Hormus-Blockade: Airline-Aktien fallen, Kerosinmangel droht

Hormus-Blockade: Airline-Aktien fallen, Kerosinmangel droht

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Die Aktienkurse von Fluggesellschaften erlitten am Montag deutliche Einbußen, nachdem US-Präsident Donald Trump Pläne für eine Blockade der Straße von Hormus bekannt gegeben hatte. Diese Entwicklung schürt Ängste vor einem Kerosinmangel und treibt die Ölpreise in die Höhe, was die Reisebranche zusätzlich unter Druck setzt.

Fluggesellschaften unter Druck

Während britische, deutsche und paneuropäische Indizes bei Markteröffnung um etwa 1 % fielen, traf es die Reisebranche deutlich härter. Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air sank am Montag um fast 8 % und verzeichnet seit Jahresbeginn einen Rückgang von rund 30 %. Bereits im letzten Monat hatte Wizz Air einen erwarteten Verlust von 50 Millionen Euro aufgrund des Krieges, steigender Energiekosten und Reiseunterbrechungen gemeldet. Das Unternehmen hat seine Routen nach Dubai, Abu Dhabi, Amman und Jeddah bis September gestrichen.

Auch andere europäische Fluggesellschaften waren betroffen: EasyJet, die britische Billigfluggesellschaft, verzeichnete bis 11 Uhr Ortszeit einen Rückgang von über 4 %. TUI, der Reise- und Tourismuskonzern mit eigener Fluggesellschaft, fiel um etwa 3,5 %. Traditionsfluggesellschaften konnten Investoren ebenfalls nicht beruhigen: Die deutsche Lufthansa sank um 4,5 %, und IAG, der Konzern hinter British Airways und Iberia, verlor rund 3 %. In den USA fielen United Airlines, Delta Air Lines und American Airlines im vorbörslichen Handel zwischen 2 % und 3 %.

Angst vor Kerosinengpässen in Europa

Die Straße von Hormus gilt als wichtiger Engpass für den Ölhandel. Die Blockadeankündigung hat Befürchtungen ausgelöst, dass europäische Flughäfen in den kommenden Wochen mit Kerosinengpässen konfrontiert werden könnten. Bereits letzte Woche warnte der europäische Arm des Industrieverbandes Airports Council International (ACI Europe) vor Engpässen innerhalb von drei Wochen.

ACI Europe schrieb an die Energie- und Transportkommissare der EU und betonte, dass ein systemischer Kerosinmangel für die EU Realität werden könnte, falls der Durchgang durch die Straße von Hormus nicht innerhalb der nächsten drei Wochen in signifikanter und stabiler Weise wieder aufgenommen wird. Rico Luman, Senior Economist für Transport bei der Investmentbank ING, äußerte, dass einige Fluggesellschaften gezwungen sein könnten, Flüge innerhalb weniger Wochen zu streichen, da die Treibstoffreserven zur Neige gehen, insbesondere an kleineren Flughäfen abseits großer Drehkreuze. Typische Reserven würden dort nur vier bis fünf Wochen reichen.

Ölpreise im Aufwind

Während die Airline-Aktien fielen, zeigte sich bei den Öl-Futures das Gegenteil: Brent Rohöl stieg um mehr als 7,5 %. Ein Barrel Öl kostet damit wieder über 100 US-Dollar, nachdem der Preis letzte Woche bei Beginn eines fragilen Waffenstillstands unter diese Marke gefallen war. Vor dem Krieg lag der Ölpreis bei etwa 72 US-Dollar.

Die globalen Kerosinpreise hatten sich laut Iata, einem Lobbyverband der Fluggesellschaften, Ende letzter Woche im Vergleich zum Vorjahr auf 1.650 US-Dollar pro Tonne mehr als verdoppelt. In Europa stiegen die Preise um 138 %, während Asien mit einem Anstieg von 163 % am stärksten betroffen war.

Eskalation im Persischen Golf

Die jüngste Entwicklung folgt auf gescheiterte Friedensgespräche zwischen iranischen und US-amerikanischen Führern, die am Wochenende in Pakistan stattfanden. Präsident Trump postete daraufhin am Sonntag auf Truth Social: "Mit sofortiger Wirkung wird die United States Navy, die Beste der Welt, damit beginnen, alle Schiffe zu BLOCKIEREN, die versuchen, die Straße von Hormus zu betreten oder zu verlassen." Am frühen Montag fügte er hinzu, dass die USA ab 10 Uhr ET Schiffe blockieren würden, die versuchen, iranische Häfen zu betreten oder zu verlassen.

Auswirkungen auf Passagiere und Flugpläne

Seit Ausbruch des Iran-Krieges haben Fluggesellschaften bereits Hunderte von Flügen gestrichen, Ticketpreise erhöht und Gepäckzuschläge angehoben, um die steigenden Kerosinpreise auszugleichen. Bei einem anhaltenden Konflikt zwischen den USA und Israel mit dem Iran könnten rollierende Flug- oder Urlaubsstornierungen drohen.

Kleinere Fluggesellschaften im Vereinigten Königreich haben bereits Flüge gestrichen:

  • Skybus stellte die Route Newquay nach London Gatwick letzte Woche ein.
  • Aurigny mit Sitz auf Guernsey kürzte Verbindungen zwischen den Kanalinseln und London City, Paris sowie Südwestengland.

Auch globale Fluggesellschaften wie Air New Zealand, AirAsia X, Vietnam Airlines und die skandinavische SAS haben Flüge aufgrund der höheren Preise reduziert. Laut Rico Luman von ING würden Fluggesellschaften wahrscheinlich zuerst Flüge auf weniger beliebten Freizeitrouten streichen, da dort weniger Passagiere umgebucht werden müssten. Ein Sprecher der britischen Regierung erklärte jedoch, dass britische Flugzeuge keine Unterbrechungen der Treibstoffversorgung gemeldet hätten und normal operierten.

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