Goldman Sachs: Kathy Ruemmler tritt nach Epstein-Enthüllungen zurück

Goldman Sachs: Kathy Ruemmler tritt nach Epstein-Enthüllungen zurück

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Kathy Ruemmler, die Chief Legal Officer und General Counsel von Goldman Sachs, wird das Unternehmen Ende Juni verlassen. Ihr Rücktritt erfolgte nach intensiver Medienberichterstattung über ihre früheren Kontakte und umfangreichen E-Mail-Verkehr mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, die vor ihrer Zeit bei der Investmentbank stattfanden.

Rücktritt nach Medienrummel

Goldman Sachs CEO David Solomon bestätigte, dass er Kathy Ruemmlers Rücktritt am Donnerstag widerwillig angenommen habe. Solomon erklärte in einem Interview mit CNBC am Freitag, dass Ruemmler ihn am Vortag angerufen und mitgeteilt habe, dass die Berichterstattung über ihre frühere Arbeit und die gesamte Situation ein Ausmaß an "Lärm und Ablenkung" erreicht habe, das sie als störend für das Unternehmen empfand. "Es brachte sie in eine Position, in der es für sie schwierig war, ihre Arbeit und ihre Verantwortlichkeiten auszuführen", so Solomon. Er fügte hinzu, dass er ihre Entscheidung respektiere und sie und das Unternehmen nach vorne blickten. Ruemmlers letzter Arbeitstag bei Goldman Sachs ist der 30. Juni.

Die Verbindungen zu Jeffrey Epstein

Die Verbindungen von Kathy Ruemmler zu Jeffrey Epstein reichen in die Zeit vor ihrem Eintritt bei Goldman Sachs im Jahr 2020 zurück. Das US-Justizministerium veröffentlichte E-Mails und Dokumente, die eine jahrelange Beziehung zwischen Ruemmler und Epstein detailliert beschreiben. Diese Korrespondenz, die zwischen 2014 und 2019 stattfand, zeigte, dass Ruemmler Epstein nicht nur professionell beriet, sondern auch persönliche Gespräche führte.

In den Dokumenten wurde Ruemmler als Beraterin, Vertraute und Freundin Epsteins dargestellt. Sie beriet ihn unter anderem, wie er schwierige Fragen zu seinen Sexualverbrechen beantworten, negative Medienberichte vermeiden und die Glaubwürdigkeit einer Anklägerin in Frage stellen könnte. Ruemmler nannte Epstein in E-Mails "Sweetie" und "Uncle Jeffrey" und schrieb 2018: "So lovely and thoughtful! Thank you to Uncle Jeffrey!!!". Epstein wiederum bot ihr Karriereberatung an, stellte sie prominenten Geschäftsleuten vor und machte ihr Geschenke wie Spa-Behandlungen, Luxusgüter und hochwertige Reisen, darunter Designerhandtaschen und einen Pelzmantel.

Die Kommunikation fand statt, nachdem Epstein 2008 wegen der Beschaffung einer Person unter 18 Jahren zur Prostitution verurteilt worden war. Ruemmler war auch eine der drei Personen, die Epstein am 6. Juli 2019 nach seiner Verhaftung anrief. Sie hatte 2023 gegenüber dem Wall Street Journal erklärt: "Ich bedauere, Jeffrey Epstein jemals gekannt zu haben."

Rolle bei Goldman Sachs und frühere Karriere

Kathy Ruemmler trat 2020 als Chief Legal Officer und General Counsel in die Dienste von Goldman Sachs ein. Sie war zudem Partnerin und stellvertretende Vorsitzende des Reputationsrisikokomitees der Bank. Vor ihrer Zeit bei Goldman Sachs war Ruemmler von 2011 bis 2014 als White House Counsel unter Präsident Barack Obama tätig, wo sie ihn in außen- und nationalen Sicherheitsfragen beriet. Anschließend arbeitete sie als Partnerin bei der renommierten Anwaltskanzlei Latham & Watkins.

Interne Reaktionen und Unternehmensrichtlinien

CEO David Solomon betonte die Komplexität der Situation für die Führungsebene von Goldman Sachs. Er lobte Ruemmlers Beiträge und bezeichnete sie als "außergewöhnliche General Counsel mit tiefer, tiefer Erfahrung" und als "tremendous human being". Solomon merkte an, dass Goldman nicht die einzige große Organisation sei, die mit den Auswirkungen von Verbindungen hochrangiger Personen zu Epstein zu kämpfen habe.

Goldman Sachs hatte Ruemmler in den letzten Wochen verteidigt und argumentiert, ihre Verbindungen zu Epstein hätten vor ihrer Einstellung stattgefunden und seien angemessen gewesen. Ein Vertreter von Goldman, Tony Fratto, erklärte im letzten Monat, es sei "wohlbekannt, dass Epstein seinen vielen Geschäftskontakten oft unaufgeforderte Gefälligkeiten und Geschenke anbot". Die Richtlinien von Goldman Sachs verlangen von Mitarbeitern eine vorherige Genehmigung für den Empfang von Geschenken von Kunden oder Geschäftskontakten, um Interessenkonflikte und Bestechungsrisiken zu vermeiden.

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