Iranische Ölexporte: Hormus bleibt Chinas Route trotz Konflikt

Iranische Ölexporte: Hormus bleibt Chinas Route trotz Konflikt

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

Trotz des anhaltenden Konflikts zwischen den USA, Israel und Iran, der den Schiffsverkehr durch die kritische Straße von Hormus stark beeinträchtigt, hat Iran weiterhin erhebliche Mengen Rohöl an China geliefert. Satellitendaten und Schiffsverfolgungsdienste zeigen, dass diese Lieferungen seit Beginn der Auseinandersetzungen am 28. Februar 2026 fortgesetzt werden.

Iranische Ölexporte trotz Konflikt

Seit dem Ausbruch des Konflikts am 28. Februar 2026 hat Iran mindestens 11,7 Millionen Barrel Rohöl über die Straße von Hormus verschifft, die alle für China bestimmt waren. Dies teilte Samir Madani, Mitbegründer von TankerTrackers, am Dienstag, den 11. März 2026, mit. Seine Firma überwacht Schiffsbewegungen mittels Satellitenbildern und kann so auch Schiffe erfassen, deren Ortungssysteme ausgeschaltet sind – eine Praxis, die als "going dark" bekannt ist und von vielen Schiffen angewendet wird, nachdem Teheran Angriffe auf Schiffe in der Meerenge angedroht hatte.

Der Schifffahrtsdatenanbieter Kpler schätzt, dass seit Kriegsbeginn rund 12 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge passiert haben. Nhway Khin Soe, Rohölanalyst bei Kpler, merkte an, dass China in den letzten Jahren der Hauptabnehmer iranischen Rohöls war und ein Großteil dieser Mengen wahrscheinlich dorthin unterwegs ist, auch wenn die Bestätigung des endgültigen Ziels zunehmend schwierig wird. Ein Beispiel hierfür ist der Supertanker "Cuma" unter Guyana-Flagge, der auf einer US-Sanktionsliste steht und am 9. März mit 2 Millionen Barrel iranischem Rohöl an Bord die Meerenge mit Ziel China durchfuhr.

Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus

Die Straße von Hormus, eine enge Wasserstraße, ist entscheidend für den Transport von etwa einem Fünftel des weltweiten Öls und Gases. Seit Beginn des Konflikts im Februar hat sich der Schiffsverkehr dort jedoch stark verlangsamt, und Tanker meiden die umkämpfte Passage weitgehend.

Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) berichtete, dass weniger als zwei Wochen nach Kriegsbeginn zehn Schiffe in oder nahe der Straße von Hormus angegriffen wurden, wobei mindestens sieben Seeleute ums Leben kamen. Zwischen dem 28. Februar und dem 10. März wurden der United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) insgesamt 14 Vorfälle in und um den Arabischen Golf, die Straße von Hormus und den Golf von Oman gemeldet. Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums warnte in einem Interview am Montag, dass Tanker, die die Straße passieren, "sehr vorsichtig sein müssen".

Richard Meade, Chefredakteur des maritimen Risikoanalyseunternehmens Lloyd's List Intelligence, erklärte, dass Iran die Wasserstraße dieser Größe nicht physisch schließen kann, die Bedrohung durch den Einsatz von ballistischen Raketen, unbemannten Luft- und Seedrohnen jedoch real ist. Normalerweise passieren laut IMF Portwatch etwa 30.000 Schiffe pro Jahr, also 82 pro Tag, die Meerenge. Aktuell ist der Verkehr auf ein Minimum reduziert.

Schiffsverkehr und "Schattenflotten"

Der aktuelle Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wird von einer geringen Anzahl von Schiffen dominiert, von denen viele ihre Ortungssysteme ausschalten oder zu sogenannten "Schattenflotten" gehören. Eine "Schattenflotte" bezeichnet Tanker, die sanktionierte Ölladungen aus Iran, Russland oder Venezuela transportieren.

Lloyd's List Intelligence stellte fest, dass von 13 großen Öl- und Gastankern, die zwischen dem 2. und 9. März die Meerenge durchquerten, acht als Teil der Schattenflotte eingestuft wurden. Die identifizierten Schiffe, die die Straße von Hormus passierten, haben oft Verbindungen zu Iran, China oder Russland. Es wurden auch Schiffe aus Griechenland, Indien, den VAE und Singapur registriert. Fünf Schiffe, die von der griechischen Firma Dynacom verwaltet werden, haben die Meerenge seit Kriegsbeginn durchquert.

Zu den Schiffen, die die Passage wagten, gehören der unter Liberia-Flagge fahrende Tanker "Shenlong" (betrieben von Dynacom), der seinen Transponder beim Annähern an die Meerenge ausschaltete, sowie der ebenfalls unter Liberia-Flagge fahrende Massengutfrachter "Sino Ocean", der "CHINA OWNER_ALL CREW" signalisierte. Auch der iranische Öltanker "Dalia" und der Öltanker "Parimal", der von US-Behörden als Transporter iranischen Öls identifiziert wurde, passierten die Meerenge. Zwei Flüssiggastanker, die "Danuta I" (Teil der iranischen "dunklen Flotte") und die "HH Glory" (mit US-Sanktionen belegt wegen Unterstützung der russischen Energieindustrie), wurden ebenfalls gesichtet.

Internationale Reaktionen und Risikomanagement

Die Angst vor Versorgungsunterbrechungen hat die Ölpreise in die Höhe getrieben. US-Präsident Donald Trump forderte Reeder auf, "Mut zu zeigen" und die Meerenge zu passieren, und behauptete, Iran habe "keine Marine". Er kündigte zudem ein 20 Milliarden Dollar (14,85 Milliarden Pfund) schweres Rückversicherungsprogramm an, um den Schiffsverkehr wiederzubeleben.

Trotz dieser Aufrufe und Maßnahmen haben seit Trumps Ankündigung nur zwei Schiffe ohne direkte Verbindungen zu Iran oder Russland die Passage gewagt. Diese Schiffe nutzten verschiedene Methoden zur Risikominderung, darunter das Ausschalten ihrer Transponder.