
HSBC verdoppelt Intel-Kursziel auf 95 USD nach starkem Quartal
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Intel hat im ersten Quartal des Jahres eine der größten Überraschungen im Halbleitersektor geliefert. Mit einem Umsatz von 13,58 Milliarden US-Dollar übertraf das Unternehmen die Analystenerwartungen von 12,32 Milliarden US-Dollar deutlich. Der Gewinn pro Aktie (EPS) erreichte 0,29 US-Dollar und übertraf damit die Konsensschätzung von 0,01 US-Dollar um 0,28 US-Dollar, wie aus Intels Q1-Pressemitteilung hervorgeht.
Intel übertrifft Erwartungen im ersten Quartal
Die starken Ergebnisse des ersten Quartals wurden durch eine robuste Prognose für das zweite Quartal untermauert. Intel erwartet für das zweite Quartal einen Umsatz zwischen 13,8 Milliarden und 14,8 Milliarden US-Dollar sowie ein EPS von 0,20 US-Dollar. Dies liegt ebenfalls deutlich über dem Konsens von 0,06 US-Dollar für das EPS. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt die Wall Street gespalten, wobei die Meinungen zwischen Befürwortern einer echten Trendwende und Skeptikern weit auseinandergehen.
HSBC hebt Kursziel drastisch an
Die Investmentbank HSBC hat eine der kühnsten Einschätzungen zu Intel abgegeben. Sie stufte die Aktie von "Halten" auf "Kaufen" hoch und erhöhte das Kursziel von 50 US-Dollar auf 95 US-Dollar, was fast einer Verdopplung in einem einzigen Schritt entspricht, so GuruFocus. Analyst Frank Lee begründete die Hochstufung mit der steigenden Nachfrage nach Server-Prozessoren, die er für die kurzfristigen Aussichten von Intel wichtiger erachtet als die Ambitionen des Unternehmens im Foundry-Geschäft.
Lee prognostiziert, dass Intel im Jahr 2026 und 2027 jeweils 20 Prozent mehr Server-CPUs ausliefern wird. Gleichzeitig sollen die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASPs) im Jahr 2026 um 20 Prozent und im Jahr 2027 um weitere 10 Prozent steigen, begünstigt durch ein angespanntes Angebotsumfeld, wie GuruFocus berichtete. Die HSBC-Umsatzschätzung für Intel im zweiten Quartal liegt bei 14,2 Milliarden US-Dollar, etwa 9 Prozent über dem Wall-Street-Konsens. Das Kursziel von 95 US-Dollar basiert auf einem Gewinnrahmen für 2027 und schließt Intel Foundry aus der Kernbewertung aus, was die Konzentration auf Intels etabliertes Chipgeschäft signalisiert.
Der Wandel im Server-CPU-Markt als Wachstumstreiber
Die Begeisterung für Intel speist sich nicht nur aus einem starken Quartal, sondern aus einem strukturellen Wandel im Server-CPU-Markt. Mit dem Wachstum von "Agentic AI"-Workloads verschiebt sich die Rechenlast. Das GPU-zu-CPU-Verhältnis, das die Pre-Training-Ära prägte, weicht einer Annäherung an die Parität, da Echtzeit-Agenten-Workloads stärker auf CPUs laufen. Intel befindet sich direkt im Zentrum dieser Verschiebung, und die Q1-Ergebnisse bestätigen, dass sich die Nachfrage bereits in Aufträgen und Preisen niederschlägt.
Weitere Analysten sehen Potenzial
Auch andere Analysten haben ihre Einschätzungen zu Intel angepasst. Joseph Moore, Analyst bei Morgan Stanley, erhöhte sein Intel-Kursziel bereits vor den Quartalsergebnissen von 41 US-Dollar auf 56 US-Dollar. Er begründete dies mit einer stärkeren Server-Nachfrage und höheren Gewinnerwartungen. Sein Team prognostiziert nun ein jährliches Umsatzwachstum von 30 Prozent für Intels Rechenzentrumssegment im Jahr 2026, das dann 21,8 Milliarden US-Dollar erreichen soll. Auch die Bank of America hat ihr Kursziel für Intel nach den jüngsten Ergebnissen neu festgelegt.
Getrennte Meinungen an der Wall Street
Trotz der positiven Entwicklungen und der optimistischen Einschätzungen einiger Analysten bleibt die Stimmung an der Wall Street geteilt. Die Kluft zwischen den Analysten, die eine echte Trendwende bei Intel sehen, und jenen, die skeptisch bleiben, ist groß und wird zunehmend breiter. Dies unterstreicht die Komplexität der Bewertung des Halbleiterriesen in einer sich schnell entwickelnden Technologielandschaft.