H-1B Visum: Soziale Medien verzögern Reisen für Tech-Mitarbeiter

H-1B Visum: Soziale Medien verzögern Reisen für Tech-Mitarbeiter

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Eine neue US-Politik, die Konsularbeamte zur Überprüfung von Social-Media-Profilen von Visumantragstellern verpflichtet, führt zu erheblichen Verzögerungen bei H-1B-Visumverlängerungen. Dies hat zur Folge, dass zahlreiche Fachkräfte, darunter Mitarbeiter von Unternehmen wie Google, Apple und Microsoft, im Ausland festsitzen und nicht in die USA zurückkehren können. Die zusätzliche Prüfung verlängert die Bearbeitungszeiten erheblich und führt zu Absagen oder Verschiebungen von Visumterminen, in einigen Fällen um viele Monate, während der Rückstau wächst.

Was ist ein H-1B Visum?

Ein H-1B Visum ist im Wesentlichen ein Reisedokument – der Stempel im Reisepass eines Arbeitnehmers, der es ihm ermöglicht, an einem amerikanischen Flughafen oder einer Grenze zu erscheinen und die Einreise zu beantragen. Es ist typischerweise bis zu drei Jahre gültig, garantiert jedoch nicht die Einreise. Jason Finkelman, ein auf Familien- und Arbeitsmigration spezialisierter Anwalt aus Texas, erklärt, dass ein Beamter der Zoll- und Grenzschutzbehörde (Customs and Border Protection) die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft und einen I-94-Datensatz mit einem "Admit Until"-Datum ausstellt, das die Aufenthaltsdauer festlegt.

Da diese Prozesse getrennt sind, laufen sie nicht immer gleichzeitig ab. Eine Person kann einen Visumstempel haben, der Ende 2026 abläuft, aber dennoch einen gültigen Status bis 2028 besitzen. Dies bedeutet, dass ein Visuminhaber auch nach Ablauf des Visumstempels in seinem Reisepass legal in den USA leben und arbeiten kann, solange sein "Admit Until"-Datum nicht überschritten wurde.

Wie H-1B-Inhaber ihre Stempel erneuern

Wenn ein Visuminhaber einen neuen Stempel benötigt, muss er diesen in der Regel bei einem US-Konsulat oder einer Botschaft beantragen, typischerweise in seinem Heimatland. Der Visuminhaber bucht ein Interview, bei dem ein Konsularbeamter seine Dokumente überprüft und Fragen zu seinem Job oder Hintergrund stellt.

Verläuft alles reibungslos, erhält er seinen Reisepass mit einem neuen Stempel zurück. Die Bearbeitungszeit kann laut Anwälten von wenigen Tagen bis zu Wochen reichen, abhängig vom Bearbeitungsort und ob der Antrag für eine zusätzliche Überprüfung markiert wird.

Die aktuelle Situation: Verzögerungen durch Social-Media-Screening

Einige Personen, die ins Ausland gereist sind, um ihre Visumstempel zu erneuern, mussten feststellen, dass ihre Termine verschoben oder neu angesetzt wurden, manchmal mit geringer Vorwarnung. Ohne den neuen Stempel können sie keinen Rückflug antreten oder an der Grenze die Einreise erwarten.

Die neuen Social-Media-Screenings sind ein wesentlicher Grund für die stockenden Prozesse. Ab dem 15. Dezember hat das Außenministerium seine Überprüfungen der "Online-Präsenz" auf alle H-1B-Antragsteller und deren H-4-Familienmitglieder ausgeweitet. Antragsteller wurden angewiesen, ihre Social-Media-Profile öffentlich zu machen, damit Konsularbeamte ihre Aktivitäten überprüfen können. Justin Parsons, Partner der globalen Einwanderungsrechtskanzlei BAL, berichtet, dass etwa 40 bis 50 seiner Klienten derzeit nicht in die USA zurückkehren können, während sie auf ihre Visumstempel warten. Er beobachtet längere Verzögerungen insbesondere in Hyderabad und Chennai, Indien.

Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte gegenüber Business Insider, dass der Zweck der Überprüfungen darin bestehe, "alle verfügbaren Tools" zu nutzen, um unzulässige Antragsteller zu identifizieren. Dazu gehören Personen, die ein Risiko für nationale Interessen darstellen oder beabsichtigen, Aktivitäten durchzuführen, die nicht mit den Bedingungen ihrer Visa vereinbar sind.

Was das neue Social-Media-Screening beinhaltet

Wie diese neue Überprüfung in der Praxis aussieht, ist noch nicht vollständig geklärt. Das Außenministerium hat nicht genau dargelegt, wie Konsularbeamte Social-Media-Beiträge bewerten oder wie lange die zusätzlichen Überprüfungen dauern könnten.

Ratschläge für Visumantragsteller

Einwanderungsanwälte von Duane Morris und Fisher Phillips raten Visumantragstellern, ihre Profile sorgfältig zu überprüfen, um sicherzustellen, dass grundlegende Details wie Berufsbezeichnungen, Arbeitgeber, Standorte und Zeitpläne mit den Angaben in ihren Visumunterlagen übereinstimmen. Selbst kleine Abweichungen, so warnen sie, können Fragen oder zusätzliche Überprüfungen auslösen.

Einige Kanzleien warnen auch davor, in letzter Minute Konten zu bereinigen oder Beiträge zu löschen. Wenn ein Einwanderungsbeamter dies bemerkt, könnte es als ausweichendes Verhalten interpretiert werden. Vorerst raten Anwälte zur Vorsicht. In einigen Fällen, so die Anwälte, könnte der sicherste Schritt derzeit sein, überhaupt nicht zu reisen.

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