JPMorgan Chase wegen 328 Mio. $ Krypto-Ponzi-Betrug verklagt

JPMorgan Chase wegen 328 Mio. $ Krypto-Ponzi-Betrug verklagt

Aktualisiert:
4 Min. Lesezeit
AI-Generated
Human-verified
Teilen:

Keine Anlageberatung • Nur zu Informationszwecken

JPMorgan Chase sieht sich einer Sammelklage gegenüber, die dem Finanzinstitut vorwirft, einen massiven Kryptowährungs-Ponzi-Betrug in Höhe von 328 Millionen US-Dollar ermöglicht zu haben. Die Kläger behaupten, die Bank habe trotz zahlreicher Warnsignale die notwendige Infrastruktur für das betrügerische Schema bereitgestellt.

Die Klage gegen JPMorgan Chase

Eine neue Sammelklage, eingereicht von Robby A. Steele im Namen einer landesweiten Gruppe von Opfern, beschuldigt JPMorgan Chase der Beihilfe zu einem massiven Betrug. Die Klage, Steele v. JPMorgan Chase Bank, N.A., wurde im US District Court for the Northern District of California eingereicht. Sie legt dar, dass die Bank die wesentliche Bankinfrastruktur bereitstellte, die es Goliath Ventures ermöglichte, den Betrug durchzuführen.

Zwischen Januar 2023 und Juni 2025 soll JPMorgan Chase etwa 253 Millionen US-Dollar an Einzahlungen auf ein Geschäftskonto von Goliath Ventures verarbeitet haben. Im selben Zeitraum wurden rund 123 Millionen US-Dollar von diesem Konto an Kryptowährungs-Wallets bei Coinbase transferiert. Robby A. Steele, ein Kläger aus Kalifornien, gab an, 650.000 US-Dollar in das Schema investiert zu haben, darunter auch Teile seiner Altersvorsorge.

Der Goliath Ventures Ponzi-Betrug

Der mutmaßliche Betrug wurde von Christopher Alexander Delgado und seinem Unternehmen Goliath Ventures, ehemals Gen-Z Venture Firm, inszeniert. Delgado betrieb Goliath Ventures von Januar 2023 bis Januar 2026 als Ponzi-Schema. Er warb Opfer mit dem Versprechen hoher Renditen aus Investitionen in Kryptowährungs-"Liquidity Pools", Arbitrage-Strategien und Bitcoin-Mining.

Anstatt die Gelder tatsächlich zu investieren, nutzte Delgado das Geld neuer Investoren, um frühere Investoren auszuzahlen und seinen eigenen luxuriösen Lebensstil zu finanzieren. Dazu gehörten der Kauf von Luxusfahrzeugen, Schmuck und Immobilien im Wert von Millionen US-Dollar. Delgado wurde am 24. Februar wegen Überweisungsbetrug und Geldwäsche verhaftet und könnte bei einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Bundesgefängnis erhalten. Insgesamt soll Goliath Ventures mindestens 328 Millionen US-Dollar von über 2.000 Investoren gesammelt haben.

Ignorierte Warnsignale und Bankpflichten

Die Klage gegen JPMorgan Chase argumentiert, die Bank habe zahlreiche "Red Flags" ignoriert und den Betrug dadurch ermöglicht. Laut der Zivilklage beobachtete Chase wiederholte Zyklen, in denen neue Einzahlungen innerhalb kurzer Zeiträume umverteilt wurden. Diese schnellen Transfers hätten keinen legitimen Geschäftszweck gehabt und ähnelten den zirkulären Zahlungsmustern, die typisch für Ponzi-Schemata sind.

Trotz dieser angeblich offensichtlichen Warnsignale soll JPMorgan Chase es versäumt haben, Anti-Geldwäsche-Protokolle (AML) in Bezug auf die Investorengelder zu implementieren oder einzuhalten. Stattdessen habe die Bank die Konten weiter bedient und erhebliche wirtschaftliche Vorteile wie Kontoführungsgebühren, Überweisungsgebühren und Float-Einnahmen erzielt. Die Kläger behaupten, die Bank hätte wissen müssen, dass Goliath als unlizenzierter "Private Equity"-Krypto-Pool-Betreiber fungierte.

Parallelen zum Madoff-Skandal

Die Vorwürfe gegen JPMorgan Chase im Fall Goliath Ventures ziehen direkte Parallelen zu der Rolle der Bank im Bernard Madoff Ponzi-Schema. JPMorgan Chase war die primäre Bank, über die Madoff sein jahrzehntelanges Betrugssystem betrieb. Obwohl die Bank eine Klage in diesem Fall zunächst abweisen konnte, zahlte sie später erhebliche regulatorische Strafen.

Im Jahr 2014 stimmte JPMorgan Chase einer zivilrechtlichen Einziehung von 1,7 Milliarden US-Dollar an das Justizministerium und einer Strafe von 350 Millionen US-Dollar an das Office of the Comptroller of the Currency zu. Dies geschah aufgrund des Versäumnisses, ein effektives Anti-Geldwäsche-Programm aufrechtzuerhalten. Die jüngste Ankündigung von HSBC, 1,1 Milliarden US-Dollar für Madoff-bezogene Rechtsstreitigkeiten zurückzulegen, unterstreicht die langfristigen Haftungsrisiken, denen Banken bei derartigen Betrugsfällen ausgesetzt sind.

Die Folgen für die Beteiligten

Sprecher von JPMorgan Chase und Coinbase haben auf Anfragen nach Kommentaren nicht sofort reagiert. Die eingereichte Klage fordert derzeit keine spezifische Schadenssumme, sondern zielt darauf ab, die maximale Wiedererlangung der Gelder für die geschädigten Investoren zu erreichen. Die Anwälte der Kläger erwarten, dass weitere Klagen gegen andere Parteien folgen könnten, sobald deren Rollen identifiziert sind.

Der Fall lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die Überwachung von Bankkonten, die mit digitalen Vermögenswerten und Kryptowährungsgeschäften verbunden sind. Die Kläger argumentieren, dass Finanzinstitute verdächtige Muster erkennen und ihren Verpflichtungen gemäß den US-amerikanischen Anti-Geldwäsche-Vorschriften und dem Bank Secrecy Act nachkommen müssen.

Erwähnte Persönlichkeiten