
Goldman Sachs: Ölpreisschocks und ihre Folgen für den US-Arbeitsmarkt
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Die globale Wirtschaft ist auf Stabilität angewiesen, wobei die Ölpreise als Eckpfeiler dieser Stabilität gelten. Aktuelle Ölversorgungsschocks, ausgelöst durch den Iran-Krieg, der sich in der vierten Woche befindet, haben diese Stabilität jedoch erschüttert und die Weltwirtschaft in Turbulenzen versetzt, wie France 24 berichtet. Angesichts dieser Unsicherheiten haben Analysten von Goldman Sachs die potenziellen Auswirkungen höherer Ölpreise auf den US-Arbeitsmarkt untersucht und drei wesentliche Schlussfolgerungen gezogen.
Globale Stabilität und die Rolle der Ölpreise
Die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von stabilen Ölpreisen ist unbestreitbar. Am Freitag, dem 27. März, stiegen die Brent-Rohöl-Futures auf fast 111 US-Dollar pro Barrel, nahe dem höchsten Stand seit Juni 2022. Dieser Anstieg erfolgte nach Berichten von Axios, wonach die USA die Entsendung von bis zu 10.000 zusätzlichen Bodentruppen in die Region erwägen, was die USA potenziell in einen längeren Konflikt im Nahen Osten verwickeln könnte. Zuletzt waren die Gaspreise nach der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 so hoch, als die Brent-Rohölpreise 123,64 US-Dollar pro Barrel erreichten.
Der Iran-Konflikt und seine unklaren Ziele
Die ursprüngliche Begründung der USA für den Angriff auf den Iran war die Eindämmung der nuklearen Ambitionen des Landes. Allerdings wiesen viele darauf hin, dass die Trump-Regierung bereits im vergangenen Jahr erklärt hatte, die USA und Israel hätten die nukleare Kapazität des Iran "ausgelöscht". Obwohl israelische Beamte dem Adjektiv "ausgelöscht" nicht zustimmten, waren sich die Israel Atomic Energy Commission und der IDF-Stabschef Lt. Gen. Eyal Zamir einig, dass die Angriffe die nuklearen Ambitionen des Iran "um Jahre, ich wiederhole, Jahre" zurückgeworfen hätten. Nur sieben Monate später werden erneut Bomben auf den Iran abgeworfen, wobei das Ziel diesmal weniger klar ist und sich ständig verschoben hat, wie The Washington Post berichtete.
Goldman Sachs' Einschätzungen zum US-Arbeitsmarkt
Angesichts der anhaltenden Unsicherheit haben die Analysten von Goldman Sachs drei zentrale Schlussfolgerungen über die zukünftige Entwicklung des US-Arbeitsmarktes gezogen, die auf ihrer Expertise basieren:
- Der Einfluss höherer Gaspreise auf den Arbeitsmarkt ist gedämpfter als vor 50 Jahren.
- Schätzungen zum Arbeitsplatzverlust aus verschiedenen Quellen stimmen weitgehend mit dem Basismodell der Federal Reserve überein.
- Traditionelle Arbeitsplatzgewinne in bestimmten Branchen durch gestiegene Preise werden diesmal subtiler ausfallen.
Gedämpfter Einfluss im Vergleich zu früher
Die erste Schlussfolgerung der Goldman Sachs-Analysten besagt, dass der Einfluss höherer Ölpreise auf das Beschäftigungswachstum und die Arbeitslosigkeit heute deutlich geringer ist als in früheren Jahrzehnten. "Erstens stellen wir fest, dass höhere Ölpreise zwar immer noch dazu neigen, das Beschäftigungswachstum zu reduzieren und die Arbeitslosigkeit zu erhöhen, der Einfluss jedoch nur etwa ein Drittel so groß ist wie in den Jahren 1975-1999", erklärten die Analysten. Dies sei wahrscheinlich auf die geringere Ölintensität des US-BIP und den Anstieg der heimischen Schieferölproduktion zurückzuführen.
Übereinstimmung mit dem Fed-Modell
Die zweite Erkenntnis des Teams ist, dass andere Datenquellen mit den Schlussfolgerungen des FRB/US-Berichts der Federal Reserve übereinstimmen. "Diese Schätzungen deuten darauf hin, dass der Ölpreisschock, der durch die Basisprognose unserer Strategen impliziert wird, die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte erhöhen würde", so Goldman Sachs. Dies sei einer der Gründe, warum die Analysten erwarten, dass die Arbeitslosenquote bis zum dritten Quartal 2026 insgesamt um 0,2 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent steigen wird.
Subtilere Jobgewinne in bestimmten Sektoren
Die dritte Schlussfolgerung der Goldman Sachs-Analyse besagt, dass die traditionellen Arbeitsplatzgewinne, die in bestimmten Branchen durch erhöhte Preise entstehen könnten, dieses Mal subtiler ausfallen werden. Dies deutet darauf hin, dass die positiven Effekte, die in der Vergangenheit in einigen Sektoren durch höhere Energiepreise entstanden, in der aktuellen Wirtschaftslage weniger ausgeprägt sein könnten.