Grönland-Spannungen: Riss zwischen MAGA und Europas Rechter

Grönland-Spannungen: Riss zwischen MAGA und Europas Rechter

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Die Pläne von US-Präsident Donald Trump, die Kontrolle über Grönland zu übernehmen, haben eine tiefe Kluft in die einst enge Verbindung zwischen der MAGA-Bewegung und Europas Rechtspopulisten getrieben. Diese Spannungen deuten darauf hin, dass eine bloße ideologische Übereinstimmung nicht ausreicht, um die Bedenken europäischer Nationalisten hinsichtlich Trumps Interventionismus im Ausland zu zerstreuen.

Europäische Kritik an Trumps Grönland-Politik

Führende Persönlichkeiten der extremen Rechten in Deutschland, Italien und Frankreich haben Trumps Grönland-Pläne scharf kritisiert. Selbst Nigel Farage, ein langjähriger Verbündeter Trumps und Vorsitzender der Reform UK Partei, bezeichnete Trumps Vorgehen in Grönland als „einen sehr feindseligen Akt“. Während einer Debatte im Europäischen Parlament unterstützten rechtsextreme Abgeordnete, die normalerweise mit Trump verbündet sind, mehrheitlich die Aussetzung eines EU-US-Handelsabkommens. Sie äußerten Bedenken über Trumps Drohungen, die sie als „Nötigung“ und „Bedrohung der Souveränität“ bezeichneten.

Die deutsche Alternative für Deutschland (AfD), die lange Zeit enge Beziehungen zur Trump-Administration suchte, distanziert sich nun. Alice Weidel, eine der AfD-Bundesvorsitzenden, erklärte, Trump habe „ein fundamentales Wahlversprechen verletzt, nämlich sich nicht in andere Länder einzumischen“. Tino Chrupalla, der andere AfD-Bundesvorsitzende, kritisierte die „Wild-West-Methoden“ Trumps, auch wenn er die Verfolgung amerikanischer Interessen innerhalb der „Einflusssphäre“ der USA teilweise verteidigte. Umfragen zeigen, dass nur 12 Prozent der Deutschen Trumps Leistung positiv bewerten und lediglich 15 Prozent die USA als vertrauenswürdigen Partner ansehen.

Frankreich und Italien äußern Bedenken

Auch Frankreichs rechtsextremer Rassemblement National (RN) hat sich von der US-Administration distanziert. Jordan Bardella, der 30-jährige Präsident des RN und MEP, lobte zwar noch im Vormonat Trumps nationalistische Ansichten, kritisierte aber in seiner Neujahrsansprache die US-Militärintervention in Venezuela zur Gefangennahme des damaligen Präsidenten Nicolás Maduro als „ausländische Einmischung“, die „den wirtschaftlichen Interessen amerikanischer Ölkonzerne“ diene. Bardella verurteilte zudem Trumps „kommerzielle Erpressung“ bezüglich Grönland und betonte: „Unsere Unterwerfung wäre ein historischer Fehler.“

Die italienische Premierministerin Giorgia Meloni, eine weitere Trump-Verbündete, äußerte ähnliche Bedenken. In einem Interview im Rai-Fernsehen erklärte sie, sie habe Trump in einem Telefonat mitgeteilt, dass seine Drohung mit Zöllen wegen Grönland „ein Fehler“ sei.

Uneinigkeit im Osten Europas

Die Reaktionen unter den europäischen rechten Führern sind jedoch nicht einheitlich. Der ungarische Premierminister Viktor Orbán, der oft als Wegbereiter von Trumps illiberalem Populismus gilt, hat es vermieden, den US-Präsidenten auch nur im Geringsten zu kritisieren. Angesichts der wohl schwierigsten Wahl seiner 16-jährigen Amtszeit im April hat Orbán seine politische Identität um seine Affinität zu Trump aufgebaut und verspricht den Wählern, dass seine enge Beziehung zum Präsidenten erhebliche Vorteile bringen wird.

Orbán hat Trumps Drohungen bezüglich Grönland und die Gefangennahme Maduros entweder als vorteilhaft für Ungarn oder als dessen Angelegenheit dargestellt. Er bezeichnete Trumps Grönland-Pläne als „interne Angelegenheit“ und „NATO-Angelegenheit“, die innerhalb der NATO diskutiert werden könne. Trotz seines vehementen Eintretens für nationale Souveränität lobte Orbán auch das US-Vorgehen in Venezuela, nannte das Land einen „Narco-Staat“ und deutete an, dass Maduros Sturz Ungarn durch zukünftig günstigere Ölpreise auf den Weltmärkten zugutekommen könnte.

Ähnliche Positionen zeigten sich bei rechtsextremen Führern an der Ostflanke der EU. Der polnische Präsident Karol Nawrocki forderte in Davos, die Spannungen um Grönland „auf diplomatischem Weg“ zwischen Washington und Kopenhagen zu lösen, nicht durch eine breitere europäische Koalition. Der tschechische Premierminister Andrej Babis lehnte es ab, sich gegen die US-Drohungen zu Grönland auszusprechen, und warnte davor, dass die EU die Angelegenheit zu einem Konflikt mit Trump eskalieren lasse. Der slowakische Premierminister Robert Fico schwieg zu Trumps Grönland-Plänen, verurteilte jedoch Trumps Absetzung Maduros als „Entführung“ und „das jüngste amerikanische Ölabenteuer“.

Bröckelnde Allianz und wirtschaftliche Implikationen

Die ideologische Verbindung zwischen MAGA und seinen europäischen Verbündeten könnte die jüngsten Meinungsverschiedenheiten überleben, indem sie sich auf alte, gemeinsame Missstände konzentriert, so Daniel Hegedüs, Direktor für Mitteleuropa beim German Marshall Fund. Er verwies auf jüngste Abstimmungen rechtsextremer europäischer Abgeordneter im Europäischen Parlament gegen die Führung Brüssels beim EU-Migrationspakt und die Aussetzung des massiven Handelsabkommens mit dem Mercosur-Block.

Experten sehen in dem Riss ein Zeichen dafür, wie brüchig die nationalistisch-populistische Allianz tatsächlich ist. Trumps „Bulldozer-Außenpolitik“ und seine Drohungen, Zölle gegen acht europäische Länder zu verhängen, die seine Grönland-Ambitionen ablehnen, stellen eine erhebliche Belastung dar. Obwohl Trump seine Haltung zu Grönland vorerst gemildert zu haben scheint, bleibt seine Unberechenbarkeit eine Quelle der Unsicherheit für europäische Hauptstädte. Die Divergenz zwischen Trump und seinen europäischen Anhängern kam überraschend, nachdem rechtsextreme Parteien 2024 in der gesamten Europäischen Union an Einfluss gewonnen hatten und nun 26 Prozent der Sitze im Europäischen Parlament halten.

Erwähnte Persönlichkeiten