JinkoSolar unter Druck: Steigende Kosten und Exporthemmnisse belasten

JinkoSolar unter Druck: Steigende Kosten und Exporthemmnisse belasten

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Der führende Solarmodulhersteller JinkoSolar Holding Co. (NYSE:JKS) musste im vierten Quartal 2025 einen erheblichen Rückschlag hinnehmen, da der Verlust sich mehr als verdreifachte und die Bruttomarge kaum positiv blieb. Steigende Silberpreise, eine Aufwertung des Yuan und die Streichung chinesischer Exportsubventionen werfen einen Schatten auf die Profitabilität des Unternehmens, das sich im Jahr 2026 in einem "Übergangsjahr" befindet.

Herausforderndes viertes Quartal 2025 für JinkoSolar

JinkoSolar meldete im vierten Quartal 2025 einen massiven Verlust von 1,5 Milliarden Yuan (220 Millionen US-Dollar), was mehr als dem Dreifachen des Verlusts von 477 Millionen Yuan im Vorjahr entspricht. Auch auf bereinigter Basis, die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Finanzinstrumenten und andere nicht-liquiditätswirksame Posten ausschließt, verdoppelte sich der Nettoverlust im vierten Quartal auf 838 Millionen Yuan gegenüber 431 Millionen Yuan im Vorjahr.

Der Umsatz des Solarmodulherstellers sank im vierten Quartal 2025 um 15 %, eine leichte Entspannung gegenüber dem Rückgang von 34 % im vorherigen Quartal. Trotz dieser Entwicklung blieb die Bruttomarge des Unternehmens nur knapp im positiven Bereich, was auf den erheblichen Kostendruck hindeutet.

Externe Faktoren belasten Profitabilität

Mehrere externe Faktoren haben die finanzielle Lage von JinkoSolar und seinen Wettbewerbern verschärft. Die Preise für Silber, ein wichtiger Rohstoff für die Solarmodulproduktion, haben sich im Laufe des letzten Jahres zeitweise verdreifacht und liegen immer noch mehr als doppelt so hoch wie vor einem Jahr. Obwohl JinkoSolar einige der höheren Materialkosten an die Käufer weitergeben konnte, wie die steigenden Modulpreise der letzten drei bis fünf Monate zeigen, muss das Unternehmen einen Teil der höheren Silberkosten selbst tragen, was die niedrige Bruttomarge belegt.

Zusätzlich zur Kostenbelastung durch Silberpreise wirken sich die jüngste Aufwertung des Yuan und die Streichung der chinesischen Steuerrückerstattungspolitik für exportierte Photovoltaikprodukte negativ aus. Seit dem 1. April 2026 entfällt die jahrelange Steuervergünstigung, die den Mehrwertsteuersatz für Solarexporte von den üblichen 13 % auf 9 % gesenkt hatte. Diese Faktoren machen Auslandsverkäufe, die für JinkoSolar zunehmend wichtiger werden, weniger profitabel.

Strategische Neuausrichtung und Exportfokus

Angesichts einer Verlangsamung des Baubooms in China, der das Land zum Standort von mehr als der Hälfte der weltweit installierten Solarkapazität gemacht hat, strebt JinkoSolar eine stärkere Exportorientierung an. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen etwa 60 % seines Umsatzes aus Exporten und erwartet, dass dieser Anteil im Jahr 2026 auf etwa 70 % steigen könnte.

Trotz des verstärkten Exportfokus prognostiziert das Unternehmen, dass seine gesamten Modullieferungen im Jahr 2026 weiter sinken werden, auf voraussichtlich 75 GW bis 85 GW, gegenüber 86 GW im Jahr 2025. Der neue CEO bezeichnete das Jahr 2026 als ein "Übergangsjahr", was auf die laufenden Anpassungen und Herausforderungen hindeutet, einschließlich der Stilllegung älterer Kapazitäten und massiver Wertberichtigungen.

Lichtblick im Energiespeichergeschäft

Ein kleiner Lichtblick für JinkoSolar ist das junge Geschäft mit Energiespeichersystemen (ESS), deren Produkte zur Speicherung von überschüssigem Solarstrom dienen. Das Unternehmen berichtete, dass dieses Geschäftsfeld im Jahr 2025 eine "schnelle Wachstumsentwicklung" beibehalten hat, mit Lieferungen von 5,2 GWh. Für das Jahr 2026 wird erwartet, dass sich diese Menge mehr als verdoppeln wird.

Der Markt für Energiespeichersysteme ist aktuell sehr gefragt. Dies spiegelt sich auch in der Verdoppelung der Aktien von Sigenergy Technology (6656.HK) wider, einem weiteren Akteur in diesem Bereich, bei dessen Börsendebüt in Hongkong über 500 Millionen US-Dollar durch den IPO eingenommen wurden.

Aktienperformance und Analystenblick

Die jüngsten Ergebnisse stießen bei den Anlegern, die auf eine schnellere Erholung der Branche gehofft hatten, auf wenig Begeisterung. Die in den USA gelisteten Aktien von JinkoSolar fielen am Donnerstag nach der Veröffentlichung der Ergebnisse um 12 %. Dennoch sind die Aktien über die letzten 52 Wochen um 35 % gestiegen, getragen von der Hoffnung auf eine Branchenerholung.

Trotz seiner marktführenden Position mit etwa 13 % des globalen Solarmodulmarktes wird die Aktie des Unternehmens nur zu einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (P/S) von 0,11 gehandelt. Dies liegt leicht unter dem Wert von 0,16 für das kleinere Unternehmen Canadian Solar (CSIQ.US) und deutlich hinter dem Wert von 0,53 für das vergleichbar große Unternehmen Trina (688599.SH). Analysten äußerten im September 2024 Bedenken hinsichtlich der Ertragsaussichten von JinkoSolar, und der Markt reagierte im selben Monat negativ auf die Quartalsergebnisse. Einige Marktbeobachter sahen im Oktober 2024 jedoch noch Kaufgelegenheiten aufgrund der tiefen Bewertung.

Technologische Fortschritte und Zukunftsaussichten

JinkoSolar engagiert sich weiterhin in der Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Photovoltaikprodukten an, darunter Solarmodule, Siliziumwafer, Solarzellen, recycelte Siliziummaterialien und Siliziumingots. Zudem werden Solarsystemintegrationsdienste, EPC-Dienstleistungen für Solaranlagen und Energiespeichersysteme angeboten.

Investitionen in fortschrittliche N-Typ-TOPCon-Technologie und die Optimierung der Lieferkette sollen die Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit steigern und letztlich Umsatz und Margen verbessern. Im Mai 2024 stellte JinkoSolar eine Perowskit-Tandem-Solarzelle auf Basis von N-Typ-TOPCon vor, die einen neuen Rekord mit einem Umwandlungswirkungsgrad von 33,24 % erreichte. Diese technologischen Fortschritte sind entscheidend, um die Herausforderungen des Marktes zu meistern und die langfristige Position des Unternehmens zu sichern.