Hormus-Blockade: Ölpreise fallen, US-Aktien steigen trotz Spannungen

Hormus-Blockade: Ölpreise fallen, US-Aktien steigen trotz Spannungen

Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Die US-Marine hat eine Blockade iranischer Häfen durchgesetzt, doch gleichzeitig senden diplomatische Kanäle Signale der Gesprächsbereitschaft aus Teheran. Diese Gemengelage führt zu einer bemerkenswerten Reaktion an den Finanzmärkten: Die Ölpreise fallen, während die US-Aktienmärkte eine Rallye erleben.

Eskalation am Persischen Golf: Blockade der Straße von Hormus

Am Montag begann die US-Marine mit der Durchsetzung einer Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Dies geschah, nachdem Friedensgespräche in Islamabad am Wochenende ohne Ergebnis geblieben waren. Teheran nutzt seine teilweise Kontrolle über die strategisch wichtige Straße von Hormus, um mit mehreren Ländern, die auf Energielieferungen durch diese Wasserstraße angewiesen sind, sichere Durchfahrtsabkommen auszuhandeln und die Öllieferungen an seinen Hauptabnehmer China fortzusetzen. Das US Central Command stellte jedoch klar, dass die Blockade Schiffe, die zu oder von nicht-iranischen Häfen verkehren, nicht behindern wird.

Diplomatische Signale und Trumps Position

Die Märkte zeigten sich zunächst verunsichert, erholten sich dann aber, als Signale aufkamen, dass Teheran möglicherweise weiterhin gesprächsbereit ist. Investoren bewerten die Blockade als eine Form der Machtdemonstration, während die Erwartungen an ein mögliches Abkommen steigen. US-Präsident Trump äußerte sich am Montag zu Iran: "Wir können nicht zulassen, dass ein Land die Welt erpresst oder nötigt, denn genau das tun sie." Auf die Frage, ob das Ziel der Behinderung sei, Iran zur Wiedereröffnung der Meerenge oder an den Verhandlungstisch zu zwingen, antwortete Trump: "Beides, sicherlich, und mehr." Später signalisierte er, dass diplomatische Kanäle nicht vollständig geschlossen seien, da er von "den richtigen Leuten" in Iran gehört habe, die immer noch ein Abkommen mit den USA wünschen.

Finanzmärkte reagieren: Ölpreise fallen, US-Aktien steigen

Die Ölpreise sind unter die Marke von 100 US-Dollar pro Barrel gefallen, was auf die anhaltenden diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Nahostkonflikts hindeutet. Der West Texas Intermediate (WTI) notierte um 20:00 Uhr ET 2,37 Prozent niedriger bei 96,73 US-Dollar pro Barrel, während Brent Crude um 1,82 Prozent auf 97,51 US-Dollar pro Barrel sank, nachdem es während der US-Handelszeiten noch zugelegt hatte.

Gleichzeitig kletterten die US-Aktien über Nacht. Der S&P 500 stieg um 1 Prozent auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn Ende Februar. Der Vermögensverwalter BlackRock hat seinen Ausblick für US-Aktien angehoben. Dies geschieht in der Hoffnung, dass die Auswirkungen des Krieges eingedämmt werden und starke Unternehmensgewinne ein günstiges Umfeld für inländische Aktien schaffen.

Internationale Reaktionen und Chinas Rolle

Das Koalitionsbild um Trumps Blockadebemühungen erscheint uneinheitlich. Großbritannien wies Trumps Behauptung zurück, sich den Bemühungen anzuschließen, und erklärte, man arbeite mit Frankreich an einer "breiten Koalition" zur Sicherung der Navigationsfreiheit.

Im Hintergrund steht zudem eine US-Geheimdienstbewertung, die besagt, dass China bereit sei, Iran neue Luftverteidigungssysteme zu liefern. Diese Entwicklung könnte die Beziehungen zwischen Peking und Washington zusätzlich verkomplizieren. China wird voraussichtlich am Dienstag seine Import-Export-Daten für März veröffentlichen, die einen Einblick geben sollen, wie sich die Wirtschaft im Schatten des Krieges entwickelt hat.

Blick auf die US-Notenbank

An der Fed-Front tickt die Uhr unbehaglich. Der für den Vorsitz der US-Notenbank nominierte Kevin Warsh hat die erforderlichen Unterlagen beim Senat eingereicht. Dies beseitigt eine wichtige Hürde für eine Bestätigungsanhörung, wie Personen mit Kenntnis der Angelegenheit berichten. Ob Warsh jedoch vor dem Ablauf der Amtszeit von Jerome Powell am 15. Mai bestätigt wird, bleibt eine offene Frage.