Iran: Wirtschaftskrise befeuert Proteste – Trump droht mit Intervention

Iran: Wirtschaftskrise befeuert Proteste – Trump droht mit Intervention

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Im Iran haben sich seit Ende Dezember 2025 landesweite Proteste gegen die schlechte Wirtschaftslage und die hohe Inflation ausgebreitet. US-Präsident Donald Trump hat daraufhin gewarnt, dass die Vereinigten Staaten eingreifen würden, falls die iranischen Behörden friedliche Demonstranten gewaltsam töten sollten. Diese Entwicklung verschärft die Spannungen in der Region und wirft Fragen über die zukünftige Stabilität auf.

Eskalierende Proteste und wirtschaftliche Not

Die Proteste begannen am 28. Dezember 2025 in Teheran, als Ladenbesitzer gegen die sich verschlechternde Wirtschaft des Iran demonstrierten. Schnell weiteten sich die Unruhen auf andere Städte aus und zogen auch Studenten an. Auslöser waren der starke Verfall der Landeswährung gegenüber dem US-Dollar und die explodierenden Preise.

Die jährliche Inflation erreichte im Dezember 42,2 Prozent, wobei die Lebensmittelpreise um 72 Prozent anstiegen. Eine andere Quelle spricht sogar von einer Inflation von 52 Prozent. Diese wirtschaftliche Notlage hat die Bevölkerung auf die Straßen getrieben, um ihren Unmut über die Regierungspolitik kundzutun.

Die Demonstrationen wurden diese Woche gewalttätig, wobei lokale Medien den Tod von mindestens sechs Zivilisten meldeten. Andere Berichte sprechen von mindestens sieben Todesfällen und Dutzenden Verletzten bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Bestätigt wurden die Tötungen von Dariush Ansari Bakhtiarvand, Amir-Hessam Khodayarifard und Shayan Asadollahi.

Internationale Reaktionen und Warnungen

US-Präsident Donald Trump äußerte sich am Freitag auf Truth Social und erklärte: „Wenn der Iran friedliche Demonstranten erschießt und gewaltsam tötet, was seine Gewohnheit ist, werden die Vereinigten Staaten von Amerika ihnen zu Hilfe kommen.“ Er fügte hinzu: „Wir sind schussbereit und bereit zum Einsatz.“ Ein Sprecher des US-Außenministeriums erklärte am 2. Januar, die Proteste spiegelten die „verständliche Wut des iranischen Volkes über die Versäumnisse und Ausreden seiner Regierung“ wider.

Der Berater des iranischen Obersten Führers, Ali Larijani, erwiderte am Freitag, dass eine Einmischung der USA in die Proteste im Iran einem Chaos in der gesamten Region gleichkäme. Der iranische Präsident Masud Pezeshkian, der von vielen als relativ moderat angesehen wird, versuchte, die Spannungen zu entschärfen. Er erkannte die „legitimen Forderungen“ der Iraner an und forderte die Regierung auf, Maßnahmen zur Linderung der wirtschaftlichen Not zu ergreifen.

Die israelische Spionageagentur Mossad rief am 31. Dezember 2025 die Iraner direkt dazu auf, die Proteste fortzusetzen, und erklärte, sie unterstütze sie „vor Ort“. Auch Australien verurteilte die Gewalt der iranischen Behörden, forderte Respekt für friedliche Demonstranten und kündigte erweiterte Sanktionen an, unter anderem gegen mit den IRGC verbundene Personen.

Die Rolle der Wirtschaft und Sanktionen

Die iranische Wirtschaft hat seit Trumps Rückzug der USA aus dem iranischen Atomabkommen im Jahr 2018 und der Wiedereinführung von Sanktionen stark gelitten. Das Land wird seit Jahren von einer lähmenden Hyperinflation geplagt, die durch westliche Sanktionen aufgrund des Atomprogramms der klerikalen Regierung und deren Unterstützung militanter Gruppen in der Region angeheizt wird.

Im Juni des vergangenen Jahres eskalierten US-Angriffe auf iranische Atomanlagen die Spannungen und zogen Washington in Israels Krieg mit seinem langjährigen regionalen Rivalen hinein. Saeid Golkar, außerordentlicher Professor an der University of Tennessee, der den Iran beobachtet, schrieb in sozialen Medien, dass die neue Protestwelle „durch wirtschaftliche Missstände angetrieben wird, aber fundamental in der Repression, den ideologischen Politiken und der Inkompetenz des Regimes verwurzelt ist.“

Ali Fathollah-Nejad, Gründer und Direktor des in Berlin ansässigen Center for Middle East and Global Order, schrieb am 30. Dezember, dass sich die Islamische Republik „an einem Scheideweg befindet. Erneute landesweite Proteste sind das Ergebnis akkumulierter Krisen: rascher Währungsverfall, Wasser- und Stromknappheit, steigende Kraftstoffpreise, Inflation an der Grenze zur Hyperinflation, ökologische Zerstörung usw.“

Geografische Ausbreitung und politische Forderungen

Die Demonstrationen haben sich geografisch und sozial stark ausgeweitet, mit Protesten und Streiks in Dutzenden von Städten, darunter Teheran, Mashhad, Isfahan, Lorestan, Khuzestan, Lordegan, Qom, Nurabad, Hamadan, Bandar Abbas, Azna, Qazvin und Babol. Berichte zeigten Videos von Sicherheitskräften, die in mehreren Städten, darunter Nurabad in Lorestan und Hamadan im Westen des Iran, scharfe Munition auf Demonstranten abfeuerten.

Die Unruhen haben einen deutlich regierungsfeindlichen Ton angenommen, wobei Demonstranten in Bandar Abbas Parolen wie „Tod dem gesamten System“ und „Es lebe der Schah (König)“ riefen. Pro-Monarchie-Slogans und Graffiti tauchten auch in Esfahan und Sistan und Belutschistan auf. Zum ersten Mal seit fünf Jahrzehnten dominieren pro-monarchistische Parolen die Rufe der Demonstranten.

In Qom, einer Hochburg schiitischer Geistlicher und der Islamischen Republik, skandierten Demonstranten pro-monarchistische Parolen, was einen symbolischen Bruch in einer lange als politisch unantastbar geltenden Stadt darstellt. Der im Exil lebende Prinz Reza Pahlavi würdigte die Protestierenden und forderte nationale Einheit.

Historischer Kontext und Ausblick

Die iranischen Behörden haben die wirtschaftlichen Bedenken zwar anerkannt und friedliche Proteste als legitim bezeichnet, jedoch angedeutet, dass ausländische Mächte – üblicherweise eine Anspielung auf Israel und die USA – hinter subversiven Elementen stecken, die die Gewalt auf den Straßen anheizen. Die jüngsten Demonstrationen erreichen jedoch nicht das Ausmaß der letzten großen Protestwelle im Jahr 2022, die durch den Tod von Mahsa Amini in Polizeigewahrsam ausgelöst wurde.

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran eskalierten diese Woche nach einem Besuch des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in den USA. Nach einem Treffen mit Netanjahu in seinem Mar-a-Lago Resort in Florida am Sonntag sagte Trump, er habe gehört, dass der Iran versuchen könnte, sein Atomprogramm wiederaufzubauen. Trump warnte, dass die USA in diesem Fall „die Hölle aus ihnen herausschlagen“ würden.

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