
Intel-Aktie steigt nach starken Quartalszahlen: Chiphersteller zeigt Wachstum
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Intel hat im ersten Quartal 2026 die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen und damit Anzeichen einer Erholung gezeigt. Die Aktie des US-Chipherstellers sprang nachbörslich um 16 % in die Höhe, während das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 7,2 % verzeichnete. Trotz eines weiterhin bestehenden Nettoverlusts signalisieren die Ergebnisse und der optimistische Ausblick auf das zweite Quartal eine positive Entwicklung für den Halbleiterkonzern.
Ein starkes Comeback an der Börse
Die Intel-Aktie hat sich in jüngster Zeit zu einem Liebling der Wall Street entwickelt. Sie stieg in diesem Jahr bis Donnerstagsschluss um über 80 %, nachdem sie bereits 2025 um 84 % zugelegt hatte. Die Trump-Administration unterstützte den Chiphersteller maßgeblich, indem die US-Regierung im vergangenen Jahr zum größten Aktionär wurde, um die Chipfertigung in den Vereinigten Staaten zu fördern. Auch Nvidia und SoftBank investierten Milliarden in Intel.
Überraschend gute Quartalszahlen
Intel übertraf die Analystenschätzungen von LSEG deutlich. Der bereinigte Gewinn pro Aktie (EPS) lag bei 29 Cents, verglichen mit erwarteten 1 Cent. Der Umsatz erreichte 13,58 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen von 12,42 Milliarden US-Dollar.
Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 7,2 % von 12,67 Milliarden US-Dollar. Dies ist ein wichtiger Indikator, da Intel in fünf der letzten sieben Quartale Umsatzrückgänge verzeichnete. Für das zweite Quartal prognostiziert Intel einen Umsatz zwischen 13,8 Milliarden und 14,8 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes EPS von 20 Cents, was ebenfalls deutlich über den Analystenerwartungen von 13,07 Milliarden US-Dollar Umsatz und 9 Cents EPS liegt.
Wachstum im Datenzentrum und KI-Bereich
Das stärkste Wachstum verzeichnete Intel im Datenzentrumgeschäft, wo der Umsatz um 22 % auf 5,1 Milliarden US-Dollar kletterte. Hier gewinnt Intel dank der steigenden Nachfrage nach Central Processing Units (CPUs) an Zugkraft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Der einst eher ruhige CPU-Markt nimmt Fahrt auf, da "agentic workloads" Rechenanforderungen über die bisher dominierenden Graphics Processing Units (GPUs) von Nvidia hinaus verschieben.
Intel CEO Lip-Bu Tan präsentierte kürzlich einen Wafer mit CPU-Tiles für die Intel Core Ultra Serie 3, Codename Panther Lake, außerhalb des Intel Ocotillo Campus in Chandler, Arizona. Dies unterstreicht die Innovationskraft des Chipherstellers.
Strategische Investitionen und Herausforderungen
Obwohl Intel im frühen Stadium des KI-Booms hinter Rivalen wie Nvidia und Advanced Micro Devices zurückfiel, zeigen die jüngsten Entwicklungen eine mögliche Trendwende. Intel tätigte eine strategische Investition von 14 Milliarden US-Dollar für den Rückkauf einer 49-prozentigen Beteiligung an seiner irischen Chipfabrik, die zuvor an Apollo Global Management verkauft worden war.
Trotz der positiven Umsatzentwicklung und des optimistischen Ausblicks schreibt Intel weiterhin rote Zahlen. Der Nettoverlust weitete sich auf 4,28 Milliarden US-Dollar oder 73 Cents pro Aktie aus, verglichen mit einem Verlust von 887 Millionen US-Dollar oder 19 Cents pro Aktie im Vorjahr.
Intels einzigartiges Geschäftsmodell
Intel verfolgt eine ungewöhnliche Strategie in der Chipindustrie. Als sogenannter Integrated Device Manufacturer (IDM) stellt Intel nicht nur eigene Produkte her, sondern fertigt auch die zugrunde liegenden Siliziumchips selbst. Die meisten Chiphersteller lagern den komplexen und kostspieligen Fertigungsprozess an große Chip-Fabriken wie die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) aus. Dieses Modell ermöglicht Intel eine umfassende Kontrolle über die gesamte Wertschöpfungskette.