
Hedgefonds-Boom: Separately Managed Accounts treiben Wachstum bis 2026 an
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Die Welt der Hedgefonds erlebt eine bemerkenswerte Entwicklung, die sich bis ins Jahr 2026 hinein verstärken wird: der Aufstieg der Separately Managed Accounts (SMAs). Diese Anlageform, die einst ein Nischendasein fristete, hat 2025 neue Höhen erreicht und zieht nun Anleger und Portfoliomanager gleichermaßen an.
Was sind Separately Managed Accounts (SMAs)?
Traditionell bündeln Hedgefonds das Kapital mehrerer Anleger in einem gemeinsamen Pool. Anleger erhalten dabei regelmäßige Performance-Updates, haben aber nur begrenzte Einblicke in die täglichen Positionen und ihr Kapital ist oft für längere Zeit gebunden.
SMAs bieten hingegen eine maßgeschneiderte Lösung. Das Kapital der Anleger wird separat verwaltet, was tägliche Transparenz über Trades und Positionen ermöglicht und oft die Möglichkeit bietet, kurzfristig Gelder abzuheben. Es ist vergleichbar mit dem Unterschied zwischen einem Linienflug und einem Privatjet: Das Ziel ist dasselbe, aber Service, Kontrolle und Prestige unterscheiden sich erheblich. Während SMAs seit Jahrzehnten existieren, gewannen sie nach der Finanzkrise und dem Bernie-Madoff-Skandal in den 2010er Jahren an Bedeutung.
Der SMA-Boom in Zahlen
Das Kapital in SMAs wuchs laut einer Studie von Goldman Sachs im Jahr 2024 um 27 % auf 315 Milliarden US-Dollar und setzt seinen Aufwärtstrend fort. Innocap, ein führender Anbieter von Managed-Account-Dienstleistungen, verzeichnete einen Anstieg der verwalteten Vermögenswerte von rund 85 Milliarden US-Dollar im April auf über 100 Milliarden US-Dollar sechs Monate später. Jon Caplis, CEO des Hedgefonds-Analyseunternehmens PivotalPath, betont: "Es gibt keine negative Konnotation mehr, einen SMA anzubieten. Es ist fast schon obligatorisch."
Treiber des SMA-Wachstums
Mehrere Faktoren befeuern den SMA-Trend:
- Ende der Nullzinsära: In Zeiten steigender Zinsen und höherer Cash-Renditen ermöglichen SMAs Anlegern, das Engagement in Hedgefonds-Strategien direkt mit geliehenem Geld zu erhöhen, um Barmittel für andere Zwecke zu schonen – ein Konzept, das in der Branche als "Kapitaleffizienz" bezeichnet wird.
- Multistrategie-Hedgefonds: Große Multistrategie- und Multimanager-Hedgefonds setzen zunehmend auf SMAs, um Kapital an externe Portfoliomanager zu vergeben. Bis Mitte 2025 hatten fast 75 % dieser Multimanager externe PMs unterstützt, gegenüber 54 % im Jahr 2022. Zwei Drittel dieser Allokationen erfolgten seit 2024.
- Niedrigere Eintrittsbarrieren: Die Verfügbarkeit von mehr Dienstleistern und "Off-the-shelf"-Produkten für Datenzugang, Handelsinfrastruktur, Risikosysteme, Compliance und Backoffice hat den Übergang zu SMAs für Portfoliomanager erheblich erleichtert. Tom Bradbeer von Maven Partnership bestätigt, dass die Eintrittsbarriere "viel niedriger" ist.
- Kapitalzugang für Emerging Managers: Obwohl viele neue Portfoliomanager von einem milliardenschweren, gebündelten Fonds träumen, stellen sie fest, dass ein Großteil des verfügbaren Kapitals von SMA-Allokatoren stammt, wie Jorge Hendrickson von Jones Trading erklärt.
