Hormusstraße: Ölpreise springen nach Eskalation zwischen USA und Iran

Hormusstraße: Ölpreise springen nach Eskalation zwischen USA und Iran

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Die Ölpreise sind am Sonntag, dem 19. April 2026, deutlich gestiegen, nachdem sich die Spannungen zwischen den USA und Iran nach Angriffen auf Handelsschiffe in der strategisch wichtigen Hormusstraße gefährlich zugespitzt hatten. Die jüngste Eskalation stellt die fragilen Friedensbemühungen in Frage und lässt die globalen Finanzmärkte mit Sorge auf die Entwicklungen blicken.

Eskalation im Persischen Golf

Am Sonntag, dem 19. April 2026, feuerte die US-Marine im Golf von Oman auf ein iranisches Containerschiff und nahm es später in Gewahrsam. Präsident Donald Trump erklärte, das Schiff habe versucht, die US-Seeblockade der iranischen Häfen zu durchbrechen. Dieser Vorfall folgte auf einen Angriff Irans auf einen Tanker in der Hormusstraße am Samstag, dem 18. April 2026.

Laut dem United Kingdom Maritime Operations Centre feuerten Kanonenboote der Revolutionsgarden auf den Tanker, und ein Containerschiff wurde von einem unbekannten Projektil getroffen. Präsident Trump drohte am Sonntag erneut, jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran zu zerstören, sollten die iranischen Führer kein Abkommen mit den USA akzeptieren. Er bezeichnete die Angriffe Irans am Wochenende als "vollständigen Verstoß" gegen den Waffenstillstand, der diese Woche ausläuft.

Die Rolle der Hormusstraße und die US-Blockade

Die Hormusstraße, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt für den Öltransport, steht im Zentrum des Konflikts. Bereits am Montag, dem 13. April, hatten die USA eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, nachdem Marathon-Gespräche zwischen Washington und Teheran gescheitert waren. Präsident Trump kündigte die Blockade am Sonntag zuvor in einem Truth Social Post an, mit der Begründung, die US-Marine werde "sofort" alle Schiffe blockieren, die versuchen, die Hormusstraße zu passieren.

Das US Central Command erklärte, die Blockade werde ab Montag, dem 13. April, 10 Uhr ET, für den gesamten Seeverkehr zu und von iranischen Häfen durchgesetzt. Die iranischen Revolutionsgarden wiederum erklärten am Sonntag, dass jedes Militärschiff, das sich der Hormusstraße nähert, als Verstoß gegen den zweiwöchigen US-Waffenstillstand betrachtet und "hart und entschlossen" behandelt werde. Infolgedessen mieden Öltanker die Straße von Hormus, obwohl am Samstag drei Supertanker vollständig beladen mit Öl die Straße passierten.

Die iranische Führung zeigte sich in dieser Phase gespalten. Während der iranische Außenminister Abbas Araghchi am 17. April 2026 zunächst erklärte, die Straße sei "vollständig offen" für den kommerziellen Verkehr, revidierte das Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) diese Aussage am 18. April 2026. Der IRGC-Kommandeur Generalmajor Ahmad Vahidi und sein Umfeld übernahmen die Kontrolle über Irans militärische Reaktion und Verhandlungsposition. Das IRGC erklärte, kein Schiff "jeglicher Art oder Nationalität" dürfe die Straße passieren, und begründete dies mit der US-Seeblockade.

Volatile Ölpreise: Ein Auf und Ab

Die Ölpreise reagierten auf die geopolitischen Entwicklungen mit erheblicher Volatilität:

  • Montag, 13. April: Nach der Ankündigung der US-Blockade sprangen die Ölpreise über 100 US-Dollar pro Barrel. Brent-Rohöl-Futures stiegen um 7,3 Prozent auf 102,16 US-Dollar pro Barrel, während US West Texas Intermediate (WTI) um 7,6 Prozent auf 103,88 US-Dollar pro Barrel zulegte. Die Preise für physisches Rohöl erreichten mit etwa 150 US-Dollar pro Barrel Rekordhöhen.
  • Freitag, 17. April 2026: Die Ölpreise fielen, nachdem Iran zunächst die Öffnung der Straße von Hormus erklärt hatte.
  • Sonntag, 19. April 2026: Nach den erneuten Angriffen stiegen die Preise wieder deutlich an. West Texas Intermediate-Futures für die Mai-Lieferung verteuerten sich um etwa 7 Prozent auf 89,74 US-Dollar pro Barrel. Der internationale Referenzwert Brent für die Juni-Lieferung stieg um fast 5,8 Prozent auf 95,59 US-Dollar.

