
JP Morgans historische Bibliothek: Ein Blick in die Gilded Age Kunstsammlung
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Während die Wall Street mit dem hochmodernen, 3 Milliarden Dollar teuren Neubau von JPMorgan Schlagzeilen macht, existiert nur etwa zehn Blocks südlich davon ein zeitloses Relikt: die 119 Jahre alte persönliche Bibliothek des Bankengründers John Pierpont (JP) Morgan. Diese historische Stätte, heute bekannt als The Morgan Library & Museum, bietet einen faszinierenden Einblick in die kulturellen Interessen eines der einflussreichsten Finanzmagnaten Amerikas.
Ein Juwel des Gilded Age in Manhattan
Die im Jahr 1906 fertiggestellte Struktur wurde von JP Morgan direkt neben seiner damaligen Brownstone-Residenz an der Madison Avenue und 36th Street in Manhattan errichtet. Sie diente ihm als Arbeitszimmer und Bibliothek. Beim Betreten des Originalgebäudes fühlt man sich unmittelbar in das Gilded Age zurückversetzt: Extravagante Gemälde zieren die Decken der Eingangsrotunde, tiefrote Tapeten verleihen seinem Arbeitszimmer eine feierliche Atmosphäre, und holzgetäfelte Bücherregale präsentieren beeindruckende Büchersammlungen.
Eine Sammlung von Weltrang
Obwohl die Sammlung weniger spezifische Wall Street-Geschichte bietet, offenbart sie JP Morgans breites Interesse an Kunst und Kultur. Als sein Reichtum wuchs und die Vermögen mächtiger europäischer Familien schrumpften, sammelte Morgan Kunstwerke und Artefakte aus aller Welt und verschiedenen Epochen, darunter Stücke antiker Zivilisationen aus dem Nahen Osten und Europa.
Zu den herausragendsten Exponaten zählen eine originale Gutenberg-Bibel und das Originalmanuskript von Charles Dickens' "A Christmas Carol". Diese Werke aus nächster Nähe zu betrachten, ist für viele Besucher ein atemberaubendes Erlebnis. Im Arbeitszimmer blicken Porträts von JP Morgan und seinem Sohn Jack auf den Raum herab, während in einer Ecke ein Tresor die wertvollsten Werke der Sammlung birgt. Die Bibliothek selbst erstreckt sich über drei Stockwerke mit Bücherregalen, die den gesamten Raum umgeben. Die Opulenz der Sammlung ist bemerkenswert, ein Aspekt, den das Museum durch die Präsentation einer politischen Karikatur, die Morgan beim "Anziehen" von Artefakten aus Europa mit einem riesigen Magneten zeigt, selbst zu reflektieren scheint.
Belle da Costa Greene: Die erste Direktorin
Ein jüngster Anziehungspunkt des Museums war eine Ausstellung über die erste Direktorin der Bibliothek, Belle da Costa Greene, die diese Position von 1905 bis 1948 innehatte. Ein neuer historischer Roman über da Costa mit dem Titel "The Personal Librarian" hat das Interesse am Museum und an ihrer Person stark belebt und gehört zu den meistverkauften Artikeln im Museumsshop. Die Morgan Library & Museum bleibt somit ein wichtiger Ort für Geschichtsliebhaber und Kulturinteressierte gleichermaßen.