
Jamie Dimons Führungslektionen: Warum Freitage für große Entscheidungen tabu sind
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JPMorgan CEO Jamie Dimon, der seit fast 22 Jahren die größte Bank der Welt nach Marktkapitalisierung führt und kürzlich 70 Jahre alt wurde, hat eine entscheidende Karrierelektion geteilt: Große Entscheidungen sollten nicht am Ende einer langen Woche getroffen werden. Diese Einsicht, die er als "gelernt und wieder gelernt" bezeichnet, unterstreicht die Bedeutung des richtigen Zeitpunkts für weitreichende Beschlüsse.
Jamie Dimons Rat: Keine großen Entscheidungen am Freitag
In einem Interview mit NPRs "Newsmakers" am Dienstag betonte Jamie Dimon, dass das Treffen großer Entscheidungen an einem Freitag, wenn man müde ist, eine "wirklich schlechte Idee" sei. Diese Aussage lieferte er im Rahmen einer Frage, was er gerne früher im Leben gewusst hätte. Er räumte ein, diese Fehler leider immer noch manchmal zu machen.
Die Gefahr der "Entscheidungsmüdigkeit"
Thomas Roulet, Professor für Organisationssoziologie und Führung an der University of Cambridge, bestätigt Dimons Einschätzung bezüglich der Gefahren der "Entscheidungsmüdigkeit". Er erklärte gegenüber Business Insider, dass die kognitiven Ressourcen eines CEOs – die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten und die richtigen Entscheidungen zu treffen – bis Freitag erschöpft sein können, wenn über die Woche hinweg keine Zeit zum Aufladen war.
Zudem könnte ein CEO am Ende der Woche unter Zeitdruck stehen, was dazu führen kann, dass nicht alle notwendigen Informationen vorliegen oder die richtigen Personen nicht konsultiert werden können. Diese Faktoren können das Urteilsvermögen erheblich beeinträchtigen.
Emotionale Disziplin und Führung
Neben der Vermeidung von Entscheidungen bei Müdigkeit hob Dimon auch emotionale Disziplin als eine weitere zentrale Führungskompetenz hervor. Er merkte an, dass "Wut nicht hilft" und beschrieb dies als eine der Gewohnheiten, die das Urteilsvermögen stillschweigend untergraben können. Diese Erkenntnisse sind für ihn Lektionen, die er im Laufe der Zeit immer wieder neu lernen musste.
Der tiefere Sinn von "Glück" und Lebenszweck
Dimon sprach auch über die Bedeutung eines "Lebenszwecks". Er wurde erzogen, einen Lebenszweck zu haben, jeden gut zu behandeln, sein Bestes zu geben und die Welt zu einem besseren Ort zu machen – eine Haltung, die sich für ihn nicht geändert hat. In seinem jüngsten jährlichen Aktionärsbrief, der am Montag veröffentlicht wurde, hob er das bevorstehende 250-jährige Jubiläum der USA hervor, um sich den Werten von Freiheit, Unabhängigkeit und Chancen neu zu widmen.
Er wies darauf hin, dass der Begriff "Glück" im Satz "Streben nach Glück" aus der US-amerikanischen Unabhängigkeitserklärung oft missverstanden wird. Für ihn bedeutete "Glück" in diesem Kontext nicht das, was wir heute darunter verstehen, sondern vielmehr "Zweck". Dieser Lebenszweck kann viele Formen annehmen:
- Künstler
- Politiker
- Reporter
- Geschäftsperson
- Pflegekraft oder Mutter
Dimon erinnerte sich an einen Meinungsartikel über einen Träger der Medal of Honor, der Jahrzehnte später erkannte, dass die wahren Helden jene waren, die anderen jeden Tag stillschweigend halfen. Diese Menschen gaben nie auf und taten dies durch Gesundheit und Krankheit. "Das ist der Zweck. Man hat die Welt auf die Weise besser gemacht, wie man beitragen kann", so Dimon.