Goldpreis über $5.000: Historischer Anstieg durch globale Unsicherheit

Goldpreis über $5.000: Historischer Anstieg durch globale Unsicherheit

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Der Goldpreis hat am Montag, dem 26. Januar, einen historischen Meilenstein erreicht und erstmals über der Marke von 5.000 US-Dollar pro Feinunze eröffnet. Dieser signifikante Anstieg spiegelt eine verstärkte Nachfrage nach dem Edelmetall als sicherem Hafen wider, getrieben durch eine Gemengelage aus geopolitischen Unsicherheiten und wirtschaftlichen Entwicklungen.

Historischer Meilenstein für Gold

Die Gold-Futures (GC=F) eröffneten am Montag bei $5.013,40 pro Feinunze, was einem Anstieg von 0,7% gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag ($4.979,70) entspricht. Dies markierte das erste Mal, dass der Goldpreis über $5.000 eröffnete. Im weiteren Verlauf des Tages kletterte der Spotpreis auf einen Rekordwert nahe $5.090 und erreichte zeitweise sogar über $5.110, bevor er sich bei $5.089 einpendelte.

Die Performance des Goldpreises ist bemerkenswert: Im Vergleich zur Vorwoche stieg er um 8,8%, zum Vormonat um 11,1% und zum Vorjahr um beeindruckende 81,7%. Dieser Jahresgewinn ist der höchste in den Jahren 2025 und 2026. Seit dem 1. Januar 2026 haben die Preise bereits über 17% zugelegt, und seit der Amtseinführung von Präsident Trump vor etwas über einem Jahr ist der Goldpreis um fast 90% gestiegen.

Geopolitische Spannungen treiben Safe-Haven-Nachfrage

Ein wesentlicher Treiber für den Anstieg des Goldpreises ist die zunehmende Instabilität in den US-Außenbeziehungen und globale geopolitische Unsicherheiten. Präsident Trump drohte am Wochenende mit einem 100%-Zoll auf alle kanadischen Importe, sollte Kanada "einen Deal mit China machen". Diese Drohung bezieht sich wahrscheinlich auf eine kürzlich angekündigte Handelspartnerschaft Kanadas mit China, die chinesische Elektrofahrzeuge und kanadische Agrarprodukte umfasst.

Bereits in der Vorwoche trugen Trumps Drohungen gegen europäische Verbündete der USA bezüglich Grönland zum Anstieg des Goldpreises über $4.900 pro Unze bei. Die chaotische Politik und die Proklamationen des US-Präsidenten sowie die steigenden Ängste vor einem weiteren US-Shutdown nach Drohungen der Demokraten, die Finanzierung des Heimatschutzministeriums zu blockieren, verstärken die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen zusätzlich.

Wirtschaftliche Faktoren und der US-Dollar

Neben den geopolitischen Ereignissen spielen auch wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Der US-Dollar hat sich im Jahresverlauf in negatives Terrain bewegt, gemessen am U.S. Dollar Index (DX-Y.NYB), und ist ein konkurrierendes Asset zu Gold. Erwartungen an Zinssenkungen in den Vereinigten Staaten erhöhen ebenfalls die relative Attraktivität von Gold.

Es gibt zudem Bedenken, dass die Trump-Administration Schritte unternehmen könnte, um den US-Dollar zu schwächen, um die heimische Fertigungsbasis zu revitalisieren. Ein schwächerer Dollar würde den Wert amerikanischer Vermögenswerte wie Staatsanleihen untergraben, was Gold als ultimative Wertanlage attraktiver macht – ein Phänomen, das als "Debasement Trade" bezeichnet wird. Steve Miller, ein Investmentstrategieberater bei GSFM, merkte an, dass er in seinen vier Jahrzehnten in den Finanzmärkten nichts Vergleichbares gesehen habe und verglich die Situation mit dem zweiten Ölschock und der Inflationsangst der späten 1970er und frühen 1980er Jahre.

