
Iran-Krieg 2026: Experten analysieren Dauer und globale Folgen
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Der am 28. Februar 2026 begonnene Iran-Krieg hat nach 27 Tagen weitreichende globale Auswirkungen, von einem Anstieg der Ölpreise über 100 US-Dollar pro Barrel bis zum stärksten wöchentlichen Goldrückgang seit 1983. Angesichts bevorstehender Zwischenwahlen wächst der politische Druck, eine Lösung für den Konflikt zu finden, dessen Ende ungewiss bleibt.
Eskalation und globale Auswirkungen des Iran-Krieges
Der Konflikt, von den USA als "Operation Epic Fury" bezeichnet, begann am 28. Februar 2026 mit fast 900 Luftschlägen von US-amerikanischen und israelischen Streitkräften innerhalb von zwölf Stunden. Diese Angriffe zielten auf iranische Militär-, Atom- und Führungsstandorte und führten zur Tötung des Obersten Führers Ali Khamenei sowie weiterer Beamter. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu beschrieb die Operation als "letzten Ausweg", um Irans nukleare Ambitionen zu stoppen, während US-Präsident Donald Trump einen Regimewechsel zur Eliminierung von Bedrohungen anführte.
Die globalen Finanzmärkte reagierten umgehend: Die Ölpreise stiegen auf über 100 US-Dollar pro Barrel, während Gold, traditionell ein sicherer Hafen, seinen schlimmsten wöchentlichen Rückgang seit 1983 verzeichnete. Die Eskalation des Nahostkonflikts hat weitreichende wirtschaftliche und politische Konsequenzen, die über die Region hinausreichen.
Ursprünge des Konflikts
Die Wurzeln des aktuellen Konflikts reichen bis zum Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 zurück, der iranisch unterstützte Stellvertreter wie die Hisbollah und die Huthi-Rebellen in den Konflikt zog. Die Spannungen verschärften sich im April 2024, als Israel ein iranisches Konsulat in Damaskus angriff und zwei Generäle tötete, woraufhin Iran seinen ersten direkten Raketenangriff auf Israel startete.
Ein weiterer Höhepunkt war der "Zwölftagekrieg" im Juni 2025, als Israel iranische Nuklearanlagen angriff. Die USA schlossen sich am 22. Juni 2025 den Angriffen an und bombardierten Standorte wie Natanz und Fordow. Nach einem fragilen Waffenstillstand und gescheiterten Atomgesprächen eskalierten die Spannungen Anfang 2026 erneut, was zum Beginn des aktuellen offenen Krieges führte.
Aktueller Stand der Kampfhandlungen
Die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe halten an. Laut US Central Command wurden Irans ballistische Raketenfähigkeiten durch die initialen über 900 Treffer um 90 Prozent reduziert. Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel, US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait, Katar und den VAE sowie auf Energieanlagen in Saudi-Arabien. Berichten zufolge feuerte Iran allein am 28. Februar 170 ballistische Raketen auf Israel ab.
Nach dem Tod von Ali Khamenei wurde am 8. März Mojtaba Khamenei zum neuen Obersten Führer ernannt, der schwor, den Kampf fortzusetzen. US-israelische Angriffe zielten auch auf nuklearsensible Standorte wie die Anreicherungsanlage Natanz am 3. März und angeblich erneut am 21. März. Iran startete seinerseits Raketenangriffe in Richtung Dimona, wo Israels Hauptnuklearanlage beheimatet ist, und die nahegelegene Stadt Arad, wobei über 100 Menschen verletzt wurden.
Expertenmeinungen zur Konfliktdauer
Die Frage nach dem Ende des Iran-Krieges wird von Experten unterschiedlich bewertet:
- Kenneth Rapoza, ehemaliger WSJ-Journalist und Forbes-Autor, merkt an, dass der Markt ursprünglich eine einmonatige Frist bis zum 31. März für einen Abschluss antizipierte. Diese Erwartung basierte auf der Annahme hoher anfänglicher Volatilität bei Öl und Rohstoffen, gefolgt von einer Normalisierung. Das Weiße Haus hatte zudem eine Beendigung innerhalb von vier bis sechs Wochen in Aussicht gestellt. Sollte der Konflikt über diesen "Basisfall" von einem Monat hinausgehen, sei eine umfassende Neubewertung der Märkte und der geopolitischen Stellung der Trump-Regierung sowie der "America First"-Handelsagenda wahrscheinlich.
- Luis Flavio Nunes, Marktanalyst, beobachtet, dass die Frage des Enddatums weniger eine militärische als vielmehr eine politische sei. Obwohl Irans konventionelle Streitkräfte dezimiert seien, blieben seine wahren Hebel – die Straße von Hormus und die Fähigkeit zu einem Ölschock – intakt.
- Nigam Arora, Gründer von The Arora Report, kommentiert, dass Präsident Donald Trump den Krieg zwar als "gewonnen" erklärt habe, die Realität vor Ort jedoch unklarer sei. Iran habe Waffenstillstandsangebote abgelehnt und Gespräche mit den USA als "unlogisch" bezeichnet. Beide Seiten halten an maximalistischen Forderungen fest: Die USA fordern weitreichende Zugeständnisse, während Iran Reparationen, keine Sanktionen und größere regionale Kontrolle verlangt.
Arora zufolge ist ein umfassendes Abkommen kurzfristig unwahrscheinlich. Stattdessen sei ein minimalistischer Waffenstillstand, der die Feindseligkeiten pausiert und weitere Verhandlungen ermöglicht, das wahrscheinlichste Ergebnis in naher Zukunft (Wochen). Eine vollständige Lösung könnte angesichts tiefgreifender struktureller Meinungsverschiedenheiten jedoch Monate oder länger dauern, mit dem Risiko einer Eskalation, falls die Gespräche scheitern.
Wirtschaftliche und politische Dimensionen
Die militärischen Erfolge der USA und Israels, wie die Degradierung von Irans Raketen- und Drohneninfrastruktur, haben Irans Fähigkeit zur Machtprojektion reduziert, aber nicht eliminiert. Das Atom- und Raketenprogramm wurde beeinträchtigt, aber nicht vollständig demontiert. Das iranische Regime bleibt weiterhin an der Macht, und die Kernfunktionen des Staates sind intakt.
Angesichts bevorstehender Zwischenwahlen in den USA ist der politische Anreiz zur Beilegung des Konflikts hoch. Die Märkte setzen derzeit auf einen minimalistischen Waffenstillstand und ignorieren weitgehend das Risiko eines längeren Konflikts. Eine Ausweitung über die erwartete Frist hinaus würde jedoch eine Neubewertung der Zinsen und der globalen Wahrnehmung der "America First"-Handelsagenda der Trump-Regierung nach sich ziehen.