Grundsteuer-Explosion: Staaten ringen um Reformen und ihre Folgen

Grundsteuer-Explosion: Staaten ringen um Reformen und ihre Folgen

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Die Grundsteuern in den USA sind landesweit stark angestiegen, was bei Hausbesitzern für Unmut sorgt. Zahlreiche Bundesstaaten prüfen derzeit Maßnahmen zur Eindämmung dieser Erhöhungen oder sogar zur Abschaffung der Steuern, stoßen dabei jedoch auf erhebliche budgetäre und politische Hürden. Die Debatte um die Erschwinglichkeit von Wohneigentum treibt diese Entwicklungen maßgeblich voran.

Steigende Grundsteuern belasten Hausbesitzer

Die Grundsteuern sind landesweit in die Höhe geschnellt, was auf die stark gestiegenen Immobilienwerte zurückzuführen ist. Hausbesitzer in Bundesstaaten mit sowohl hohen als auch niedrigen Steuersätzen mussten eine deutliche Zunahme ihrer Steuerlast feststellen. In New Jersey, dem Bundesstaat mit dem höchsten effektiven Grundsteuersatz, zahlte der durchschnittliche Hausbesitzer im Jahr 2024 über 9.358 US-Dollar an Grundsteuern, ein Anstieg von mehr als 10 % gegenüber 8.432 US-Dollar im Jahr 2019.

Selbst in Alabama, wo die Grundsteuersätze zu den niedrigsten im Land gehören und die Immobilienpreise moderater sind, stieg die durchschnittliche Steuerrechnung im Jahr 2024 auf 890 US-Dollar, ein Anstieg von 17 % gegenüber 609 US-Dollar fünf Jahre zuvor. Neva Butkus, Senior Analystin am linksorientierten Institute on Taxation and Economic Policy, merkt an, dass Grundsteuern im Gegensatz zu vielen anderen Steuerformen nicht unbedingt mit der Zahlungsfähigkeit der Menschen verbunden sind. Diese steigenden Steuerrechnungen sind besonders schmerzhaft für Hausbesitzer mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie für Personen mit festem Einkommen.

Gesetzgeber unter Druck: Reformen in den Staaten

Angesichts des wachsenden Unmuts der Hausbesitzer erwägen mehr als ein Dutzend Bundesstaaten derzeit Kürzungen der Grundsteuern. Die Umsetzung dieser Vorschläge erweist sich jedoch als schwierig, und nur wenige haben bisher Gesetzeskraft erlangt. Florida beendete seine Sitzungsperiode, ohne einen Gesetzentwurf zur Reduzierung der nicht-schulbezogenen Steuern auf viele Häuser zu verabschieden.

In Georgia scheiterte ein umfassender Vorschlag zur Abschaffung der Grundsteuern, woraufhin der Staat nun einen begrenzteren Gesetzentwurf zur Deckelung künftiger Grundsteuererhöhungen prüft. Auch in Iowa diskutieren das Repräsentantenhaus und der Senat über zwei unterschiedliche Gesetzentwürfe zur Steuersenkung, konnten sich aber noch nicht auf einen Kompromiss einigen. Weitere Bundesstaaten wie Texas, Indiana, Ohio, Wyoming und Kalifornien prüfen ebenfalls erhebliche Reduzierungen oder strukturelle Reformen der Grundsteuer. In Florida haben die Gesetzgeber eine Gesetzgebung vorangetrieben, die die meisten Grundsteuern auf Wohneigentum eliminieren könnte, falls sie von den Wählern durch eine Verfassungsänderung genehmigt wird. Solche Reformen könnten bereits 2027 in Kraft treten.

Herausforderungen bei Steuersenkungen und ihre Folgen

Der politische Enthusiasmus für Grundsteuersenkungen steht im Widerspruch zu harten budgetären und wirtschaftlichen Realitäten. Im Durchschnitt stammen etwa 70 % der lokalen Einnahmen aus Grundsteuern. Jegliche Bemühungen, diese zu kürzen, haben daher ernsthafte Auswirkungen auf die kommunalen Haushalte, die alles von der öffentlichen Sicherheit bis zur Instandhaltung von Parks finanzieren. Manish Bhatt, Vizepräsident für staatliche Steuerpolitik bei der rechtsgerichteten Denkfabrik Tax Foundation, kommentiert dazu: "Gute Politik macht nicht immer gute Gesetze."

Langfristig können Maßnahmen wie die Deckelung von Grundsteuererhöhungen den Markteintritt für Erstkäufer erschweren. Solche Obergrenzen können dazu führen, dass die Steuerlast für bestehende Hausbesitzer stabil bleibt, während neue Käufer, die zu höheren Immobilienwerten erwerben, mit einer unverhältnismäßig höheren Steuerlast konfrontiert werden.

Wohnungsmarkt und Erschwinglichkeit im Fokus

Der Vorstoß zur Neubewertung der Grundsteuern erfolgt in einer Zeit anhaltender Erschwinglichkeitsprobleme auf dem US-Wohnungsmarkt. Die Immobilienpreise sind während des Pandemie-Booms stark angestiegen, und obwohl sich das Wachstum in vielen Gebieten verlangsamt hat, bleiben die Kosten für den Erwerb eines Eigenheims historisch hoch. Steigende Hypothekenzinsen, Versicherungskosten und Grundsteuern haben zusammen die Gesamtkosten des Wohneigentums für Millionen von Amerikanern erhöht.

Grundsteuern sind ein wesentlicher Bestandteil der oft als "versteckte Kosten" des Wohneigentums bezeichneten Ausgaben. Diese Kategorie umfasst auch andere schnell steigende Kosten wie Versicherungen und Gebühren von Eigentümergemeinschaften. Da politische Entscheidungsträger nach Wegen suchen, die Wohnkosten zu senken, hat sich die Grundsteuerreform zu einem der am meisten diskutierten politischen Vorschläge in mehreren staatlichen Gesetzgebungen entwickelt.

Eine sich wandelnde Landschaft für Immobilienbesitzer

Gleichzeitig hat die Zwangsversteigerungsaktivität in den Vereinigten Staaten nach mehreren Jahren historisch niedriger Niveaus wieder leicht zugenommen. Aktuelle Immobiliendaten zeigen, dass landesweit Zehntausende von Immobilien monatlich in den Zwangsversteigerungsprozess eintreten. Dies spiegelt eine allmähliche Rückkehr zu normalen Marktbedingungen nach den pandemiebedingten Hypothekenhilfsprogrammen wider.

Obwohl die Zwangsversteigerungsaktivität weiterhin weit unter den Niveaus der Finanzkrise von 2008 liegt, weisen Analysten darauf hin, dass der leichte Anstieg die anhaltenden finanziellen Belastungen einiger Hausbesitzer unterstreicht. Die Kombination aus steigenden Kosten und einer sich normalisierenden Marktdynamik schafft eine sich wandelnde Landschaft für Immobilienbesitzer und potenzielle Käufer.

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