
IEA: Iran-Krieg hält globalen Erdgasmarkt bis 2027 angespannt
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Ein neuer Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) warnt, dass der globale Erdgasmarkt aufgrund des Iran-Krieges und der damit verbundenen Schäden an Flüssigerdgas (LNG)-Anlagen in Katar für mindestens zwei weitere Jahre angespannt bleiben wird. Die Konflikte im Nahen Osten beeinträchtigen die weltweite Gasversorgung erheblich und verzögern den Ausbau der LNG-Kapazitäten.
IEA prognostiziert angespannte Gasmärkte bis 2027
Die Internationale Energieagentur (IEA) hat in ihrem jüngsten Quartalsbericht am Freitag davor gewarnt, dass die Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Energiemärkte weit über das laufende Jahr hinausreichen werden. Der Konflikt im Nahen Osten, der sich bereits im zweiten Monat befindet, wird voraussichtlich die weltweiten Erdgaslieferungen für zwei Jahre beeinträchtigen. Dies liegt primär an den Schäden an Flüssigerdgas (LNG)-Anlagen in Katar, die die Versorgung stören.
Die IEA geht davon aus, dass die Märkte bis 2026 und 2027 angespannt bleiben werden. Kurzfristige Versorgungsverluste in Kombination mit einem langsameren Kapazitätswachstum könnten bis 2030 zu einem kumulativen Verlust von 120 Milliarden Kubikmetern LNG-Lieferungen führen. Obwohl neue Verflüssigungsprojekte in anderen Regionen diese Verluste im Laufe der Zeit ausgleichen sollen, wird der Einfluss die angespannte Marktsituation verlängern.
Auswirkungen auf die globale LNG-Versorgung
Die iranischen Angriffe auf die Ras Laffan Industrial City, ein LNG-Exportterminal in Katar, haben im vergangenen Monat dessen LNG-Kapazität um 17 % reduziert. Katars Energieminister gab an, dass die Reparatur der Schäden bis zu fünf Jahre dauern könnte. Diese Beeinträchtigungen der LNG-Verflüssigungsinfrastruktur in Katar werden das prognostizierte Angebotswachstum reduzieren und die erwartete globale LNG-Expansionswelle um mindestens zwei Jahre verzögern.
Die strategische Bedeutung der Hormusstraße
Ein weiterer kritischer Faktor ist die Schließung der Straße von Hormus infolge des Konflikts. Diese Meerenge ist eine entscheidende Passage, durch die ein Fünftel der weltweiten Öl- und LNG-Lieferungen transportiert wird. IEA-Chef Fatih Birol bezeichnete die Störung in einem Interview mit France Inter Radio am Dienstag als "die größte Krise der Geschichte".
Die Dauer der effektiven Schließung der Straße von Hormus stellt eine wesentliche Unsicherheit dar, die die globale Gasnachfrage im Jahr 2026 beeinflussen wird. Ihre anhaltende Blockade könnte weitreichende Konsequenzen für die weltweite Energieversorgung haben.
Nachfrageseitige Anpassungen und politische Maßnahmen
Die IEA stellte fest, dass die Nachfrage nach Erdgas im März gesunken ist. Dies ist teilweise auf höhere Rohstoffpreise und nachfrageseitige politische Maßnahmen zurückzuführen. Eine Reihe asiatischer Länder ergreift bereits Maßnahmen zur Nachfragesteuerung und zum Brennstoffwechsel, um den Einsatz von Erdgas zu reduzieren. Diese Anpassungen auf der Nachfrageseite könnten dazu beitragen, den Druck auf die angespannten Märkte zu mindern.