
Jeffrey Epstein: E-Mails enthüllen Verbindungen zu DP World CEO Bin Sulayem
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Der emiratische Milliardär Sultan Ahmed bin Sulayem, CEO des globalen Logistikriesen DP World, pflegte über Jahre hinweg eine umfangreiche Korrespondenz mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Diese Kommunikation setzte sich auch nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 fort und umfasste sowohl geschäftliche als auch ungewöhnlich persönliche Details. Die jüngsten Veröffentlichungen des US-Justizministeriums werfen ein neues Licht auf die weitreichenden Verbindungen Epsteins in die internationale Finanz- und Geschäftswelt.
Enge Verbindungen nach der Verurteilung
Sultan Ahmed bin Sulayem, eine einflussreiche Persönlichkeit in der emiratischen Geschäftswelt und Vorsitzender sowie CEO von DP World, stand laut freigegebenen Dokumenten des US-Justizministeriums in regem Austausch mit Jeffrey Epstein. Die E-Mails zeigen, dass dieser Kontakt über ein Jahrzehnt nach Epsteins Verurteilung im Jahr 2008 wegen Sexualstraftaten, einschließlich der Beschaffung einer Minderjährigen zur Prostitution, anhielt. Bin Sulayem ist eine von vielen Personen weltweit, deren Verbindungen zu Epstein nun erneut unter die Lupe genommen werden.
Der demokratische Abgeordnete Ro Khanna, Mitverfasser des "Epstein Files Transparency Act", nannte bin Sulayem am Dienstag, den 10. Februar 2026, im Repräsentantenhaus als einen von sechs Namen, die zuvor aus den Epstein-Akten geschwärzt waren. Khanna kritisierte das Justizministerium und die Trump-Regierung für mangelnde Transparenz in der Epstein-Affäre. Es wird betont, dass das Erscheinen eines Namens in den Akten nicht automatisch ein Fehlverhalten impliziert oder eine Anklage bedeutet.
Geschäftliche und persönliche Korrespondenz
Die Kommunikation zwischen bin Sulayem und Epstein war laut den Akten ein freier Austausch von E-Mails und Ideen. Ihre Gespräche reichten von der Ausarbeitung finanzieller Vorschläge und Immobiliengeschäften bis hin zur Bewertung sexueller Eroberungen und der Empfehlung gut vernetzter Kontakte auf der Weltbühne. Die beiden Männer tauschten sich über Geschäfts- und politische Kontakte aus und versuchten, Geschäfte füreinander zu erleichtern.
Bin Sulayem schrieb häufig über Besuche auf Epsteins Privatinsel Little St. James auf den US-Jungferninseln und bot Unterstützung an, als Epstein Pläne für ein privates Resort verfolgte. Die E-Mails zeigen auch, dass bin Sulayem plante, 2007 an einer Marina-Eröffnung in der Nähe von Epsteins Insel teilzunehmen.
Einblicke in die Kommunikation
Die Korrespondenz enthielt ungewöhnlich persönliche und manchmal derbe Details. Im August und September 2005 besprachen sie ein Treffen in New York und auf Epsteins Insel, wobei Epstein nach der gewünschten Zeit für eine Massage in New York fragte. Im Oktober 2011 gratulierte Epstein bin Sulayem zu einer Rede und schlug ein Treffen im "Spa" in Bodrum vor.
Im Juni 2013 schickte bin Sulayem Epstein Details über eine 25-jährige Blondine, die er in Paris getroffen hatte, einschließlich BH-Größe und Lieblingscocktail, und fragte: "Do you think she is a he??" Epstein antwortete: "The hands do look like mine." Bin Sulayem reagierte darauf mit "No way you must be kidding I am getting sick." Im November 2013 berichtete bin Sulayem über die Ankunft einer Ukrainerin und einer Moldawierin, wobei er die Moldawierin als "Big disappointment" und die Ukrainerin als "very beautiful" beschrieb. Epstein schlug "Photo shop" vor, worauf bin Sulayem erwiderte, dass sie "too short and skinny" sei.
Weitere Beispiele umfassen:
- Im April 2009 schrieb Epstein: "I loved the torture video", ohne weiteren Kontext.
- Im September 2015 berichtete bin Sulayem von einem Treffen mit Präsident Putin in Wladiwostok und einem geplanten Treffen mit David Cameron in der Downing Street 10.
- Später im selben Monat schickte bin Sulayem ein Bild einer russisch-zypriotischen Frau, die er in Dubai getroffen hatte, und beschrieb sie als "The best sex I ever had amazing body."
- Im Dezember 2013 lobte bin Sulayem eine "full massage" in Tokio und schickte Epstein eine detaillierte Preisliste für Massagedienste, die sexuelle Berührungen, Federn, Öle und Orgasmen umfassten. Epstein antwortete mit "Great."
- 2017 schickte Epstein bin Sulayem einen Link zu einer Escort-Website in Italien, worauf bin Sulayem mit "Wow" reagierte.
- Bin Sulayem half auch bei der Organisation der Ausbildung einer russischen "Masseurin", die später in Epsteins "privatem Spa" in einem Hotel in Antalya, Türkei, arbeitete.
Epsteins Rolle als Vermittler
Die Korrespondenz unterstreicht Epsteins Rolle als Netzwerker unter globalen Eliten. Er versuchte, bin Sulayem mit hochrangigen Persönlichkeiten zu verbinden, darunter:
- Andrew Farkas, ein New Yorker Immobilieninvestor, der die beiden möglicherweise einander vorgestellt hat.
- Gene Pressman von der Gründerfamilie von Barneys New York.
- Tom Pritzker, Vorsitzender von Hyatt Hotels.
- Les Wexner, Einzelhandelsmilliardär.
- Jes Staley, damals Senior Executive bei JPMorgan Chase & Co. und später CEO von Barclays Plc, der von der britischen Aufsichtsbehörde wegen Irreführung über das Ausmaß seiner Beziehung zu Epstein gesperrt wurde.
Epstein nutzte oft den Ausdruck "He is one of us" (Er ist einer von uns), beispielsweise in Bezug auf Joi Ito, den ehemaligen Direktor des MIT Media Lab, der 2019 wegen seiner finanziellen Verbindungen zu Epstein zurücktrat und sich entschuldigte. Im Mai 2018 kontaktierte bin Sulayem Steve Bannon für ein Treffen in Dubai, wobei Epstein in CC gesetzt war. Bin Sulayem bot Bannon an, ihn per Helikopter von Abu Dhabi abzuholen und eine "Sky Tour" durch Dubai zu machen.
Reaktionen und weitere Fragen
DP World und Sultan Ahmed bin Sulayem haben auf Anfragen von ABC News, Bloomberg News und der Financial Times nach einem Kommentar nicht reagiert. Die Enthüllungen fügen einen bedeutenden Geschäftsmann aus dem Nahen Osten der langen Liste prominenter Personen hinzu, die nach seiner Verurteilung mit Epstein in Verbindung standen. Sie werfen Fragen über das Ausmaß und die Art der sozialen und geschäftlichen Netzwerke auf, die dem Finanzier trotz seines kriminellen Status zugänglich blieben. Es bleibt unklar, ob die besprochenen Geschäftsvermittlungen zu konkreten Abschlüssen führten.