
Google warnt Visa-Mitarbeiter vor US-Ausreise wegen langer Wartezeiten
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Google hat einige seiner visumsabhängigen Mitarbeiter davor gewarnt, die USA zu verlassen. Grund sind erhebliche Verzögerungen bei der Wiedereinreise, die bis zu einem Jahr dauern können. Diese Situation betrifft verschiedene Visakategorien und ist auf verschärfte Prüfverfahren zurückzuführen.
Google warnt vor langen Wartezeiten bei der Wiedereinreise
Google hat Mitarbeiter, die für die Wiedereinreise in die USA einen Visumstempel benötigen, vor internationalen Reisen gewarnt. Ein internes Memo der externen Rechtsberatung BAL Immigration Law, das Business Insider vorliegt, empfiehlt, das Land nicht zu verlassen. Die Begründung sind "signifikante Verzögerungen bei Visumstempel-Terminen", die aktuell bis zu 12 Monate betragen können.
Das am Donnerstag versandte Memo warnt davor, dass Mitarbeiter, die international reisen, "einen längeren Aufenthalt außerhalb der USA riskieren" könnten. Google selbst lehnte eine Stellungnahme ab. Die Warnung betrifft Visakategorien wie H-1B, H-4, F, J und M.
Ursachen der Verzögerungen: Verschärfte Prüfungen
Die Verzögerungen an US-Konsulaten und Botschaften weltweit sind auf die Einführung neuer Anforderungen zur Überprüfung von Social-Media-Profilen zurückzuführen. Diese betreffen H-1B-Visumsinhaber und deren Angehörige sowie Studenten und Austauschbesucher auf F-, J- und M-Visa.
Ein Sprecher des US-Außenministeriums bestätigte gegenüber Business Insider, dass "Online-Präsenz-Überprüfungen für Antragsteller" durchgeführt werden. Die Priorität liege nun auf der "gründlichen Überprüfung jedes Visumsfalls über alles andere", anstatt auf einer schnellen Bearbeitung. Termine in Irland und Vietnam wurden laut der Einwanderungsfirma Reddy Neumann Brown PC ebenfalls verschoben.
Risiken für Fachkräfte und Unternehmen
Die verschärften Prüfungen können selbst routinemäßige Auslandsreisen für Visumsinhaber komplizieren. Ein H-1B-Arbeitnehmer, der die USA verlässt, um einen neuen Visumstempel zu erhalten, kann bei einer Absage oder Verzögerung des Konsulatstermins monatelang im Ausland festsitzen.
Immigrationsanwalt Jason Finkelman rät seinen Klienten: "Wenn Reisen im Moment nicht unerlässlich ist, ist es besser, zu bleiben." Das H-1B-Programm, das auf 85.000 neue Visa pro Jahr begrenzt ist, ist ein zentraler Kanal für die Einstellung qualifizierter ausländischer Arbeitskräfte in den USA.
H-1B-Visum im Fokus der Politik
Tech-Giganten wie Amazon, Google, Microsoft und Meta gehören seit Jahren zu den größten Nutzern des H-1B-Visums. Das Visum ist in der Regel bis zu drei Jahre gültig und kann verlängert werden.
Unter der Trump-Administration wurde das H-1B-Programm zu einem politischen Streitpunkt. Im September wurde eine Gebühr von 100.000 US-Dollar für neue H-1B-Visa eingeführt. Die Regierung sieht die H-1B-Visa als Bedrohung für amerikanische Arbeitsplätze, während Kritiker und Arbeitgeber argumentieren, dass die Maßnahmen die Einstellung neuer Fachkräfte erschweren und verteuern.