Starke strukturelle Unterstützung

Der aktuelle Aufwärtstrend des Goldpreises wird durch mehrere strukturelle Faktoren verstärkt. Anhaltende Käufe durch Zentralbanken bleiben eine wichtige Säule der Nachfrage; China beispielsweise setzte seine Goldkäufe im Dezember den vierzehnten Monat in Folge fort. Gleichzeitig verzeichneten goldgedeckte Exchange Traded Funds (ETFs) Rekordzuflüsse, was Anlegern ermöglicht, vom Metall zu profitieren, ohne physisches Gold halten zu müssen.

Dieser breitere Aufwärtszyklus begann bereits 2025, hat sich aber Anfang dieses Jahres stark intensiviert. Gold verzeichnete 2025 einen jährlichen Gewinn von 64%, die stärkste Performance seit den späten 1970er Jahren.

Analysten überrascht vom Tempo des Anstiegs

Das Tempo, mit dem Gold die $5.000-Marke erreichte, überraschte Teile des Marktes. Nur wenige Tage zuvor lagen die Preise noch bei rund $4.800 pro Unze, ein Niveau, das bereits einige Prognosen vom Jahresanfang übertroffen hatte. Morgan Stanley prognostizierte Anfang Januar einen Goldpreis von $4.800 pro Unze für das vierte Quartal 2026. Andere Institutionen wie JPMorgan, Bank of America und die Beratungsfirma Metals Focus hatten die Möglichkeit von Preisen über $5.000 zwar in Betracht gezogen, jedoch über einen längeren Zeithorizont.

Steve Miller von GSFM ist der Meinung, dass Gold durchaus weiteres Aufwärtspotenzial haben könnte und Anleger vor Turbulenzen in anderen Anlageklassen schützen kann.

Goldpreise verstehen: Spot vs. Futures

Für Anleger ist es wichtig, die verschiedenen Formen der Goldpreisnotierung zu kennen. Der Spotpreis von Gold ist der aktuelle Marktpreis pro Unze für physisches Gold als Rohmaterial. Gold-ETFs, die durch physische Goldbestände gedeckt sind, folgen in der Regel dem Gold-Spotpreis. Dieser Spotpreis ist niedriger als der Preis, den man für Goldmünzen, Barren oder Schmuck zahlen würde, da der Endpreis einen Aufschlag, das sogenannte Gold-Premium, enthält, das Raffination, Marketing, Händlerkosten und Gewinne abdeckt.

  • Gold-Futures* sind Verträge, die eine Goldtransaktion zu einem bestimmten Preis an einem zukünftigen Datum vorschreiben. Diese Kontrakte sind börsengehandelt und liquider als physisches Gold. Sie werden entweder finanziell oder durch physische Lieferung zum Verfallsdatum des Kontrakts oder früher abgewickelt.

Einflussfaktoren auf den Goldpreis

Die Gold-Spotpreise und Gold-Futures-Preise werden maßgeblich durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Zu den Faktoren, die Angebot und Nachfrage beeinflussen, gehören:

Auswirkungen für Gold produzierende Länder

Für mehrere afrikanische Länder, in denen Gold eine strategische Ressource darstellt, haben Preisbewegungen eine besondere Bedeutung. Gold macht dort einen erheblichen Anteil an Exporten, Steuereinnahmen und in einigen Fällen auch an Devisenzuflüssen aus, wie beispielsweise in Mali.

Auch andere Edelmetalle im Aufwind

Der Aufwärtstrend beschränkt sich nicht nur auf Gold. Spot-Silber stieg kurzzeitig über $110 pro Unze, nachdem es in der Vorwoche erstmals die $100-Marke überschritten hatte. Silberpreise bauen auf einem Anstieg von 147% im letzten Jahr auf. Auch Platin und Palladium verzeichneten starke Zuwächse und erreichten Rekord- bzw. Mehrjahreshochs, da knappe Angebotsbedingungen und momentumgetriebene Käufe den gesamten Edelmetallkomplex weiter antreiben.

Am Freitag schloss der MCX Goldpreis bei ₹1,55,963 pro 10 Gramm (-0,24%), während der MCX Silberpreis um 2,23% auf ₹3,34,600 pro kg stieg. Am Montag, dem 26. Januar 2026, gab es aufgrund des Republic Day einen Handelsfeiertag für MCX Gold und Silber; der Handel wird am Dienstag, dem 27. Januar 2026, wieder aufgenommen.

Erwähnte Persönlichkeiten