
Japanische Immobilien: Wie AkiyaMart Ausländern den Kauf erleichtert
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Die Nordamerikaner Take Kurosawa (35) und Joey Stockermans (37) haben mit AkiyaMart eine Plattform geschaffen, die Ausländern den Erwerb von Immobilien in Japan erleichtern soll. Seit dem Start im Jahr 2023 hat sich die Website von einer reinen Suchmaschine zu einem umfassenden Dienstleister für Immobilientransaktionen entwickelt. Ihre eigene Erfahrung mit sechs Immobilienkäufen dient dabei als Grundlage und Marketinginstrument.
AkiyaMart: Eine Brücke zum japanischen Immobilienmarkt
Ursprünglich als Suchportal für Immobilien in Japan konzipiert, passte sich AkiyaMart schnell den Bedürfnissen der Nutzer an. Kundenanfragen zum Kauf spezifischer Objekte führten dazu, dass die Gründer, wie Kurosawa berichtet, "einfach anfingen, es zu faken, bis wir es geschafft hatten", und die notwendigen Prozesse schrittweise aufbauten. Sie erkannten die Reibungspunkte im japanischen Immobilienmarkt für Ausländer und entwickelten Lösungen.
Joey Stockermans betont, dass er und Kurosawa mittlerweile zu den "obersten 0,1 % der englischsprachigen Personen" gehören, die den japanischen Immobilienprozess verstehen. Diese Expertise resultiert aus der Bearbeitung zahlreicher Transaktionen und der Analyse vieler Komplikationen, die tiefe Einblicke in japanische Immobilien- und Rechtsvorschriften ermöglichten.
Expertise durch eigene Erfahrung
Die Kunden von AkiyaMart verfolgen unterschiedliche Ziele beim Immobilienkauf in Japan. Etwa 20 % der Nutzer planen einen dauerhaften Umzug, oft aus den USA oder Europa. Weitere 50 % suchen nach Ferienhäusern, während die restlichen 30 % an Investitionsobjekten interessiert sind. Diese Vielfalt spiegelt die Attraktivität des japanischen Immobilienmarktes wider.
Kurosawa und Stockermans haben selbst sechs Immobilien in ganz Japan erworben. Ihr primäres Ziel war dabei nicht, direkt Geld mit diesen Objekten zu verdienen. Stattdessen dienen die Immobilien dazu, verschiedene Asset-Klassen zu erproben und als Marketingmaterial für die Website zu fungieren, indem sie ihre "Abenteuer" dokumentieren.
Die Strategie hinter den eigenen Immobilienkäufen
Die Gründer von AkiyaMart haben verschiedene Immobilienstrategien getestet. Dazu gehören Kurz-, Mittel- und Langzeitvermietungen, ein Grundstücksabriss mit Neubau sowie der Kauf und Weiterverkauf (Flipping) einer Immobilie. Bislang wurden die eigenen Objekte nur von Freunden und Familie kostenlos genutzt, da noch keine Airbnb-Lizenzen vorliegen.
Zu ihren Käufen gehören ein erstes Objekt in Beppu und ein Haus in Tama, Tokio, das mit rund 114.000 US-Dollar die teuerste Anschaffung war. In Kitakyushu erwarben sie eine Immobilie für 3.500 US-Dollar, die sie langfristig vermieten und dabei eine Rendite von etwa 20 % erzielen. Ein weiteres Objekt in Myoko, Niigata – einer Region, die als "Schneehauptstadt" und potenzielles "nächstes Niseko" gilt – wurde ebenfalls für 3.500 US-Dollar gekauft und soll abgerissen werden, um Platz für Tiny Homes zu schaffen.
Fallbeispiele: Von Beppu bis Nagasaki
Ein bemerkenswertes Projekt war der Kauf einer Immobilie in Nagasaki für 6.500 US-Dollar, die für 20.000 US-Dollar an ein Paar aus Kalifornien weiterverkauft wurde. Dieser "Flip" generierte einen Gewinn von 4.000 US-Dollar und diente primär als Experiment, um den Verkaufsprozess in Japan zu verstehen und die Website zur Vermittlung von Käufern und Verkäufern zu nutzen.
Nachdem das Haus in Nagasaki auf ihrer Website zum Verkauf angeboten wurde, gingen innerhalb von drei Tagen 120 Bewerbungen ein. Die Gründer legten großen Wert auf die sorgfältige Auswahl der Käufer, um die lokale Gemeinschaft, die hauptsächlich aus älteren Rentnern besteht, nicht zu stören. Die vorherige Familie hatte das Haus über 200 Jahre bewohnt, was die Sensibilität für die Gemeinschaft unterstreicht. Ein weiteres Objekt in Otaru, einer Schneeregion, wurde für etwa 36.000 US-Dollar erworben und soll nach Renovierung und Erhalt einer Airbnb-Lizenz ebenfalls weiterverkauft werden.
Herausforderungen und Chancen im japanischen Immobilienhandel
Kurosawa und Stockermans betonen, dass ihr Fokus weniger auf dem schnellen Geldverdienen mit den eigenen Immobilien liegt, sondern vielmehr auf dem Sammeln von Erfahrungen und dem Verbringen von Zeit in Japan. Sie sehen ihre Mission als erfüllt an, da sie deutlich mehr Zeit in Japan verbringen als erwartet und dabei immer neue Regionen erkunden.
Die Gründer identifizieren eine wachsende Geschäftsmöglichkeit darin, japanische Anbieter mit ausländischen Käufern zu verbinden. Viele japanische Websites und Immobilienmakler wissen nicht, wie sie mit Ausländern interagieren sollen. Gleichzeitig wenden sich immer mehr japanische Eigentümer an AkiyaMart, weil lokale Käufer kein Interesse an ihren Immobilien zeigen. Kurosawa sieht hier "viel Reibung – und viel Potenzial", um Japan mit Ausländern zu verbinden und weitere Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.