Großbritannien und China: Starmer strebt strategische Partnerschaft an

Großbritannien und China: Starmer strebt strategische Partnerschaft an

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Der britische Premierminister Keir Starmer ist zu einem viertägigen Besuch in China eingetroffen, dem ersten eines britischen Premierministers seit acht Jahren. Diese Reise signalisiert einen deutlichen Versuch, die Beziehungen zwischen den beiden Ländern nach Jahren des Misstrauens und der Animositäten neu zu gestalten und eine langfristige strategische Partnerschaft zu entwickeln.

Neuanfang nach Jahren der Spannungen

Die Beziehungen zwischen Großbritannien und China waren in den letzten Jahren erheblich angespannt. London hatte Peking Spionage im Vereinigten Königreich vorgeworfen und China als "langfristige strategische Herausforderung" bezeichnet. Auch Pekings Vorgehen gegen demokratische Proteste in Hongkong, einer ehemaligen britischen Kolonie, und die Verhängung eines umfassenden nationalen Sicherheitsgesetzes im Jahr 2020 belasteten die bilateralen Beziehungen stark.

Unter früheren konservativen Regierungen schwankte der Ansatz gegenüber China von einer "Goldenen Ära" zu einer "Eiszeit", was zu Inkonsistenzen führte. Starmer hat sich zum Ziel gesetzt, Stabilität und Klarheit in die bilateralen Beziehungen zu bringen und einen pragmatischen, konsistenten Ansatz zu verfolgen, der im nationalen Interesse Großbritanniens liegt.

Gipfeltreffen in Peking: Starmer und Xi Jinping

Am Donnerstag, dem 29. Januar 2026, traf Premierminister Starmer in der Großen Halle des Volkes in Peking mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping zusammen. Starmer betonte zu Beginn des Treffens, es sei "entscheidend, dass wir eine anspruchsvollere Beziehung aufbauen", die es beiden Seiten ermögliche, Bereiche für weitere Zusammenarbeit und Dialog zu identifizieren.

Präsident Xi Jinping erklärte, die Beziehungen zu Großbritannien hätten "Höhen und Tiefen" durchgemacht, die den Interessen beider Länder nicht gedient hätten. Er betonte, ein "konsistenterer" Ansatz sei im beiderseitigen Interesse, und China sei bereit, eine langfristige strategische Partnerschaft zu entwickeln, die "den Test der Geschichte bestehen kann".

Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Fokus

Die Wiederbelebung der Wirtschaftsbeziehungen steht im Mittelpunkt von Starmers Besuch. China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt und Großbritanniens drittgrößter Handelspartner, der 370.000 britische Arbeitsplätze sichert. Der Handel bleibt das Fundament der bilateralen Beziehungen und soll durch die Vertiefung von Handels- und Investitionspartnerschaften gestärkt werden.

Beide Länder haben zugesagt, die Zusammenarbeit in Schlüsselbereichen auszubauen. Dazu gehören:

  • Bildung
  • Gesundheitswesen
  • Finanzdienstleistungen
  • Forschung im Bereich Künstliche Intelligenz
  • Biowissenschaften
  • Entwicklung neuer Energien

Starmer wird von einer Delegation von fast 60 Vertretern britischer Unternehmen und Kulturorganisationen begleitet, darunter HSBC, GSK und Jaguar Land Rover. Er wird sich für den Zugang zu Bereichen einsetzen, in denen eine bessere Zusammenarbeit mit China Wachstum und Wohlstand für die britische Bevölkerung fördern könnte.

Wiederbelebung des UK-China Business Council

Ein zentraler Bestandteil der Initiative ist die geplante Wiederbelebung eines hochrangigen Wirtschaftsforums, des "UK-China CEO Council". Dieser Rat wurde ursprünglich 2018 von der damaligen Premierministerin Theresa May und dem chinesischen Premierminister Li Keqiang ins Leben gerufen, um den bilateralen Handel und Investitionen durch direkten Austausch zwischen Spitzenpolitikern und Großunternehmen zu vertiefen.

Zu den erwarteten britischen Unternehmen, die sich beteiligen könnten, gehören:

Auf chinesischer Seite werden voraussichtlich Unternehmen wie die Bank of China, China Construction Bank, Industrial and Commercial Bank of China, China Mobile, China Rail and Rolling Stock Corporation, China National Pharmaceutical Group und BYD teilnehmen. Die Teilnahme einiger CEOs bleibt jedoch aufgrund von Zweifeln am Zustandekommen des Besuchs unsicher.

Herausforderungen und politische Sensibilitäten

Trotz der Bemühungen um eine Annäherung bleiben politische Sensibilitäten bestehen. Die britische Regierung zögert Berichten zufolge, das Wort "CEO" im offiziellen englischen Namen des Rates beizubehalten, während die chinesische Seite die 2018 verwendete chinesische Terminologie beibehalten möchte. Firmen wie Huawei und China General Nuclear Power Corporation (CGN), die ursprünglich Teil des Rates waren, sind aufgrund britischer Bedenken hinsichtlich kritischer Infrastruktur und nationaler Sicherheit nicht mehr dabei.

China hat zudem in einer Erklärung der staatlichen Medien angekündigt, die visafreie Einreise für britische Staatsangehörige in Betracht zu ziehen. Gleichzeitig forderte Peking London auf, ein faires und diskriminierungsfreies Umfeld für chinesische Unternehmen im Vereinigten Königreich zu schaffen. Starmer betonte, dass Großbritannien die nationale Sicherheit nicht gegen wirtschaftliche Zusammenarbeit eintauschen werde und Bereiche der Meinungsverschiedenheit offen ansprechen werde.

Geopolitischer Kontext und externe Einflüsse

Starmers Besuch findet in einem komplexen geopolitischen Umfeld statt. Quellen warnten, dass ein eskalierender Streit zwischen US-Präsident Donald Trump und Großbritannien über Grönland die Reise gefährden könnte. Starmer erklärte jedoch, er werde sich in der Grönland-Frage nicht beugen und nannte die Verhängung von Zöllen als finanziellen Zwang gegen Verbündete "völlig falsch".

Der Besuch wird auch als Versuch Großbritanniens gesehen, sich gegen die Unberechenbarkeit der USA unter Präsident Trump abzusichern. Er folgt unmittelbar auf den Besuch des kanadischen Premierministers Mark Carney in Peking, der ein Wirtschaftsabkommen zur Beseitigung von Handelshemmnissen unterzeichnete, was Trump verärgerte. Zudem haben Großbritannien und China eine Vereinbarung zur gemeinsamen Bekämpfung von Banden getroffen, die am illegalen Migrantenschmuggel beteiligt sind, wobei der Fokus auf der Reduzierung des Einsatzes chinesischer Motoren für kleine Boote liegt.

Erwähnte Persönlichkeiten