
Hohe Ölpreise belasten Edelmetall-Minenaktien unerwartet
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Die Beziehung zwischen Ölpreisen und Edelmetallen wie Gold und Silber ist komplex und nicht immer offensichtlich. Aktuelle geopolitische Spannungen haben gezeigt, wie steigende Ölpreise unerwartet Druck auf die Aktien von Edelmetallminen ausüben können, entgegen der Annahme, dass beide Rohstoffe im Gleichschritt mit dem US-Dollar schwanken.
Geopolitische Spannungen und die erste Marktreaktion
Am 28. Februar 2026 begannen US-amerikanische und israelische Streitkräfte mit Bombardierungen im Iran. Diese Eskalation führte zunächst dazu, dass Investoren in sichere Häfen wie Gold, Silber und den US-Dollar flüchteten. Der US-Dollar stieg in den letzten drei Wochen um etwa 2 % gegenüber anderen Währungen, was normalerweise Rohstoffpreise senken sollte.
Die Rolle der Straße von Hormus und steigende Ölpreise
Die Reaktion des Iran auf die Angriffe war die Schließung der Straße von Hormus, einer wichtigen globalen Schifffahrtsroute. Diese Maßnahme beeinträchtigte den weltweiten Zugang zu Öllieferungen erheblich und trieb den Ölpreis in die Höhe. Trotz des starken US-Dollars stiegen die Ölpreise somit deutlich an.
Edelmetalle und Minenaktien unter Druck
Entgegen der Erwartung, dass Gold und Silber als sichere Häfen weiter steigen würden, fielen ihre Preise nach der Schließung der Straße von Hormus. Auch die Aktien großer Gold- und Silberproduzenten verzeichneten in den letzten anderthalb Wochen einen stetigen Rückgang. Gold fiel um 10 % und Silber um 16 % im selben Zeitraum.
Große Goldproduzenten wie Newmont Corp. (NYSE: NEM) und Barrick Mining (NYSE: B) verzeichneten in den letzten sieben Handelstagen Rückgänge von 15 % bzw. 16 %. Hecla Mining (NYSE: HL), Amerikas größter Silberproduzent, fiel um 17 %. Diese Rückgänge spiegeln die Preisentwicklung der Edelmetalle wider.
Der Zusammenhang: Hohe Ölpreise, Inflation und Zinsen
Die Theorie besagt, dass Öl in der modernen Wirtschaft allgegenwärtig ist. Steigende Ölpreise erhöhen nicht nur die Kosten für Benzin, sondern auch für den Transport von Gütern, was zu einem Anstieg der Preise für fast alles führt – ein Phänomen, das als Inflation bekannt ist.
Wenn die Federal Reserve eine steigende Inflation feststellt, ist es unwahrscheinlicher, dass sie die Zinsen senkt; stattdessen ist eine Anhebung wahrscheinlicher. Höhere Zinsen erhöhen die Schuldenkosten für Unternehmen, da sie höhere Zinsen auf ihre Anleihen zahlen müssen. Für Investoren werden festverzinsliche Anleihen attraktiver, da sie Zinsen zahlen, im Gegensatz zu Gold und Silber, die keine Zinsen abwerfen. Dies führt dazu, dass Investoren Kapital von Edelmetallen in Anleihen umschichten, was die Preise für Gold und Silber weiter drückt.