Iran-Krieg und Hormus-Blockade: Russland stützt Chinas Energiebedarf

Iran-Krieg und Hormus-Blockade: Russland stützt Chinas Energiebedarf

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Inmitten des eskalierenden Iran-Krieges und der daraus resultierenden geopolitischen Spannungen hat Russland China seine Unterstützung bei der Sicherung der Energieversorgung angeboten. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende strategische Zusammenarbeit zwischen Moskau und Peking, während globale Rohstofflieferketten zunehmend unter Druck geraten.

Russlands Energieangebot an China

Russlands Außenminister Sergei Lawrow erklärte am Mittwoch, dass Russland die entstandene Ressourcenlücke in China und anderen interessierten Ländern füllen könne. Diese Äußerungen, die von der russischen Nachrichtenagentur Interfax gemeldet wurden, erfolgten nach einem Treffen Lawrows mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking. Beide Seiten bekräftigten dabei ihre "unerschütterliche" Freundschaft und strategische Kooperation.

Lawrow betonte zudem die Fähigkeit Russlands und Chinas, den wirtschaftlichen Auswirkungen "aggressiver" US-Militäroperationen gegen den Iran standzuhalten. Diese Operationen hätten die globalen Öl- und Gaspreise in die Höhe getrieben. Laut Lawrow verfügen beide Länder über alle notwendigen Kapazitäten, um nicht von solchen "aggressiven Abenteuern" abhängig zu sein, die die Weltwirtschaft und die globale Energieversorgung untergraben.

Hintergrund: Der Iran-Krieg und die Straße von Hormus

Der Krieg im Nahen Osten hat die geopolitischen Spannungen verschärft und bedroht die globalen Rohstofflieferungen. Insbesondere die US-Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa 40 % des weltweiten Öls und ein erheblicher Teil des Flüssigerdgases transportiert werden, führt zu erheblichen Störungen. Jede anhaltende Unterbrechung in dieser wichtigen Seestraße treibt die Preise in die Höhe, erhöht die Kosten für Seeversicherungen und erfordert eine Neugestaltung der Routen.

China, das fast 90 % des vom Iran exportierten Öls – oft unter Umgehung von Sanktionen – kauft und auch der größte Abnehmer Saudi-Arabiens und anderer Golfproduzenten ist, ist von diesen Entwicklungen stark betroffen. Die Energieimporte Chinas gingen im März zurück, was erste Anzeichen von Lieferengpässen widerspiegelt.

Chinas diplomatische Rolle und Energiebedarf

Chinas Präsident Xi Jinping hat sich erstmals seit den US-amerikanischen und israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar direkt zum Krieg im Nahen Osten geäußert. Er betonte die Notwendigkeit, die Autorität des internationalen Rechts zu respektieren und nicht zur "Gesetz des Dschungels" zurückzukehren. Diese Aussage wird als implizite Kritik an den USA und ihrem Vorgehen gegen den Iran verstanden.

Xi präsentierte zudem einen Vier-Punkte-Vorschlag zur "Sicherung der Stabilität im Nahen Osten". Dieser Plan betont die nationale Souveränität, die zentrale Rolle der Vereinten Nationen und den Aufbau einer "gemeinsamen Sicherheitsarchitektur" in der Golfregion. China strebt ein kooperatives Sicherheitsmodell an, das die Abhängigkeit von traditionellen Militärbündnissen begrenzt und Raum für eigene Vermittlungsbemühungen schafft.

Strategische Partnerschaft und zukünftige Treffen

Die Beziehungen zwischen Russland und China basieren auf "gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Nutzen", wie das chinesische Außenministerium laut Reuters mitteilte. Seit der Invasion der Ukraine hat sich Russland als einer der wichtigsten Energielieferanten Chinas etabliert, was eine Kombination aus wirtschaftlichem Pragmatismus und strategischer Ausrichtung gegen den Westen darstellt.

Russlands Präsident Wladimir Putin wird in der ersten Jahreshälfte China besuchen, wobei russische Medien ein mögliches Treffen in der Woche des 18. Mai nennen. Auch US-Präsident Donald Trump wird voraussichtlich am 14. und 15. Mai mit Präsident Xi zusammentreffen, was die diplomatische Aktivität in Peking weiter erhöht.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Resilienz

Während die globale Energieversorgung durch den Iran-Krieg und die Hormus-Blockade unter Druck gerät, profitiert Russland von den gestiegenen Ölpreisen. Die Exporte nach China und Indien sind stark angestiegen, was Moskaus Einnahmen erhöht. China verfügt über Reserven und diversifizierte Bezugsquellen, doch eine anhaltende Instabilität könnte seine Wirtschaft belasten.

Die enge Koordination zwischen Russland und China soll die Widerstandsfähigkeit beider Länder gegenüber den globalen Turbulenzen stärken. Beide Nationen kritisieren die US-Militäraktionen und die Blockade der mit dem Iran verbundenen Schifffahrtsrouten.

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