Handelsstreit um Grönland eskaliert: Gold und Silber auf Rekordhoch

Handelsstreit um Grönland eskaliert: Gold und Silber auf Rekordhoch

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Die jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump, neue Zölle gegen mehrere europäische Verbündete zu verhängen, haben eine Welle der Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten ausgelöst. Hintergrund ist Trumps Bestreben, die Kontrolle über die nordatlantische Insel Grönland zu erlangen, was auf den Widerstand Dänemarks und anderer europäischer Staaten stößt. Die Europäische Union bereitet sich auf Gegenmaßnahmen vor, während Edelmetalle wie Gold und Silber auf Rekordniveaus steigen und Aktienfutures fallen.

Eskalierende Handelsspannungen um Grönland

Präsident Trump drohte mit eskalierenden Zöllen ab dem 1. Februar gegen Dänemark, Schweden, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Finnland, Großbritannien und Norwegen. Diese Maßnahme ist eine Reaktion auf die Ablehnung seiner Pläne, Grönland unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten zu bringen. Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen erklärte dazu bereits Anfang des Monats: „Europa lässt sich nicht erpressen“, und forderte die USA auf, „einen historisch engen Verbündeten nicht länger zu bedrohen.“

Europas Antwort: Gegenzölle und Anti-Zwangs-Instrument

Als Reaktion auf Trumps Drohungen erzielten die EU-Botschafter am Sonntag eine breite Einigung, die Bemühungen zur Abwendung der Zölle zu intensivieren und gleichzeitig Gegenmaßnahmen zu entwerfen, falls die Zölle tatsächlich in Kraft treten. Die EU erwägt die Einführung von Zöllen auf US-Importe im Wert von 93 Milliarden Euro oder 107,7 Milliarden US-Dollar, die nach einer sechsmonatigen Aussetzung ab dem 6. Februar beginnen könnten.

Darüber hinaus ziehen die Mitgliedstaaten den Einsatz des bisher noch nie genutzten Anti-Zwangs-Instruments in Betracht. Dieses Instrument könnte den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen, Investitionen, Bankgeschäften oder dem Handel mit Dienstleistungen einschränken, in denen die USA einen Überschuss aufweisen, einschließlich digitaler Dienstleistungen. António Costa, Präsident des Europäischen Rates, betonte am Sonntag auf X: „Die EU steht in voller Solidarität mit Dänemark und den Menschen in Grönland“ und warnte, dass US-Zölle „die transatlantischen Beziehungen untergraben und eine gefährliche Abwärtsspirale riskieren.“ Als letztes Mittel schlug der deutsche CDU-Bundestagsabgeordnete Jürgen Hardt vor, die bevorstehende FIFA-Weltmeisterschaft, die später in diesem Jahr in den USA stattfinden soll, zu boykottieren, um Trump „in der Grönland-Frage zur Vernunft zu bringen.“

Finanzmärkte reagieren: Gold und Silber auf Rekordkurs

Die geopolitischen und handelspolitischen Spannungen mit wichtigen US-Handelspartnern führten am Sonntagabend zu deutlichen Verlusten bei den US-Aktienfutures. Die S&P 500 Futures fielen um 0,82 % oder 57,50 Punkte auf 6.918,75. Die Nasdaq Futures gaben um 0,11 % oder 284 Punkte auf 25.404,25 nach, und die Dow Futures sanken um 0,73 % oder 354 Punkte auf 49.187,00. Die US-Aktien- und Anleihemärkte blieben am Montag wegen des Martin Luther King Day geschlossen, während einige Futures-Märkte, darunter die auf CME Globex gehandelten, geöffnet blieben.

Inmitten dieser Unsicherheit suchten Anleger Schutz in sicheren Häfen, was die Preise für Edelmetalle in die Höhe trieb.

  • Silber erreichte am Montag ein neues Rekordhoch von 94,08 US-Dollar pro Unze, bevor es sich auf 93,85 US-Dollar pro Unze einpendelte, was einem Anstieg von 4,4 % entspricht.
  • Gold kletterte ebenfalls auf ein Allzeithoch von 4.689,39 US-Dollar pro Unze und notierte anschließend bei 4.670,01 US-Dollar pro Unze, ein Plus von 1,6 %.

Gold profitiert traditionell von einem Umfeld niedriger Zinsen und wirtschaftlicher Unsicherheiten. Die stellvertretende Vorsitzende für Aufsicht der Federal Reserve, Michelle Bowman, hatte am Freitag erklärt, dass ein fragiler Arbeitsmarkt, der sich schnell abschwächen könnte, die US-Zentralbank bereit halten sollte, die Zinsen bei Bedarf erneut zu senken. Auch die Meldung, dass Chinas Wirtschaftswachstum im vierten Quartal voraussichtlich auf ein Dreijahrestief gesunken ist, trug zur Risikoaversion bei. Die Bestände des SPDR Gold Trust, des weltweit größten goldgedeckten Exchange Traded Funds, stiegen am Freitag um 1,01 % auf 1.085,67 metrische Tonnen.

Auch andere Edelmetalle verzeichneten Zuwächse: Spot-Platin stieg um 1,9 % auf 2.373,08 US-Dollar pro Unze, während Palladium um 0,5 % auf 1.809 US-Dollar pro Unze zulegte.

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