
Iran-Krieg: Trump erwartet anhaltend hohe Benzinpreise bis November
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US-Präsident Donald Trump hat die Amerikaner darauf vorbereitet, dass die Kraftstoffpreise aufgrund des Iran-Krieges noch "eine Weile" hoch bleiben werden, möglicherweise sogar bis zu den Zwischenwahlen im November. Diese Entwicklung folgt auf gescheiterte Friedensgespräche und die Ankündigung einer US-Seeblockade der Straße von Hormus, was die Ölpreise weiter in die Höhe treibt und die Verbraucher stark belastet.
Aktuelle Lage der Kraftstoffpreise
Die Kraftstoffpreise in den USA sind seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar um über 30 Prozent gestiegen und liegen nun bei über 4 US-Dollar pro Gallone, wie AAA berichtet. Im Februar lagen die Preise noch knapp unter 3 US-Dollar pro Gallone, während der nationale Durchschnitt im Jahr 2025 bei 3,23 US-Dollar pro Gallone lag. Dieser Anstieg markiert laut Bureau of Labor Statistics mit 21,2 Prozent den größten monatlichen Anstieg der Benzinpreise in der Geschichte.
Die steigenden Kraftstoffkosten haben auch die Inflation befeuert, die im März im Jahresvergleich um 3,3 Prozent zunahm. Eine Mehrheit der Amerikaner hat laut einer CNBC All-America Economic Umfrage bereits Ausgaben gekürzt und erwartet, dass die höheren Preise mindestens sechs Monate anhalten werden.
Trumps Einschätzung und die Dauer des Konflikts
Präsident Donald Trump äußerte am Donnerstag, dem 23. April 2026, dass die Amerikaner höhere Benzinpreise "für eine Weile" erwarten sollten, ohne einen genauen Zeitrahmen zu nennen. Er betonte jedoch, dass er es nicht eilig habe, ein Friedensabkommen mit Teheran zu schließen. Am Sonntag räumte Trump in einem Interview mit FOX News ein, dass die Öl- und Gaspreise möglicherweise sogar bis zu den Zwischenwahlen im November erhöht bleiben könnten. Er sagte: "Es könnte sein, oder gleich, oder vielleicht ein bisschen höher, aber es sollte ungefähr gleich sein."
Die Trump-Regierung hatte ursprünglich erwartet, dass der Konflikt etwa vier bis sechs Wochen dauern würde. Da der Krieg nun aber das Ende seines zweiten Monats erreicht, hat Trump diese Zeitlinie angepasst. Er behauptet, der Krieg habe weniger Auswirkungen auf Aktien und Ölpreise gehabt, als er erwartet hatte, und dass die vorübergehend höheren Preise letztendlich mit einem Abkommen belohnt würden, das Iran am Erwerb einer Atomwaffe hindert.
Der Einfluss des Iran-Konflikts auf die Ölmärkte
Die Ölpreise haben seit Beginn des Konflikts deutlich zugelegt. Brent-Rohöl-Futures stiegen am Donnerstag um etwa 3 Prozent auf 105,07 US-Dollar pro Barrel, während West Texas Intermediate (WTI)-Futures um rund 3 Prozent auf 95,85 US-Dollar schlossen. Seit dem Tag vor Kriegsbeginn ist Brent-Rohöl von etwa 72 US-Dollar auf fast 120 US-Dollar pro Barrel gestiegen.
Nach der Ankündigung einer US-Seeblockade stiegen die Ölpreise am Sonntag weiter an. Der Preis für US-Rohöl kletterte um 8 Prozent auf 104,24 US-Dollar pro Barrel, und Brent-Rohöl, der internationale Standard, stieg um 7 Prozent auf 102,29 US-Dollar. Trump merkte an, dass die USA aufgrund ihrer eigenen Ölreserven weniger betroffen seien als andere Länder.
Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist ein entscheidender Seeweg, durch den etwa 20 Prozent des weltweiten Ölangebots transportiert werden. Am Sonntag kündigte Präsident Trump an, dass die US-Marine alle Schiffe blockieren werde, die die Straße von Hormus passieren oder verlassen. Diese Entscheidung folgte auf gescheiterte Friedensgespräche zwischen den USA und Iran in Pakistan, die über 21 Stunden andauerten und von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif vermittelt wurden.
Der iranische Parlamentssprecher Mohammad Baqer Qalibaf, der die iranische Delegation bei den Gesprächen leitete, warnte auf X, dass eine Blockade zu noch höheren US-Benzinpreisen führen würde. Er schrieb: "Genießen Sie die aktuellen Pumpenzahlen. Mit der sogenannten 'Blockade' werden Sie bald nostalgisch für 4–5 Dollar Benzin sein." Trump drohte zudem auf Truth Social, Minen in der Straße zu zerstören und jedes iranische Schiff, das auf US- oder friedliche Schiffe feuert, "IN DIE HÖLLE ZU BOMBEN".
Auswirkungen auf US-Verbraucher und die Politik
Die Erschwinglichkeit ist für die Amerikaner ein Hauptanliegen, da der Iran-Krieg in seine sechste Woche geht. Eine Umfrage des Pew Research Center vom 23. bis 29. März ergab, dass 69 Prozent der Amerikaner über höhere Benzin- und Kraftstoffpreise infolge der US-Militäraktion gegen Iran besorgt sind, wobei 45 Prozent extrem besorgt sind.
Die anhaltend hohen Kraftstoffpreise könnten auch politische Auswirkungen haben, insbesondere im Hinblick auf die Zwischenwahlen im November. Trumps Eingeständnis, dass die Preise bis dahin hoch bleiben könnten, steht im Gegensatz zu früheren Behauptungen, der Anstieg sei nur vorübergehend.