
Grippewelle in den USA: Arztbesuche auf Höchststand seit 1997
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Die Vereinigten Staaten verzeichnen derzeit einen signifikanten Anstieg der Grippefälle, wobei die Arztbesuche aufgrund grippeähnlicher Erkrankungen den höchsten Stand seit Jahrzehnten erreicht haben. Daten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen eine landesweite Eskalation der Grippeaktivität, die weitreichende Auswirkungen auf das Gesundheitssystem hat.
Aktuelle Lage der Grippewelle in den USA
Die CDC schätzt, dass es mit Stand vom 27. Dezember mindestens 11 Millionen Grippefälle, 120.000 Krankenhausaufenthalte und 5.000 Todesfälle gegeben hat. Darunter sind neun grippebedingte Todesfälle bei Kindern zu verzeichnen. Ein alarmierender Indikator ist der Anteil der ambulanten Arztbesuche: 8,2 % aller landesweiten Arztbesuche waren auf grippeähnliche Erkrankungen zurückzuführen. Dies ist der höchste Wert, der seit 1997 registriert wurde.
Die geografische Ausbreitung der Grippe ist ebenfalls besorgniserregend. Aktuell weisen 48 Jurisdiktionen "hohe" oder "sehr hohe" Grippeaktivitätsniveaus auf, eine deutliche Zunahme gegenüber den 32 Jurisdiktionen der Vorwoche. Nur vier Jurisdiktionen meldeten niedrige oder minimale Grippewerte, während für Nevada "unzureichende Daten" vorliegen. Die CDC misst die Aktivität anhand des Anteils ambulanter Besuche bei Gesundheitsdienstleistern für influenzaähnliche Erkrankungen, die Fieber plus Husten oder Halsschmerzen umfassen.
Der H3N2-Subtyp als Treiber der Welle
Experten zufolge wird die diesjährige Grippewelle maßgeblich durch einen neuen Subtyp der Influenza A, genannt H3N2 (insbesondere die Variante Subklade K), angetrieben. Dieser Stamm verbreitet sich schnell und ist bekannt dafür, schwere Grippesaisons zu verursachen, insbesondere bei Senioren, da er für das Immunsystem schwerer zu erkennen ist.
Zwischen dem 20. und 27. Dezember wurden von 994 positiv auf Grippe getesteten Influenzaviren 971 als Influenza A identifiziert. Bei der Subtypisierung von 600 dieser Proben wurden 91,2 % als H3N2 befunden. Dieser Stamm zirkuliert bereits seit dem Sommer und war ein signifikanter Faktor für Grippespitzen in Ländern wie Kanada, Japan und dem Vereinigten Königreich.
Impfquoten und Kontroversen um Empfehlungen
Trotz der ernsten Lage sind die Impfquoten gegen die Grippe relativ unverändert geblieben. Die CDC schätzt, dass in diesem Jahr etwa 130 Millionen Dosen des Grippeimpfstoffs verabreicht wurden. Die Impfraten liegen sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern bei etwa 42 %.
Zusätzlich zu den niedrigen Impfquoten haben jüngste Änderungen der CDC an ihrem empfohlenen Impfplan für Kinder für Diskussionen gesorgt. Die Aktualisierungen besagen, dass Kinder, die kein hohes Risiko aufweisen, in "gemeinsamer klinischer Entscheidungsfindung" mit ihrem Arzt über eine Grippeimpfung entscheiden sollten. Die American Academy of Pediatrics (AAP) bezeichnete diese Änderungen als "gefährlich" und kündigte an, weiterhin ihre eigenen Empfehlungen zu teilen. Dr. Ronald G. Nahass, Präsident der Infectious Diseases Society of America, äußerte in einer Erklärung, dass "diese Änderungen inmitten anhaltender Ausbrüche impfpräventabler Krankheiten eine Missachtung der tatsächlichen Verwirrung zeigen, mit der Familien bereits konfrontiert sind."
Ausblick und Prävention
Gesundheitsexperten warnen, dass die Grippeaktivität in den kommenden Wochen voraussichtlich weiter ansteigen wird und der Höhepunkt der Saison wahrscheinlich noch nicht erreicht ist. Die CDC empfiehlt weiterhin die jährliche Grippeimpfung für alle Personen ab sechs Monaten, mit wenigen Ausnahmen.
Darüber hinaus betonen Gesundheitsbehörden die Bedeutung guter Handhygiene und des Zuhausebleibens bei Krankheit, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Kinder und junge Erwachsene sind die Haupttreiber dieses Anstiegs, wobei etwa 35 % der ambulanten Besuche Personen unter 24 Jahren betreffen und Kinder unter fünf Jahren etwa 20 % dieser Besuche ausmachen.