
Jamie Dimon: Hohe Steuern treiben Unternehmen aus New York – der Trend nach Texas
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Jamie Dimon, der CEO von JPMorgan, hat in seinem jährlichen Aktionärsbrief eindringlich vor den negativen Auswirkungen hoher Steuern auf die Wettbewerbsfähigkeit von Städten wie New York gewarnt. Obwohl er einen Exodus von Unternehmen und wohlhabenden Einzelpersonen befürchtet, zeigt der aktuelle Büromarkt in Manhattan noch keine breite Abwanderung, während JPMorgan selbst bereits Mitarbeiter nach Texas verlagert hat.
Jamie Dimons Warnung vor hohen Steuern
In seinem Schreiben betonte Dimon, dass New York City "viel zu bieten" habe, jedoch die hohen Unternehmens- und individuellen Einkommenssteuern für einige Unternehmen "ungastlich" seien. Er argumentiert, dass Unternehmen in der heutigen "sehr harten, schnelllebigen Welt" wettbewerbsfähig bleiben müssen. Höhere Steuern bedeuten seiner Ansicht nach von Natur aus geringere Kapitalrenditen und eine verminderte Wettbewerbsfähigkeit.
Dimon nannte den New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani, der sich für Steuererhöhungen für Wohlhabende und Unternehmen einsetzt, nicht namentlich. Mamdani hat vorgeschlagen, die Grundsteuern der Einwohner zu erhöhen, um das Haushaltsdefizit der Stadt von 5,4 Milliarden US-Dollar zu decken.
Abwanderung von Wohlhabenden und die Debatte um Vermögenssteuern
Der JPMorgan-CEO wies darauf hin, dass wohlhabende Einzelpersonen bereits aus einigen Staaten mit hohen Steuern und Lebenshaltungskosten fliehen. Als Beispiel nannte er Kalifornien, wo ein vorgeschlagener Vermögenssteuerplan scharfe Kritik von Gesetzgebern und Wirtschaftsführern hervorgerufen hat. Prominente Persönlichkeiten wie die Google-Mitbegründer Sergey Brin und Larry Page haben bereits Entitäten, die mit ihnen verbunden sind, aus dem Staat verlegt, noch vor einer Frist, die mit dem Vorschlag verknüpft war.
Dimon argumentiert, dass Städte nicht nur bei der Lebensqualität, sondern auch bei individuellen, staatlichen und Unternehmenssteuern konkurrieren müssen. Er warnt, dass "tax the rich"-Politiken, die oft als moralisch wahrgenommen werden, letztendlich den Städten und Staaten schaden, indem sie einen Exodus verursachen. Als Beispiele nannte er den Vergleich zwischen Kalifornien und Nevada sowie New York und Florida.
Der aktuelle Büromarkt in Manhattan: Ein gemischtes Bild
Trotz Dimons Warnungen zeigt der Büromarkt in Manhattan derzeit ein gemischtes Bild. Das Gewerbeimmobilienunternehmen JLL stellte fest, dass Unternehmen im ersten Quartal 2026 weiterhin Mietverträge für hochwertige Büroflächen in Manhattan unterzeichnen. Die Leerstandsquoten sind im Vergleich zum Vorjahr um 2,2 % gesunken.
Ein Teil dieser Nachfrage wird von KI-Unternehmen getrieben, die kurzfristige Einstellungen erwarten. Die Mieten stiegen im Jahresvergleich um 3,5 %. JLL hob in seinem Bericht auch die jüngsten Verpflichtungen zweier Finanzunternehmen in New York City hervor: Bank of America plant eine Erweiterung ihrer Büroflächen in Midtown, und American Express hat sich zur Eröffnung eines neuen Hauptsitzes im Financial District bekannt.
JPMorgan und der Trend nach Süden
Dimon betonte in seinem Brief jedoch, dass einige Finanzunternehmen und ihre Mitarbeiter nach Süden abwandern. Er schrieb: "Manchmal sieht man Unternehmen Staaten verlassen, aber Migration zeigt sich auch in der Verlagerung von Mitarbeitern aus bestimmten Staaten."
Die Mitarbeiterzahl von JPMorgan in New York City ist in den letzten zehn Jahren von 30.000 auf 24.000 gesunken. Im Gegensatz dazu ist die Mitarbeiterzahl des Unternehmens in Texas von 26.000 im Jahr 2015 auf heute 32.000 gestiegen. Dimon prognostiziert: "Dieser Trend wird sich wahrscheinlich fortsetzen." JPMorgan beschäftigt über 12.000 Mitarbeiter auf seinem Campus im Dallas-Vorort Plano, Texas.
"Y'all Street": Texas als neuer Finanzstandort
JPMorgan ist nicht das einzige Unternehmen, das seine Präsenz im Lone Star State, von einigen als "Y'all Street" bezeichnet, ausbaut. Sowohl Goldman Sachs als auch Bank of America haben Pläne zum Bau neuer Campusse in Dallas angekündigt. Darüber hinaus gab Apollo kürzlich bekannt, dass es einen zweiten Hauptsitz in Texas oder Florida sucht. Diese Entwicklungen unterstreichen die wachsende Attraktivität südlicher Staaten für die Finanzbranche.