
Goliath Ventures: Kryptofirma meldet Insolvenz nach 328 Mio. $ Ponzi-Schema
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Goliath Ventures, ein Kryptounternehmen mit Sitz in Orlando, Florida, hat nach der Verhaftung seines Gründers Christopher Delgado wegen Betrugsvorwürfen Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, ein Ponzi-Schema im Wert von mindestens 328 Millionen US-Dollar betrieben zu haben, das über 2.000 Investoren schädigte. Eine Sammelklage gegen JPMorgan Chase ist ebenfalls im Gange.
Goliath Ventures beantragt Gläubigerschutz nach Betrugsvorwürfen
Goliath Ventures, ein Kryptounternehmen mit Sitz in Orlando, Florida, hat am 16. März Insolvenz nach Chapter 11 beantragt. Dies berichtete Bondoro am 16. März, und TheStreet bestätigte dies am 28. März (KST). Der Antrag erfolgte beim U.S. Bankruptcy Court for the Southern District of Florida.
Die Einreichung des Antrags folgt auf die Verhaftung des Gründers und CEO, Christopher Delgado, am 24. Februar. Delgado, dessen Unternehmen früher Gen-Z Venture Firm hieß, wurde wegen Drahtbetrugs und Geldwäsche angeklagt. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 30 Jahre Haft im Bundesgefängnis.
Was ist Chapter 11-Insolvenz?
Chapter 11 ist ein gerichtlich überwachtes Restrukturierungsverfahren, das Unternehmen, einschließlich Kryptofirmen, die Möglichkeit gibt, ihren Betrieb zu stabilisieren. Es ermöglicht eine vorübergehende Aussetzung von Kundenabhebungen und die Rückzahlung von Gläubigern, anstatt Vermögenswerte sofort zu liquidieren.
Unter dieser Form der Insolvenz kann ein Unternehmen unter gerichtlicher Aufsicht weitergeführt werden, während es seine Schulden umstrukturiert. Dies soll eine geordnete Abwicklung oder Sanierung ermöglichen.
Die Vorwürfe: Ein 328-Millionen-Dollar-Ponzi-Schema
Die Behörden beschuldigen Christopher Delgado, Goliath Ventures zwischen Januar 2023 und Januar 2026 als Ponzi-Schema betrieben zu haben. Investoren wurden unter falschen Versprechungen monatlicher Renditen aus Krypto-Liquiditätspools dazu gebracht, erhebliche Summen zu investieren.
Tatsächlich wurden die Gelder laut Behörden dazu verwendet, angebliche Renditen an frühere Investoren auszuzahlen, Kapital an Investoren zurückzuzahlen sowie extravagante Geschäftsveranstaltungen und luxuriöse Reiseunterkünfte der Firma zu finanzieren. "Basierend auf diesen falschen und betrügerischen Darstellungen erhielt Goliath mindestens 328 Millionen US-Dollar von geschädigten Investoren", so die Behörden.
Insgesamt sollen durch diese betrügerischen Darstellungen mindestens 328 Millionen US-Dollar von über 2.000 geschädigten Investoren erlangt worden sein. Delgado wird zudem vorgeworfen, vier Wohnimmobilien im Wert zwischen 1,15 Millionen und 8,5 Millionen US-Dollar erworben zu haben. Zu den am stärksten betroffenen Opfern gehören Gregory Wilson mit 8,74 Millionen US-Dollar und John Euliano mit 1,28 Millionen US-Dollar, wie aus den Insolvenzakten hervorgeht.
Die Rolle von JPMorgan Chase
Im Zusammenhang mit dem Goliath Ventures-Skandal wurde diesen Monat eine Sammelklage gegen JPMorgan Chase (NYSE: JPM) eingereicht. Die Kläger werfen der Wall-Street-Bank vor, verdächtige Transaktionen von Goliath Ventures ignoriert zu haben.
Die Klage behauptet zudem, dass die Partnerschaft der Bank mit Coinbase (Nasdaq:), der größten US-Kryptobörse, dazu beigetragen habe, dass das Ponzi-Schema dieses Ausmaß erreichen konnte.
Konsequenzen und Ausblick
Die Insolvenzanmeldung von Goliath Ventures und die Verhaftung des Gründers unterstreichen die Risiken im Kryptomarkt und die Notwendigkeit strenger Aufsicht. Das Chapter 11-Verfahren soll nun eine geordnete Abwicklung der Forderungen der geschädigten Investoren ermöglichen.
Die laufenden Ermittlungen und die Sammelklage gegen JPMorgan Chase könnten weitere Einblicke in die Funktionsweise des Betrugs und die Verantwortlichkeiten beteiligter Parteien liefern.