
Hegseth-Broker und Verteidigungs-Investments vor Iran-Krieg: Pentagon dementiert
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Ein Broker des US-Verteidigungsministers Pete Hegseth soll kurz vor Beginn des US-israelischen Krieges gegen den Iran versucht haben, eine umfangreiche Investition in führende Rüstungsunternehmen zu tätigen. Dies berichtete die Financial Times, doch das Pentagon wies den Bericht umgehend als "völlig falsch und fabriziert" zurück. Die Enthüllung erfolgt, während der Konflikt mit dem Iran in seine fünfte Woche geht und keine Anzeichen eines Abklingens zeigt.
Bericht der Financial Times
Die Financial Times meldete am Dienstag, dass ein Broker von Pete Hegseth, der bei der Großbank Morgan Stanley beschäftigt ist, im Februar BlackRock kontaktiert habe. Ziel sei eine Millioneninvestition in den iShares Defense Industrials Active ETF gewesen. Dieser Vorstoß erfolgte demnach Wochen, bevor die USA sich den israelischen Angriffen auf Teheran anschlossen.
Details zur geplanten Investition
Der iShares Defense Industrials Active ETF, der Vermögenswerte von rund 3,1 Milliarden US-Dollar verwaltet, hält unter anderem Anteile an großen Rüstungskonzernen wie RTX Corp (ehemals Raytheon), Lockheed Martin und Northrop Grumman. BlackRock-Daten bestätigen diese größten Positionen. Der Fonds, der unter dem Ticker IDEF an der Nasdaq gehandelt wird, verfolgt laut BlackRock "Wachstumschancen durch Investitionen in Unternehmen, die von erhöhten Staatsausgaben für Verteidigung und Sicherheit profitieren könnten".
Die diskutierte Investition kam letztendlich nicht zustande. Der Grund war administrativ: Der im Mai des Vorjahres eingeführte Fonds war zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht über die Plattform von Morgan Stanley für Kunden verfügbar. Es ist unklar, ob der Broker anschließend eine alternative, verteidigungsbezogene Investition gefunden hat. Der ETF hat im vergangenen Jahr 28 % zugelegt, verlor jedoch im letzten Monat, etwa seit Beginn des Iran-Krieges, fast 13 % seines Wertes.
Dementi des Pentagons
Sean Parnell, der Pressesprecher des Pentagons, wies den Bericht der Financial Times in einem Post auf X scharf zurück. Er bezeichnete ihn als "völlig falsch und fabriziert" und forderte die Financial Times auf, den Artikel zurückzuziehen. Parnell betonte, dass weder Hegseth noch einer seiner Vertreter BlackRock bezüglich einer solchen Investition kontaktiert hätten. Er fügte hinzu: "Dies ist eine weitere grundlose, unehrliche Verleumdung, die darauf abzielt, die Öffentlichkeit in die Irre zu führen."
Hegseths Rolle im Iran-Konflikt
Die finanziellen Fragen kommen zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angedeutet, dass Pete Hegseth einer der ersten in seiner Regierung gewesen sei, der sich für militärische Maßnahmen gegen den Iran ausgesprochen habe. Trump zitierte Hegseth mit den Worten: "Lasst es uns tun, denn man kann sie keine Atomwaffe haben lassen." Diese Kommentare scheinen Hegseth eine frühe treibende Kraft hinter der Intervention zuzuschreiben.
Der US-Krieg gegen den Iran dauert bereits die fünfte Woche an, und der Konflikt zeigt keine Anzeichen eines Abklingens. US-Marines sind in der Region eingetroffen, und die Washington Post berichtete, das Pentagon bereite sich auf "Wochen von Bodenoperationen im Iran" vor. Präsident Trump drohte zudem, die USA würden die Stromerzeugungsanlagen, Ölquellen und die Insel Kharg des Iran "vollständig" vernichten, sollte die strategisch wichtige Straße von Hormus nicht "sofort" wieder geöffnet und ein Friedensabkommen nicht "kurzfristig" erzielt werden.
Marktkontext und weitere Beobachtungen
Die Enthüllungen reihen sich ein in eine breitere Prüfung von Handelsaktivitäten an Finanz- und Prognosemärkten im Vorfeld wichtiger politischer Entscheidungen der US-Regierung. Finanzanalysten und Ethikwächter beobachten solche Muster in jüngster Zeit verstärkt. BlackRock lehnte eine Stellungnahme ab, während Morgan Stanley und das Verteidigungsministerium zunächst nicht auf Anfragen reagierten.