
IBM Consulting: Wie KI-Agenten die Produktivität revolutionieren
ℹKeine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken
Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Arbeitswelt grundlegend, und Unternehmen suchen nach Wegen, diese Technologie gewinnbringend einzusetzen. Ein prominentes Beispiel liefert Dave McCann, Global Managing Partner for Transformation bei IBM Consulting. Er hat einen KI-Agenten namens "Digital Dave" entwickelt, der ihm und seinem Team wöchentlich Stunden bei der Vorbereitung auf Kundenmeetings einspart und die Arbeitsweise transformiert.
"Digital Dave": Der persönliche KI-Assistent
Dave McCann, verantwortlich für Tausende von Kunden wie Nestlé, Ericsson und Riyadh Air, hat einen KI-Agenten ins Leben gerufen, der seine Meeting-Vorbereitung revolutioniert. "Digital Dave" ist eine Sammlung von KI-Agenten und Assistenten, die McCanns Kalender scannt und für jedes Kundenmeeting eine Liste mit zehn wichtigen Informationen erstellt. Das Ziel war, die Zeit zu reduzieren, die er und sein Team für die Vorbereitung aufwenden mussten.
Früher erstellte sein Team Briefing-Dokumente und führte typischerweise einen 30-minütigen Vorbereitungsanruf vor jedem Kundentermin durch. "All das ist jetzt weg", so McCann. Da er wöchentlich mit etwa zehn Kunden spricht, spart ihm der Agent rund fünf Stunden Vorbereitungszeit. Dies ermöglicht es ihm, mehr Kunden zu betreuen.
Effizienzsteigerung für das gesamte Team
Der von McCann und seinem Team im Herbst entwickelte Forschungsagent basiert auf einem internen Tool von IBM. Er analysiert interne Daten, Marktaktivitäten von IBM und Kunden, externe Daten sowie Kontodetails wie Projektstatus und verkaufte/gekaufte Dienstleistungen. Der Agent kann auch Branchentrends und Kundenbedürfnisse identifizieren, indem er beispielsweise Jahresberichte prüft und passende IBM-Dienstleistungen vorschlägt.
"Digital Dave" entlastet auch McCanns Team erheblich. Die drei bis vier Mitarbeiter, die früher Stunden mit der Zusammenstellung von Informationen für die Vorbereitungsgespräche verbrachten, können sich nun anderen Aufgaben widmen. McCann betont: "Es geht nicht nur darum, Effizienz zu steigern, sondern wirklich darum, die Arbeitsweise zu transformieren."
KI in der Partnerbewertung
Die Fähigkeiten des Agenten gehen über die Kundenberichte hinaus. McCann nutzt ihn auch, um die Hunderte von IBM Consulting Partnern zu bewerten, die er jährlich beurteilt. Ziel ist es, fundierte Entscheidungen zu treffen und den Führungskräften gute Ratschläge zu ihren Stärken und Schwächen im Rahmen ihrer Leistungsbeurteilung zu geben.
Der Agent analysiert Daten wie verkaufte Dienstleistungen, erzielte Gewinne, durchgeführte Schulungen und den Einfluss auf die Teamentwicklung. Vor dem Agenten umfasste McCanns Ansatz ein Dutzend Tabellenkalkulationen, die in einer "schlimmsten Pivot-Tabelle Ihres Lebens" mündeten. Jetzt werden alle Daten in ein Modell eingespeist, was gezielte Abfragen und Analysen ermöglicht.
Der Multiplikatoreffekt und Herausforderungen
Ein wesentlicher Vorteil beim Aufbau von Agenten ist laut McCann, dass IBM-Mitarbeiter diese mit anderen im Team oder unternehmensweit teilen können, was sofort einen "Multiplikatoreffekt" erzeugt. Viele seiner Mitarbeiter haben bereits eigene Agenten entwickelt, und es gibt einen gesunden Wettbewerb um die robustesten digitalen Assistenten.
