deutlich bessere 1-Jahres-Rendite von SLVP erklärt.
Der Kompromiss liegt in der höheren Volatilität von Silber im Vergleich zu Gold. Die industrielle Nachfrage überlagert seine Rolle als Wertaufbewahrungsmittel und macht es anfälliger für Konjunkturzyklen. Dies spiegelt sich im höheren Beta von SLVP wider. SGDM's geringerer Drawdown ist daher kein Nachteil, sondern ein Merkmal für Anleger, die ein Engagement in Edelmetallen mit weniger Schwankungen wünschen.
Keiner der beiden Fonds ist eine natürliche Standalone-Position für die meisten Portfolios; sie dienen eher als strategische Beimischungen. SGDM eignet sich als defensiver Hedge innerhalb einer breiteren Aktienallokation, während SLVP als überzeugtere Wette auf die Dynamik von Industrie- und Edelmetallen passt. Ein Besitz beider Fonds ist nicht redundant, da sich die zugrunde liegenden Metallengagements kaum überschneiden. Die entscheidende Frage für Anleger ist, wie viel zyklisches Risiko sie in ihrem Metall-Anteil eingehen möchten.