
JPMorgan CEO Dimon warnt vor "Wirtschaftskatastrophe" durch Kreditkarten-Zinsobergrenze
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JPMorgan Chase CEO Jamie Dimon hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos eindringlich vor den Folgen einer von Präsident Donald Trump vorgeschlagenen 10-prozentigen Obergrenze für Kreditkartenzinsen gewarnt. Er bezeichnete den Plan als "wirtschaftliche Katastrophe", die Millionen von Amerikanern den Zugang zu essenziellen Krediten entziehen könnte. Die Bankenbranche bereitet sich auf erheblichen Widerstand gegen diese Maßnahme vor.
Dimons Warnung vor einer "wirtschaftlichen Katastrophe"
Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, äußerte sich am Mittwoch, dem 21. Januar, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, Schweiz, kritisch zu Donald Trumps Vorschlag einer einjährigen 10-prozentigen Obergrenze für Kreditkartenzinsen. Er prognostizierte, dass dies eine "wirtschaftliche Katastrophe" wäre, die bis zu 80 Prozent der Amerikaner den Zugang zu Krediten entziehen könnte. Dimon betonte, dass JPMorgan Chase zwar überleben würde, aber das Kreditkartengeschäft drastisch reduziert werden müsste.
Die Auswirkungen würden laut Dimon weit über die Banken hinausgehen. Er nannte Restaurants, Einzelhändler, Reiseunternehmen, Schulen und Kommunen als Leidtragende, da Menschen ihre Wasser- und andere Rechnungen nicht mehr bezahlen könnten. Dimon schlug vor, den Vorschlag in einem Testlauf in Vermont und Massachusetts zu erproben, um die tatsächlichen Folgen zu beobachten – eine Idee, die im Publikum für Gelächter sorgte. Es ist bekannt, dass die linksgerichteten Senatoren Elizabeth Warren und Bernie Sanders, die Massachusetts bzw. Vermont vertreten, sich für eine solche Gesetzgebung zur Begrenzung der Kreditkartenzinsen eingesetzt haben.
Breiter Widerstand aus der Finanzbranche
Der Vorschlag Trumps, der Anfang des Monats ohne Details zur Umsetzung erfolgte, hat in der gesamten Finanzbranche Besorgnis ausgelöst. Jeffrey Barnum, CFO von JPMorgan, warnte bereits in der vergangenen Woche, dass Preiskontrollen das Kreditkartengeschäft unrentabel machen könnten. Er betonte in einem Gespräch mit Reportern am 13. Januar, dass die Branche bereit sei, "mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln" gegen die Obergrenze anzukämpfen.
Auch andere führende Bankmanager äußerten sich kritisch. Gunjan Kedia, CEO von US Bancorp, prognostizierte am 20. Januar, dass über 90 Prozent ihrer Kunden negativ betroffen wären und der Einfluss auf 50 Prozent der Kunden "vernichtend" sein würde. Mark Mason, CFO von Citigroup, erklärte ebenfalls, dass seine Bank eine solche Obergrenze nicht unterstützen könne, da sie den Kreditzugang einschränken und der Wirtschaft schaden würde.
Weitreichende Folgen für Verbraucher und Wirtschaft
Experten warnen, dass eine Zinsobergrenze weitreichende Konsequenzen hätte. Mike Taiano von Moody’s Ratings sieht darin eine "kreditnegative" Entwicklung für große Kreditkartenbanken, die das Nettozinseinkommen schmälern, das Kreditwachstum verlangsamen und volumenbasierte Einnahmen reduzieren würde. Die American Bankers Association schätzt, dass zwischen 137 und 159 Millionen Karteninhaber ihre Karten nicht mehr nutzen könnten, sollte die Obergrenze eingeführt werden.
Die Auswirkungen könnten sich auch auf Treueprogramme ausweiten, die Milliarden aus Co-Branding-Kreditkartenpartnerschaften generieren. Delta Air Lines beispielsweise erwirtschaftete im dritten Quartal 2025 rund 2 Milliarden US-Dollar aus seiner Partnerschaft mit American Express. Die hohen Zinsen bei Kreditkarten dienen den Banken als Ausgleich für das höhere Ausfallrisiko bei unbesicherten Krediten.
Politischer Kontext und Ausblick
Präsident Trump hatte die Obergrenze gefordert, um den Sorgen der Wähler bezüglich der Lebenshaltungskosten vor den anstehenden Kongresswahlen zu begegnen. Der Vorschlag überraschte die Branche und führte zu einem Kursrutsch bei Bankaktien. Wall-Street-Analysten schätzen die Chancen auf eine Verabschiedung der notwendigen Gesetzgebung als gering ein, da Demokraten und Republikaner in dieser Frage gespalten sind.
Jamie Dimon versprach, dass JPMorgan eine umfassendere Analyse der potenziellen Auswirkungen vorlegen werde. Er betonte, dass er sich der Kreditkartenproblematik zutiefst bewusst sei und eine Verantwortung habe, sich zu äußern. JPMorgan CFO Jeremy Barnum wurde gefragt, ob das Unternehmen rechtliche Schritte gegen Zinsdeckel einleiten würde, und antwortete, dass "alles auf dem Tisch" liege, falls es zu unbegründeten Direktiven käme, die das Geschäft radikal verändern.