Japans Tourismus trotzt Rückgang chinesischer Besucher mit neuen Märkten

Japans Tourismus trotzt Rückgang chinesischer Besucher mit neuen Märkten

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Japans Tourismuslandschaft erlebt eine bemerkenswerte Verschiebung: Während die Zahl der Besucher aus Festlandchina drastisch zurückgeht, bleiben die gesamten Touristenzahlen stabil oder steigen sogar. Eine diplomatische Auseinandersetzung, die im November begann, hat die Reisedynamik verändert, doch neue Besuchergruppen und wirtschaftliche Faktoren federn den Rückgang ab.

Rückgang chinesischer Touristen: Eine Momentaufnahme

Nach Beobachtungen von Karin Nordin, einer 33-jährigen Malaysierin, die über ein Jahr in Tokio lebte, haben sich die normalerweise von chinesischen Touristen überfüllten Thermalbäder von Kusatsu und Zao geleert. Auch in Tokio selbst sei die Zahl der Besucher vom chinesischen Festland spürbar zurückgegangen, was sich in stabilisierten Hotelpreisen zeige, die nicht mehr wie in den Vorjahren während chinesischer Feiertage in die Höhe schnellen. Diese Erfahrungen spiegeln die breitere Entwicklung wider, die durch einen diplomatischen Streit ausgelöst wurde, der im November nach Äußerungen der japanischen Premierministerin Sanae Takaichi begann.

Daten der Japan National Tourism Organisation (JNTO) belegen diesen Trend: Im Januar sank die Zahl der Ankünfte aus Festlandchina im Jahresvergleich um über 60 %. Bereits im Dezember war ein Rückgang von 43,3 % zu verzeichnen. Vor November zählten Touristen vom chinesischen Festland zu den größten Besuchergruppen in Japan. Trotz dieses Einbruchs gingen die gesamten Touristenzahlen im Januar nur um 4,9 % zurück, während sie im Dezember sogar um 3,7 % stiegen.

Neue Besuchergruppen stärken Japans Tourismus

Der Rückgang chinesischer Touristen wird durch einen Zuwachs aus anderen Ländern kompensiert. Die JNTO-Zahlen zeigen, dass immer mehr Touristen aus Südkorea und Taiwan nach Japan reisen. Im Januar stiegen die Ankünfte südkoreanischer Touristen um 21,6 % und übertrafen damit Festlandchina als größte Quelle ausländischer Besucher. Aus Taiwan kamen im Januar fast doppelt so viele Besucher wie aus China, mit einem Anstieg von 17 %.

Zilmiyah Kamble, Dozentin für Hospitality und Tourismusmanagement an der James Cook University (JCU), erklärt, dass Japans Attraktivität für Besucher aus nahegelegenen Ländern auf mehreren Faktoren beruht:

  • Starke Kurzstreckenflugverbindungen
  • Der schwache Yen
  • Der Ruf als nahgelegenes, kulturell vertrautes und sicheres Reiseziel

Kamble bezeichnete den Rückgang der chinesischen Touristen als "bedeutend, aber nicht katastrophal". Sie merkte an, dass chinesische Touristen zwar einen der wertvollsten Inbound-Märkte Japans darstellen, da sie hohe Ausgaben im Einzelhandel, im Gastgewerbe und bei Luxusgütern tätigen, Japan jedoch historisch ein diversifiziertes Tourismusportfolio besitze, was eine gewisse Widerstandsfähigkeit biete.

Diversifizierung der Reiseziele in Japan

Die neuen Touristenströme führen Reisende auch in andere Regionen Japans, abseits der traditionellen Hotspots. Während chinesische Touristen typischerweise touristisch stark frequentierte Orte wie Kyoto, Osaka und Tokio besuchten, sind Präfekturen wie Shizuoka, Heimat des ikonischen Berges Fuji, und Nara, bekannt für seine Tempel und den Hirschpark, laut Analysten von Oxford Economics stärker vom Ausbleiben chinesischer Touristen betroffen.

Im Gegensatz dazu erfreuen sich andere Regionen bei den neuen Besuchergruppen großer Beliebtheit. Fukushima ist beispielsweise bei Menschen aus Taiwan populär, während Golfplätze und Thermalbäder in der Präfektur Ehime südkoreanische Touristen anziehen, so Oxford Economics. Cheryl Ng, eine Studentin aus Singapur, die im Februar Hiroshima besuchte, berichtete von einer großen Anzahl westlicher Touristen, wobei sie schätzte, dass "zwei Drittel des Museums Westler waren", bezogen auf das Hiroshima Peace Memorial Museum. Oxford Economics bestätigt diese Beobachtung und stellt fest, dass Amerikaner, Australier und Europäer von Hiroshimas historischen Stätten angezogen werden, darunter der Ort des ersten Atombombenabwurfs am 6. August 1945.

Robuste Aussichten trotz Herausforderungen

Trotz des Rückgangs aus einem wichtigen Markt bleibt die Gesamtprognose für den japanischen Tourismus positiv. Oxford Economics merkt an, dass "angesichts der anhaltenden Yen-Schwäche die gesamten Touristenzahlen wahrscheinlich robust bleiben werden, obwohl ein Anstieg über das aktuelle Niveau hinaus aufgrund des Mangels an Unterkünften unwahrscheinlich ist." David Mann, Chefökonom für den asiatisch-pazifischen Raum bei Mastercard, stimmt dem zu und erklärt: "Das Gesamtbild ist immer noch positiv."

Mann hebt hervor, dass die gesamten internationalen Ankünfte in Japan etwa 34 % über dem Niveau vor der Pandemie liegen. Die Tourismuseinnahmen wachsen sogar noch schneller als die Besucherzahlen, was auf höhere Ausgaben pro Besucher zurückzuführen ist, die durch den schwachen Yen begünstigt werden.

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