Verschiebung der Machtverhältnisse
Der Zustrom von SMA-Kapital verändert das Kräfteverhältnis im Markt. Emerging Managers werden wählerischer und zögern zunehmend, exklusive SMA-Vereinbarungen einzugehen. Allokatoren müssen daher mehr als nur Kapital anbieten, um Portfoliomanager zu überzeugen.
Gleichzeitig werden PMs, die SMA-gestützte Launches in Betracht ziehen, versierter. Sie verhandeln härter über Bedingungen wie Liquidität, Exklusivität und Transparenz.
Herausforderungen und Risiken
Trotz des Booms gibt es auch Herausforderungen. Der Quant-Hedgefonds Squarepoint, der seit 2018 internes Kapital in externe Strategien über SMAs investiert, warnte in einem Papier vor dem Missbrauch von SMA-Transparenz. Einige Allokatoren könnten parallele Trades tätigen oder Strategien intern replizieren – eine Praxis, die Squarepoint als "Shadow Alpha" bezeichnet. Dies kann Gewinne des SMA-Managers schmälern und die Alpha-Generierung der Strategie untergraben. Nicolas Janson, Leiter External Strategies bei Squarepoint, rät PMs, vor Vertragsabschluss genaue Fragen zu stellen und Schutzmaßnahmen zu vereinbaren.
Eine weitere Herausforderung für Emerging Managers im Jahr 2026 ist der Talentkrieg. Viele der Multimanager, die PMs über SMAs finanzieren, expandieren aggressiv, was es für Start-up-Fonds erschwert, Analysten, Forscher und Technologen zu rekrutieren.
Der breitere Hedgefonds-Markt 2026
Der gesamte Hedgefonds-Sektor profitiert von der anhaltenden geopolitischen und wirtschaftlichen Unsicherheit, die Hedgefonds als Risikominderungsinstrumente wertvoll macht. Der "Hedge Fund Outlook 2026" von With Intelligence prognostiziert, dass die Branche bis Ende 2027 ein verwaltetes Vermögen (AuM) von 5 Billionen US-Dollar erreichen wird. Dies ist ein Jahr früher als ursprünglich erwartet.
Allokatoren erhöhen ihr Engagement in Hedgefonds, und die Launch-Aktivität ist die höchste seit der Covid-19-Pandemie. Besonders gefragt sind Event-Driven-, Long/Short Equity- und Makro-Strategien. Auch der Trend zu privaten Märkten, insbesondere Private Credit, wird sich fortsetzen, um Vermögens- und Anlegerbasen zu diversifizieren.
Gewinner und Verlierer 2025: Gold glänzt
Die Performance-Tabellen des Jahres 2025 zeigen eine ungewöhnlich große Streuung zwischen Gewinnern und Verlierern. Gold-fokussierte Fonds waren die herausragenden Gewinner. Strategien wie SVS Baker Steel Gold & Precious Metals, Ninety One Global Gold und WS Ruffer Gold führten die Ranglisten an.
Dieser Aufschwung ist auf eine explosive Mischung aus geopolitischen Spannungen, nervösen Zentralbanken und anhaltenden Zweifeln an der langfristigen Gesundheit der Weltwirtschaft zurückzuführen. Zentralbanken, insbesondere in Schwellenländern, haben ihre Goldkäufe fortgesetzt. Goldman Sachs schätzt, dass Zentralbanken letztendlich rund 20 % ihrer Reserven in Gold halten werden, wobei China mit etwa 8 % noch erhebliches Potenzial hat.
Am anderen Ende der Skala litten britische Immobilienfonds, darunter der TM Home Investor Fund und M&G Property Portfolio, unter höheren Zinsen und sinkenden Bewertungen. Auch indische Aktienfonds, wie Invesco India Equity, enttäuschten, da nach einer Phase außergewöhnlicher Renditen die Erwartungen zu hoch und die Bewertungen zu hoch waren.