Unternehmen entwickeln branchenübergreifend KI-Agenten, um Wissensarbeit – insbesondere mühsame Aufgaben – zu übernehmen, die einst von Menschen erledigt wurden. Diese Systeme werden schnell zu einem Schwerpunkt der Unternehmens-KI-Bemühungen, da Firmen generative KI nutzen möchten, um Mitarbeiter zu entlasten.
Eine Herausforderung beim Aufbau von Agenten, die McCann bei Kunden beobachtet, ist der Zugang zu Daten. Selbst fortgeschrittene Kunden haben möglicherweise nur einigen Hundert, aber nicht Tausenden von Mitarbeitern in Finanz- oder HR-Abteilungen Zugang zu Daten gewährt. Sicherheitsbedenken und das Management von Innovationen können hier Hürden darstellen. Ohne den Datenzugang bleibt der Multiplikatoreffekt der Produktivität aus.
IBM Consulting: KI als Kern der Transformation
Mohamad Ali, Senior Vice President von IBM Consulting, beschreibt die Zukunft des Consultings bei IBM als ein Live-Dashboard, in dem Menschen die Arbeit von KI-Agenten in Echtzeit überwachen. Dieses Dashboard, intern "Consulting Advantage" genannt, wurde 2024 eingeführt, um Beratern beim Aufbau und Management von KI-Agenten-Teams zu helfen. Im Januar wurde "Enterprise Advantage" für Kunden vorgestellt, eine ähnliche Plattform zum Aufbau und Management von KI-Agenten in großem Maßstab.
IBM Consulting nutzt digitale Mitarbeiter bereits in über 150 Kundenprojekten. Ein Beispiel ist ein typisches Sicherheits-Operations-Center: Wo ein menschlicher Ermittler früher etwa 45 Minuten für die Analyse von Protokollen benötigte, erledigt KI diesen Prozess nun in wenigen Minuten. Digitale Mitarbeiter erstellen einen Untersuchungsplan, führen ihn in Echtzeit aus, analysieren Risiken und erstellen einen Bericht, der dann von einem Menschen verifiziert wird. Allein im Januar wurden so 52.000 Untersuchungen abgeschlossen.
Interne KI-Transformation und Produktivitätsgewinne
IBM hat sich von einem Hersteller von Großrechnern zu einem wichtigen Akteur im KI-Boom entwickelt. Der generative KI-Bereich des Unternehmens wurde im vierten Quartal mit 12,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Der Consulting-Umsatz stieg von rund 20,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 auf über 21 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025, angetrieben durch die Nachfrage nach generativer KI und Implementierungsdienstleistungen.
Seit 2023 hat IBM KI in seine eigenen Abläufe integriert, um die Unternehmensproduktivität erheblich zu steigern. Dabei wurden fast 400 Workflows analysiert und über 100 mit Governance-Frameworks und globalen Schulungen neu gestaltet. Diese Bemühungen führten zu Produktivitätsgewinnen von 4,5 Milliarden US-Dollar. Diese Erfahrungen gibt IBM nun an seine Kunden weiter.
Die neue Rolle des Consultings
Die Rolle des Consultings, Organisationen bei der Neugestaltung ihrer Abläufe zu unterstützen, wird durch KI tiefgreifend beeinflusst. Consulting wird zunehmend eine Kombination aus Menschen und Software sein, die über intelligente Agenten und Plattformen bereitgestellt wird. Es geht um "Services as Software", bei denen KI nicht nur ein Werkzeug ist, sondern in Kernsysteme eingebettet, mit Leitplanken versehen und von Fachleuten gemanagt wird.
Die Nachfrage nach Software-Ingenieuren wächst weiterhin, doch ihre Rolle verändert sich. Moderne Ingenieure müssen Kontext-Engineering verstehen, Datensätze vektorisieren und Leitplanken in nicht-deterministische KI-Systeme einbauen. Unternehmen müssen ihre Belegschaft schnell umschulen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. IBM Consulting, als Teil eines großen Technologieunternehmens, ist in der einzigartigen Position, KI-Technologie selbst zu entwickeln, unternehmensweit anzuwenden und Hunderte von Organisationen bei ihren eigenen KI-Transformationen zu unterstützen.