
Jimmy Kimmel verlängert ABC-Vertrag bis 2027: Medienbranche im Fokus
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Jimmy Kimmel hat seinen Vertrag mit Disney/ABC um ein Jahr verlängert und wird "Jimmy Kimmel Live!" bis mindestens Mai 2027 moderieren. Die Verlängerung folgt auf eine turbulente Zeit, in der seine Show nach kontroversen Äußerungen kurzzeitig abgesetzt wurde, was eine Debatte über Meinungsfreiheit auslöste.
Vertragsverlängerung und Laufzeit
Jimmy Kimmel bleibt Disney treu und hat seinen Vertrag für die ABC-Show "Jimmy Kimmel Live!" um ein Jahr verlängert. Der neue Vertrag sichert seine Präsenz bis Mai 2027, wie eine mit dem Deal vertraute Person Business Insider mitteilte. Bloomberg berichtete zuerst über die Nachricht am Montag, die vom Guardian bestätigt wurde. Kimmels vorheriger Mehrjahresvertrag wäre im Mai 2026 ausgelaufen.
Die Show, die seit 2003 ausgestrahlt wird, könnte damit zu einer der am längsten laufenden Late-Night-Shows werden. Sie übertrifft bereits die Laufzeiten von "The Tonight Show Starring Jimmy Fallon", "Late Night with Seth Meyers" und "Last Week Tonight with John Oliver".
Kontroverse um Charlie Kirk und Meinungsfreiheit
Die Vertragsverlängerung erfolgt nur wenige Monate, nachdem Kimmel im September 2026 kurzzeitig von ABC abgesetzt wurde. Anlass waren seine Kommentare zum Tod des konservativen Aktivisten Charlie Kirk. Kimmel äußerte sich kritisch über die Reaktion des Präsidenten und die Instrumentalisierung des Todesfalls.
Er sagte in seiner Show: "So trauert kein Erwachsener um den Mord an jemandem, den er einen Freund nannte. So trauert ein Vierjähriger um einen Goldfisch." Zudem kritisierte er, dass die "MAGA-Gang" verzweifelt versuchte, den Mörder als etwas anderes als einen von ihnen darzustellen und alles zu tun, um daraus politische Punkte zu schlagen. Brendan Carr, Kommissar der FCC, verurteilte Kimmels Äußerungen öffentlich und warnte vor einer Überprüfung der Sendelizenzen. Lokale TV-Sendergruppen wie Sinclair und Nexstar kündigten an, Kimmels Show nicht auszustrahlen. ABC setzte die Show daraufhin landesweit "auf unbestimmte Zeit" aus.
Nach neun Tagen und einer Welle der Unterstützung aus der Unterhaltungsindustrie sowie von Befürwortern der Meinungsfreiheit wurde Kimmel wieder eingesetzt. Die Aussetzung löste eine nationale Debatte über freie Meinungsäußerung aus. Die US-amerikanische Organisation Foundation for Individual Rights and Expression kritisierte die Aussetzung als Beispiel dafür, wie Medien unter Regierungsdruck nachgeben. Sie erklärte: "Wir können kein Land sein, in dem Late-Night-Talkshow-Moderatoren dem Präsidenten zu Diensten sind. Aber solange Institutionen kein Rückgrat entwickeln und lernen, staatlichem Druck zu widerstehen, ist das das Land, in dem wir leben."
Die Rolle von Donald Trump
Jimmy Kimmel hat sich seit seiner Rückkehr als scharfer Kritiker von Donald Trump positioniert. Trump forderte ABC in einem Social-Media-Post auf, "den Penner aus der Luft zu nehmen", nachdem Kimmel eine fast zehnminütige Monolog über Trump und die Jeffrey-Epstein-Akten gehalten hatte.
Bei den Kennedy Center Honors kommentierte Trump: "Jimmy Kimmel war schrecklich, und wenn ich Jimmy Kimmel in Bezug auf Talent nicht schlagen kann, dann glaube ich nicht, dass ich Präsident sein sollte." Kimmel hat Trumps niedrige Zustimmungsraten verspottet und sogar angeboten, seine Show zu beenden, wenn Trump ebenfalls zurücktreten würde.
Späteinsteig im Wandel und Branchenvergleich
Die Bekanntgabe der Verlängerung wurde laut Bloomberg aus Respekt vor Stephen Colbert verzögert. CBS hatte im Sommer die Einstellung von "The Late Show with Stephen Colbert" für Mai 2026 aus wirtschaftlichen Gründen angekündigt, obwohl sie die quotenstärkste Late-Night-Show ist. Die Late-Night-Ratings sind im gesamten Broadcast-Fernsehen rückläufig, da Zuschauer Monologe zunehmend online am Tag nach der Ausstrahlung ansehen. Nach seiner kurzzeitigen Suspendierung kehrte Kimmel jedoch mit deutlich stärkeren Einschaltquoten zurück als zuvor.
Zukunftsperspektiven und persönliche Überlegungen
Kimmel selbst hat in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, seine Late-Night-Show verlassen zu wollen. Im Jahr 2024 sagte er der Los Angeles Times, sein damaliger Vertrag mit Disney könnte sein "letzter Vertrag" sein, fügte aber hinzu: "Ich hasse es, das überhaupt zu sagen, denn jetzt lacht jeder über mich. Jedes Mal denke ich das, und dann stellt es sich als nicht der Fall heraus."
Bill Carter, Autor von "The Late Shift" und Chronist des Late-Night-Fernsehens, merkte an, dass Kimmel (58) sich dem Ende seiner Karriere nähere und sicherstellen wolle, dass sein Abschied zu seinen eigenen Bedingungen erfolgt und nicht unter Druck von Trump oder anderen. Carter betonte, es sei wichtig für Kimmel und ABC, dass sie für ihn einstehen.