
Grönland-Spannungen belasten Märkte: Krypto gemischt, Gold gefragt
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Die globalen Finanzmärkte zeigten sich am Montag von geopolitischen Spannungen rund um Grönland beeinflusst. Die Risikobereitschaft der Anleger sank, was sich in gemischten Bewegungen auf dem Kryptomarkt und Rückgängen bei traditionellen Anlagen widerspiegelte. Insbesondere die Äußerungen von Donald Trump zur "vollständigen und totalen Kontrolle" über Grönland und damit verbundene Zolldrohungen trugen zur Unsicherheit bei.
Geopolitische Spannungen belasten Märkte
Die geopolitische Lage verschärfte sich, nachdem Donald Trump in einem Brief an den norwegischen Premierminister Jonas Gahr Stoere erklärte, er sei nicht länger verpflichtet, "rein an den Frieden zu denken", und seine Forderung nach "vollständiger und totaler Kontrolle" über Grönland bekräftigte. Diese Äußerungen und damit verbundene Zolldrohungen gegen Länder, die sich seinem Vorhaben widersetzen, entfachten die Handelsspannungen neu.
Die Europäische Union erwägt als Reaktion Tarife auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro (108 Milliarden US-Dollar). Der französische Präsident Emmanuel Macron beabsichtigte, die Aktivierung des sogenannten Anti-Zwangs-Instruments der EU zu beantragen. Der deutsche Politiker Friedrich Merz äußerte sich jedoch am Montag weniger bereit, diese Gegenmaßnahme zu ergreifen, da Deutschland stärker von Exporten abhängig sei. Die potenziellen Zölle würden Dänemark, Norwegen, Schweden, Frankreich, Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Finnland betreffen.
Kryptowährungen zeigen gemischtes Bild
Der globale Kryptowährungsmarkt verzeichnete eine moderate Korrektur. Die gesamte Marktkapitalisierung lag bei 3,13 Billionen US-Dollar, nach einem leichten Rückgang von 0,18 % in den letzten 24 Stunden.
Die führenden Kryptowährungen konnten am Montag keine Rallye starten. Die Preise (Stand 8:20 p.m. ET) entwickelten sich wie folgt:
- **Bitcoin (BTC)**: -0,12 % auf 92.635,81 US-Dollar
- **Ethereum (ETH)**: -1,06 % auf 3.182,04 US-Dollar
- **XRP (XRP)**: +1,33 % auf 1,97 US-Dollar
- **Solana (SOL)**: -0,38 % auf 133,58 US-Dollar
- **Dogecoin (DOGE)**: +1,01 % auf 0,1283 US-Dollar
Bitcoin konsolidierte über Nacht zwischen 92.000 und 93.300 US-Dollar, während das Handelsvolumen in den letzten 24 Stunden um fast 10 % anstieg. Ethereum tauchte am Abend auf ein Intraday-Tief von 3.166 US-Dollar ab, nachdem es den größten Teil des Tages seitwärts gehandelt hatte. XRP und Dogecoin hingegen notierten im grünen Bereich.
Der Derivatemarkt beruhigte sich nach dem Crash vom Sonntag. Laut Coinglass wurden in den letzten 24 Stunden über 100 Millionen US-Dollar aus dem Markt liquidiert. Das Open Interest von Bitcoin stieg in den letzten 24 Stunden um 0,73 %. Der Prozentsatz der Binance-Händler mit Long-BTC-Positionen stieg laut dem Long/Short Ratio von 60 % auf 67 %. Das "Fear"-Sentiment dominierte den Markt, wie der Crypto Fear & Greed Index zeigte.
Zu den Top-Gewinnern der letzten 24 Stunden (Marktkapitalisierung > 100 Millionen US-Dollar) gehörten:
- Oasis (ROSE): +38,96 % auf 0,01892 US-Dollar
- River (RIVER): +12,60 % auf 30,64 US-Dollar
- Midnight (NIGHT): +12,23 % auf 0,06211 US-Dollar
Traditionelle Märkte reagieren mit Rückgängen
Auch die traditionellen Aktienmärkte zeigten sich von den geopolitischen Spannungen betroffen. Die Aktienfutures fielen über Nacht am Montag. Die Dow Jones Industrial Average Futures sanken um 455 Punkte oder 0,92 % (Stand 7:38 p.m. EDT). Futures, die an den S&P 500 gebunden sind, gaben 1 % nach, während die Nasdaq 100 Futures 1,17 % verloren. Die New York Stock Exchange und die Nasdaq werden am Dienstag zum regulären Handel öffnen.
Asiatische Aktien fielen um 0,6 %, und europäische Aktien erlebten ihren schlechtesten Tag seit November. In Japan stieg die 40-jährige Anleiherendite am Dienstag auf 4 %, den höchsten Stand seit ihrer Einführung im Jahr 2007. Japanische Aktien fielen, nachdem Premierministerin Sanae Takaichi offiziell vorgezogene Neuwahlen für den nächsten Monat ausgerufen hatte. Die US-Staatsanleihen fielen ebenfalls, und längerfristige US-Renditen stiegen, da Trumps unberechenbare Politik den "Sell America"-Handel wiederbelebte und Bedenken hinsichtlich der fiskalischen Lage des Landes schürte.
Flucht in sichere Häfen und Analystenstimmen
Die Nachfrage nach sicheren Häfen stieg. Spot-Silber erreichte ein neues Allzeithoch von 4.680 US-Dollar pro Unze. Spot-Gold handelte 0,24 % höher bei 4.668 US-Dollar pro Unze, nachdem es ebenfalls Rekordhöhen erreicht hatte. Der Dollar legte gegenüber fast allen wichtigen Währungen leicht zu.
Weit beachtete Krypto-Analysten äußerten sich zu den aktuellen Marktbewegungen. Der Analyst und Trader Ali Martinez identifizierte 91.824 US-Dollar als das Unterstützungsniveau, das die weitere Entwicklung von Bitcoin bestimmen könnte. Für Ethereum nannte Martinez 3.085 US-Dollar als das Niveau, das die Kryptowährung halten muss, um eine anhaltende bullische Tendenz zu gewährleisten.
Michaël van de Poppe, ein weiterer bekannter Marktkommentator, sagte, dass ein Schlusskurs von Bitcoin über 93.000 US-Dollar ein "gutes Signal" wäre und zu einer Folgerallye führen könnte. Laut Alexandre Baradez, Chef-Marktanalyst bei IG in Paris, ist die "Nervosität spürbar". Er fügte hinzu, dass angesichts der vielen sich auftürmenden Probleme – von Kreditkarten über die Unabhängigkeit der Fed bis hin zu Zöllen – kein Grund bestehe, dass die Aktienmärkte weiterhin neue Rekorde brechen sollten. Garfield Reynolds vom MLIV Asia Team von Bloomberg merkte an, dass die negativen Auswirkungen von Präsident Trumps disruptiver Politik bei Anlegern zumindest eine Zurückhaltung beim Hinzufügen von US-Vermögenswerten zu erzeugen scheinen. Es gebe klare Anzeichen dafür, dass Händler sich auf eine Wiederbelebung des letztjährigen "Sell America"-Themas positionieren.