Analyst Erik Meyersson von der Nordic Bank SEB kommentierte, die angekündigte US-Blockade sei ein Eingeständnis, dass die zentrale Prämisse des Waffenstillstands – die Wiedereröffnung der Straße – vorerst nicht haltbar sei. Helima Croft von RBC Capital Markets merkte an, dass eine Konvergenz zwischen den Papier- und physischen Märkten bald eintreten könnte, wenn Präsident Trump seine Blockadedrohung mit tatsächlichen Schiffen untermauert. Der ungewöhnliche negative Spread zwischen Brent- und WTI-Preisen deutet laut dem Marktstrategen Ed Yardeni darauf hin, dass die ausländische Nachfrage nach US-Rohöl als Alternative zu Öl aus den Golfstaaten steigt.

Breitere Auswirkungen auf die Finanzmärkte

Die Eskalation der Spannungen hatte auch breitere Auswirkungen auf die Finanzmärkte, insbesondere am Montag, dem 13. April, als die Blockade begann:

  • **Aktienmärkte:** Die europäischen STOXX 600-Indizes fielen um 0,8 Prozent, während S&P 500-Futures um 0,6 Prozent nachgaben. Der S&P 500 drehte im Laufe des Vormittags ins Grüne, während der Dow Jones Industrial Average um 0,5 Prozent sank und der Nasdaq Composite um 0,34 Prozent zulegte.
  • Anleihen: US-Staatsanleihen gaben nach, wobei die Renditen 10-jähriger Anleihen um 2 Basispunkte auf 4,33 Prozent stiegen. Auch europäische Anleihen gerieten unter Druck, was die Renditen 10-jähriger deutscher Anleihen um 1 Basispunkt auf 3,06 Prozent erhöhte.
  • Währungen: Der Euro fiel um etwa 0,3 Prozent auf 1,1692 US-Dollar, und risikoreichere Währungen wie der australische Dollar gaben ebenfalls leicht nach.

Michael Brown, Stratege bei Pepperstone, beschrieb die Marktreaktionen als "lehrbuchmäßiges Risk-Off-Verhalten", bei dem die Teilnehmer erneut zum "Konflikteskalations-Playbook" griffen. Die steil steigenden Energiepreise haben Investoren zudem darauf vorbereitet, dass Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank und die Bank of England Zinserhöhungen in Betracht ziehen könnten, was eine deutliche Umkehrung der Erwartungen vor dem Krieg darstellt.

Diplomatische Sackgasse und Irans Haltung

Die Aussichten auf eine diplomatische Lösung bleiben ungewiss. Präsident Trump kündigte an, dass die USA und Iran am Montag, dem 20. April 2026, Gespräche in Islamabad führen würden. Iran lehnte die Teilnahme jedoch ab, unter anderem wegen der anhaltenden US-Seeblockade, wie die staatliche Nachrichtenagentur IRNA berichtete.

Das Institute for the Study of War (ISW) und das Critical Threats Project (CTP) berichteten am 18. April 2026, dass der IRGC-Kommandeur Generalmajor Ahmad Vahidi und sein innerer Kreis wahrscheinlich die Kontrolle über Irans militärische Reaktion und Verhandlungsposition übernommen haben. Das IRGC-nahe Medien kündigten an, dass Iran aufgrund "überzogener" US-Forderungen nicht an einer weiteren Verhandlungsrunde teilnehmen werde. Dies deutet auf eine Verhärtung der iranischen Position hin, die durch die Unterstützung hochrangiger Hardliner wie SNSC-Sekretär Mohammad Bagher Zolghadr untermauert wird.

Erwähnte Persönlichkeiten