Goldpreis auf Rekordhoch: Geopolitik und Fed-Politik treiben Rally an

Goldpreis auf Rekordhoch: Geopolitik und Fed-Politik treiben Rally an

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Der Goldpreis hat am Montag ein neues Allzeithoch überschritten und notierte über 4.400 US-Dollar pro Unze. Analysten führen diesen Anstieg auf eine Kombination aus steigenden geopolitischen Spannungen und einer weicheren Geldpolitik zurück, die das Edelmetall als sicheren Hafen attraktiver macht.

Goldpreis erreicht Rekordhoch

Am Montag stieg der Preis für das Edelmetall auf 4.475 US-Dollar pro Unze (Stand: 11:30 Uhr EDT), was einem Anstieg von fast 68 % seit Jahresbeginn entspricht. Gold gilt traditionell als sichere Anlage und dient oft als Absicherung gegen Inflation. Bret Kenwell, ein US-Investment- und Optionsanalyst bei eToro, kommentierte gegenüber CBS News: "Der Metallhandel war das ganze Jahr über stark, insbesondere bei Gold."

Auch Silber verzeichnete am Montag eine Rally und erreichte bis zum Vormittag 69 US-Dollar. Das Metall ist seit Jahresbeginn um 130 % gestiegen. Laut Analysten sind sowohl Gold als auch Silber auf dem besten Weg, neue Allzeithochs zu erreichen.

Treiber des Goldpreisanstiegs

Geopolitische Spannungen und "Debasement Trade"

Investoren verlagern Gelder in Gold aufgrund einer Vielzahl geopolitischer Faktoren. Alex Kuptsikevich, Chef-Marktanalyst bei FxPro, stellte fest, dass weltweit steigende Anleiherenditen bei gleichzeitiger Schwächung wichtiger globaler Währungen wie des Yen das Interesse am sogenannten "Debasement Trade" wiederbeleben. Diese Strategie beinhaltet die Verlagerung von Geldern aus Fiat-Währungen in Sachwerte wie Gold.

Weitere geopolitische Risiken, darunter die US-Blockade von Öllieferungen aus Venezuela und der Angriff der Ukraine auf einen russischen Schattenflotten-Tanker im Mittelmeer, trugen laut Kuptsikevich ebenfalls dazu bei, dass Investoren am Montag verstärkt in Gold investierten. Diese Unsicherheiten verstärken die Attraktivität von Edelmetallen als sichere Häfen.

Lockere Geldpolitik der Federal Reserve

Eine weichere Geldpolitik könnte ebenfalls den Aufschwung der Goldpreise in diesem Jahr befeuern. Investoren sind nach drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen der Federal Reserve optimistischer gestimmt. Viele an der Wall Street erwarten, dass die Zentralbank ihre Geldpolitik auch 2026 weiter lockern wird.

Trevor Yates, Senior Investment Analyst bei Global X ETFs, erklärte: "Der jüngste Teil der Rally wurde durch die Erwartung eines zunehmend goldfreundlichen Ausblicks für 2026 angetrieben, wobei niedrigere Zinsen und ein potenziell schwächerer Dollar als Rückenwind für das Edelmetall wirken." Die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank, von denen Investoren derzeit zwei für 2026 einpreisen, erhöht die Attraktivität des zinslosen Goldes.

Zentralbankkäufe und ETF-Zuflüsse

Zentralbanken in mehreren Ländern kaufen ebenfalls mehr Gold, was den Preis des Vermögenswerts in die Höhe treibt, so Yates. Die Nachfrage nach dem Edelmetall von Währungsbehörden wie der Nationalbank von Polen ist in den letzten Monaten gestiegen. Laut dem World Gold Council beliefen sich die Goldkäufe der Zentralbanken bis Oktober auf 254 Tonnen, ein langsameres Tempo als in den drei Vorjahren. Yates merkte jedoch an, dass die Bestände der Zentralbanken immer noch weit unter ihren historischen Niveaus liegen.

Ein weiterer wesentlicher Katalysator für die Gold-Rally im Jahr 2025 waren die außergewöhnlichen Zuflüsse in goldgedeckte Exchange Traded Funds (ETFs). Diese ermöglichen Anlegern, in physisches Gold zu investieren, ohne das Metall direkt halten zu müssen. Daten des World Gold Council zeigen, dass die Zuflüsse in diese Fonds im Jahr 2025 erheblich zugenommen haben, wodurch die Gesamtbestände nahe dem Niveau vor der Pandemie liegen. Mitte Dezember 2025 erreichten die globalen Gold-ETF-Gesamtbestände ihren höchsten Stand seit Ende 2022.

Ausblick für 2026

Trotz der Euphorie der Anleger in diesem Jahr könnte die Gold-Rally im Jahr 2026 möglicherweise nicht anhalten. Capital Economics prognostizierte in einer aktuellen Research-Notiz, dass der Preis des Edelmetalls bis Ende nächsten Jahres auf 3.500 US-Dollar fallen könnte. Dieser Rückgang würde sich auch negativ auf die Silberpreise auswirken. "So geht Gold, so geht Silber: Das Ende des spekulativen Booms beim ersteren wird auch die Rally beim letzteren beenden", so Capital Economics.

Andere Analysten vertreten eine optimistischere Einschätzung. Trevor Yates erwartet, dass niedrigere Zinsen und ein potenziell schwacher US-Dollar die Argumente für Sachwerte wie Silber im nächsten Jahr stärken werden. Er äußerte sich zuversichtlich: "Insgesamt glauben wir weiterhin, dass wir uns in den frühen Phasen einer breiteren Edelmetall-Rally befinden und bleiben sowohl für Gold als auch für Silber konstruktiv." Die Prognose für den XAUUSD am 22. Dezember 2025 ist vollständig bullisch für Gold, mit einem potenziellen Anstieg auf 4.450 USD oder sogar das psychologische Niveau von 4.500 USD.

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