Huthi-Angriff auf Israel: Neue Sorgen um Rotes Meer und Welthandel

Huthi-Angriff auf Israel: Neue Sorgen um Rotes Meer und Welthandel

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Ein jüngster Raketenangriff der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen auf Israel weckt Befürchtungen vor einer Wiederaufnahme von Angriffen auf die Schifffahrt im Roten Meer. Diese Entwicklung könnte globale Handelsrouten, insbesondere den Suezkanal und Bab el-Mandeb, erneut massiv stören und weitreichende Auswirkungen auf die Energiepreise und die maritime Logistik haben.

Eskalation im Roten Meer: Huthi-Angriff auf Israel

Am 27. März 2026 feuerten die Huthi-Rebellen eine Raketensalve auf "sensible israelische Militärstandorte" in Südisrael ab. Das israelische Militär gab an, eine aus dem Jemen abgefeuerte Rakete abgefangen zu haben. Dieser Angriff markiert den ersten der Huthi-Rebellen auf Israel seit dem Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar 2026.

Die Huthi-Rebellen hatten zuvor eine Pause von etwa dreieinhalb Monaten bei groß angelegten Seeangriffen eingelegt, die mit einem regionalen Deeskalationsprozess und einem Waffenstillstand in Gaza verbunden war. Brigadegeneral Yahya Saree, ein Militärsprecher der Huthi, erklärte am 27. März 2026, dass die Rebellen den USA und Israel nicht erlauben würden, das Rote Meer für Angriffe auf den Iran zu nutzen, und betonte: „Unsere Finger liegen am Abzug.“

Die Huthi-Rebellen und Irans "Achse des Widerstands"

Die Huthi-Rebellen sind eine vom Iran unterstützte militante Organisation, die seit 2014 die jemenitische Hauptstadt Sanaa und weite Teile des Nordens des Landes kontrolliert. Sie kämpfen in einem Bürgerkrieg gegen die international anerkannte Regierung, die von einer von Saudi-Arabien geführten Koalition unterstützt wird.

Die Huthi sind ein entscheidender Bestandteil der sogenannten „Achse des Widerstands“ des Iran, zu der auch militante Gruppen im Libanon, im Irak und in den palästinensischen Gebieten gehören. Ihre Angriffe auf Israel und die Schifffahrt im Roten Meer werden als Unterstützung für die Hamas im Gaza-Krieg und als Reaktion auf die Angriffe auf den Iran verstanden.

Globale Handelsrouten unter Druck

Die erneute Bedrohung durch die Huthi-Rebellen birgt erhebliche Risiken für den globalen Handel. Das Rote Meer und die Meerenge Bab el-Mandeb, die an der Südspitze der Arabischen Halbinsel liegt, sind entscheidende Passagen für den Welthandel. Die 32 Kilometer breite Meerenge Bab el-Mandeb ist eine der meistbefahrenen Routen für den globalen Ölhandel.

Etwa ein Viertel des weltweiten Containerhandels und 12 % des gesamten Welthandels, einschließlich Öl, Erdgas, Getreide und verschiedenster Güter, passieren diese Meerenge auf dem Weg zum und vom Suezkanal. Eine Störung des Transits durch Bab el-Mandeb zwingt Reedereien, ihre Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung umzuleiten, wie es bereits in den Jahren 2024 und 2025 der Fall war, was die Kosten erheblich steigert. Ahmed Nagi, ein leitender Jemen-Analyst der International Crisis Group, warnte, dass solche Angriffe nicht nur die Ölpreise weiter in die Höhe treiben, sondern die gesamte maritime Sicherheit destabilisieren würden. Er fügte hinzu, dass die Auswirkungen nicht auf den Energiemarkt beschränkt wären und „verheerend für so viele Länder“ sein könnten.

Historie der Angriffe und internationale Reaktionen

Die Huthi-Rebellen haben zwischen November 2023 und Januar 2025 über 100 Handelsschiffe mit Raketen und Drohnen angegriffen, dabei zwei Schiffe versenkt und vier Seeleute getötet. Sie feuerten in diesem Zeitraum auch Projektile auf Israel ab. Als Reaktion darauf starteten die USA und Israel eine Luftkampagne in den von den Huthi kontrollierten Gebieten im Jemen.

Im Januar 2024 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 2722, die die Huthi-Angriffe verurteilte und die Freiheit der Schifffahrt bekräftigte. Die von den USA geführte Operation Prosperity Guardian wurde ins Leben gerufen, um die Schifffahrt im Roten Meer zu schützen. Am 6. Mai 2025 kündigte US-Präsident Donald Trump eine Einstellung der US-Angriffe an, nachdem ein bilaterales Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und den Huthi erzielt worden war. Die Huthi stellten ihre Angriffe auf die internationale Schifffahrt und auf Israel ein, nachdem der Gaza-Friedensplan am 10. Oktober 2025 in Kraft getreten war.

Wirtschaftliche Konsequenzen für Schifffahrt und Energie

Die Wiederaufnahme der Huthi-Angriffe würde nicht nur die Ölpreise weiter in die Höhe treiben, sondern auch die maritime Sicherheit insgesamt destabilisieren. Dies würde zusätzlichen Druck auf die Energieversorgung der 27 EU-Staaten ausüben, die auf importiertes Erdgas angewiesen sind. Tanker, die Flüssigerdgas (LNG) transportieren, passieren routinemäßig das Rote Meer.

Der Baltic and International Maritime Council (BIMCO), der weltweit größte internationale Schifffahrtsverband, warnte, dass Schiffe mit Geschäftsbeziehungen zu US-amerikanischen oder israelischen Interessen bei einer Wiederaufnahme der Huthi-Angriffe einem erhöhten Risiko ausgesetzt sein könnten. BIMCO wies darauf hin, dass frühere Huthi-Angriffsmuster über die Flaggenstaaten hinaus auch Schiffe umfassten, die als mit Israel oder den Vereinigten Staaten verbunden wahrgenommen wurden, selbst wenn keine direkten Verbindungen bestanden. Die Organisation betonte, dass Handelsschiffe, die im Roten Meer und angrenzenden Gewässern operieren, auch dann gefährdet sein könnten, wenn sie sich als neutral betrachten.

Die Versicherungsprämien für Kriegsrisiken dürften bei einer Wiederaufnahme der Angriffe stark ansteigen. Reedereien könnten in Erwägung ziehen, Reisen zu verzögern, in Hoheitsgewässern Schutz zu suchen oder Routen umzuleiten, abhängig von Charterverträgen, Versicherungsbedingungen und Küstenstaatsvorschriften.

Erwähnte Persönlichkeiten