
Google nutzt KI im Kampf gegen Online-Betrug und Spam in der Werbung
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Künstliche Intelligenz (KI) spielt eine entscheidende Rolle bei der Erstellung von Online-Spam und Betrug, wird aber gleichzeitig von Technologiegiganten wie Google als mächtiges Werkzeug zur Bekämpfung dieser Bedrohungen eingesetzt. Die Zugänglichkeit generativer KI-Tools hat das Problem von Online-Spam und Scams, das seit den Anfängen des Internets besteht, erheblich verschärft. Während Betrüger diese sich ständig weiterentwickelnde Technologie nutzen, verfeinern Tech-Unternehmen ihre internen KI-Systeme, um die Flut einzudämmen.
Das Dilemma der KI im Online-Betrug
Werbeanzeigen für wundersame Kräuterheilmittel oder Videos mit Stimmen, die berühmten Persönlichkeiten zum Verwechseln ähnlich sind, sind nur einige Beispiele für Online-Spam und Betrug, die wahrscheinlich mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden. Nate Elliott, ein leitender Analyst bei Emarketer, beschreibt die Situation treffend: „Es ist kein neues Problem. Es ist ein altes Problem, das durch KI extrem verstärkt wurde.“ Der größte Unterschied liege in der Geschwindigkeit und dem Ausmaß, das KI sowohl den guten als auch den schlechten Akteuren biete.
Googles KI-gestützte Verteidigung
Google hat am Donnerstag seinen jährlichen Bericht zur Anzeigensicherheit veröffentlicht. Darin wird anerkannt, dass Betrüger zunehmend versuchen, ausgeklügelte, bösartige Anzeigen zu schalten, gleichzeitig aber betont, dass die KI-gestützten Tools des Unternehmens starke Verteidiger sind. Googles generative KI-Technologie namens Gemini konnte im letzten Jahr über 99 % der gegen Richtlinien verstoßenden Anzeigen abfangen, bevor sie überhaupt ein Publikum erreichten.
Zahlen und Erfolge im Kampf gegen Betrug
Im Jahr 2025 blockierte oder entfernte das Unternehmen mehr als 8,3 Milliarden Anzeigen. Darunter waren 602 Millionen Anzeigen mit Richtlinienverstößen, die eng mit Betrug in Verbindung stehen. Zudem wurden über 4 Millionen Werbetreibendenkonten aufgrund von betrugsbezogenen Aktivitäten gesperrt.
Google ist seit Langem eine dominierende Kraft in der digitalen Werbewelt und erzielte laut Emarketer im letzten Jahr weltweite Netto-Werbeeinnahmen von über 200 Milliarden US-Dollar. Allerdings prognostiziert das Forschungsunternehmen, dass Meta Google im Jahr 2026 übertreffen wird.
Gemini: Präzision und Geschwindigkeit
Google beschäftigt Tausende von Mitarbeitern, die an der Erstellung und Durchsetzung seiner Werberichtlinien arbeiten. Keerat Sharma, Googles Vizepräsident und General Manager für Anzeigen-Datenschutz und -Sicherheit, erklärte, dass der Fortschritt generativer KI als Teil von Googles Verteidigungssystem zu leistungsstärkeren Ergebnissen bei der Bekämpfung problematischer Inhalte geführt hat.
Gemini ermöglicht es dem Team nun, Hunderte von Milliarden Signalen zu analysieren. Dazu gehören:
- Kontenalter
- Verhaltensmuster
- Kampagnenmuster
Dies hilft, die „Nuance der tatsächlichen Absicht eines Werbetreibenden“ besser zu verstehen, so Sharma. Dadurch kann die Legitimität oder eine potenziell bösartige Absicht weitgehend bestimmt werden. Diese präzisere Erkennung hat auch dazu beigetragen, dass Anzeigen seriöser Unternehmen online bleiben konnten, wobei der Bericht eine Reduzierung fehlerhafter Werbetreibenden-Sperrungen um 80 % im letzten Jahr aufzeigt.
Sharma betonte auch den Geschwindigkeitsvorteil von Gemini. Die Analyse digitaler Assets in einer Anzeige dauerte früher Sekunden bis Minuten oder sogar länger, kann aber jetzt in Millisekunden erfolgen. Dies „ermöglicht es uns, Dinge direkt an der Haustür zu stoppen“, sagte er. Google setzt zudem auf weitere Verteidigungsmechanismen, wie ein umfassendes Werbetreibenden-Verifizierungsprogramm, die zusammenwirken, um den Schutz zu verstärken.
Die Zukunft des Kampfes: KI gegen KI
Die Art der Inhalte, die Google blockieren und entfernen möchte, ist vielfältig. Schlechte Anzeigen können „alle Formen von Spam und Betrug annehmen, die es schon immer gab, nur dass die Leute sie schneller und in größerem Umfang produzieren können“, so Elliott. Experten sind sich einig, dass das Kräftemessen zwischen KI-gestützten Betrugsversuchen und KI-gestützten Abwehrmechanismen mit fortschreitender Technologie anhalten wird. Matt Seitz, Direktor des AI Hub an der University of Wisconsin-Madison, prognostiziert: „Wir sind schon nah dran, aber es wird noch mehr darauf hinauslaufen, dass es nur noch KI gegen KI ist.“ Das Ausmaß dieses Problems sei so groß, dass es nicht direkt von Menschen bewältigt werden könne.